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Mit digitalen Kompetenzen direkt in die Zukunft

Die digitale Transformation führt zu veränderten Aufgabenbereichen zahlreicher IT-Fachkräfte. Das WIFI Vorarlberg übernimmt eine zentrale Rolle beim Aufbau von digitalem Know-how
in den heimischen Betrieben.

Gerade ist das 2000 Veranstaltungen umfassende neue WIFI-Kursbuch erschienen. Bei der Programmgestaltung wurde dieses Jahr ein besonderes Augenmerk auf den Bereich Digitalisierung sowie die Ausbildung von IT-Fachkräften gelegt. „Wir sind uns bewusst, dass dem WIFI Vorarlberg und seinem Aus- und Weiterbildungsangebot in den nächsten Jahren eine zentrale Rolle beim Aufbau von digitalem Know-how in den Vorarlberger Unternehmen zukommt“, sagt Institutsleiter Thomas Wachter. Deshalb wurde in Zusammenarbeit mit Bernd Schenk, Dozent für Wirtschaftsinformatik an der Universität Liechtenstein und Lehrgangsleiter des IT-Masterstudiums „Management in Information and Business Technologies“ am WIFI Vorarlberg, eine Kompetenzlandkarte für die digitale Transformation entwickelt. Sie zeigt einen Überblick der in Zukunft benötigten Kompetenzen von IT-Fachkräften. Dabei ist neben dem Aufbau von Fach- und Methodenwissen in den Bereichen Informationstechnologie insbesondere auch der Aufbau von Sozial- und Selbstkompetenzen von Bedeutung. Dieser Bereich umfasst beispielsweise die Steigerung von Fähigkeiten zur Zusammenarbeit in Teams, aber auch Themen wie Selbstorganisation, Problemlösungsstrategien und kreative Techniken. „In den letzten Monaten haben wir uns zum Ziel gesetzt, in allen Fachbereichen passende digitale Bildungsprogramme anzubieten. Ich denke, das ist uns mit dem neuen Kursprogramm wirklich gut gelungen. Immerhin bieten wir ab Herbst über 50 Kurs- und Lehrgangstypen, die sich direkt auf die Ausbildung digitaler Kompetenzen beziehen, an“, erklärt Wachter.

IT-Fachkräfte dringend gesucht

Eines ist absehbar: Der Bedarf an IT-Fachkräften wird weiter steigen. „Mitarbeiter haben große Chancen, durch Nutzung der Technologie noch produktiver zu werden und einen Aufgabenbereich mit größerer Verantwortung zu übernehmen. Auf allen Ebenen entstehen hierdurch neue Berufsbilder: Vom Experten für Maschinenbedienung und -integration über Projektmanager für Digitale Transformation bis hin zu einem IT-Leiter, der in Zukunft eine noch zentralere Steuerungsrolle in Unternehmen übernehmen kann“, ist sich Schenk sicher. Weil das so ist, kann ein IT-Fachkräftemangel zur Konjunkturbremse für die heimische Wirtschaft werden. Eine fundierte IT-Ausbildung ist somit praktisch eine Job-Garantie. Dringend gesucht sind derzeit Software-Entwickler, IT-Administratoren, Projektmanager und IT-Berater. Aber auch im Bereich der IT-Security ist eine steigende Nachfrage zu verzeichnen. Das WIFI Vorarlberg bietet seit vielen Jahren umfassende Ausbildungen und Lehrgänge in diesen Bereichen an, die beginnend bei fundierten IT-Anwenderkenntnissen über mehrsemestrige Fachakademien und Lehrgänge bis hin zu einem berufsbegleitenden Master-Abschluss führen können. Das Programm wird dabei aufgrund des sich ständig ändernden Umfelds permanent weiterentwickelt. Die richtige Ausbildung und der notwendige Ehrgeiz ermöglichen den erfolgreichen beruflichen Um- und Aufstieg.

Mehr Frauen in die IT!

Trotz großer Anstrengungen seitens Politik und Wirtschaft ist der Frauenanteil in der IT nach wie vor sehr gering. Das zeigt auch eine aktuelle Studie aus Deutschland: 37 der Top-300-Unternehmen aus der IT-Branche, die für die Studie „Recruiting Trends 2017“ befragt wurden, gaben an, dass gerade einmal 17,4 Prozent der Bewerbungen von Frauen stammen.

Dabei hätten Frauen in dieser Branche beste Berufs- und Karrierechancen, sind doch auch die Gehälter im IT-Bereich recht hoch. Wichtig wäre es, technologieaffine Frauen frühzeitig an die IT-Arbeitswelt heranzuführen: in der Schule, in Ausbildungsbetrieben sowie in den Fachhochschulen und Universitäten. Positive Beispiele, die zeigen, dass Frauen gute Chancen im IT-Bereich geboten werden und sie diese auch wahrnehmen, gibt es natürlich auch. Die Zwillingsschwestern Carmen und Sandra Wirthensohn haben sich für eine Lehrausbildung zur IT-Technikerin entschieden und anschließend im IT-Sektor beruflich Fuß gefasst. Carmen ist mittlerweile SAP Basis Engineer bei Hirschmann Automotive und absolviert zurzeit im WIFI den IT-Masterlehrgang „MIBT“. Sandra ist Absolventin der WIFI-Fachakademie „Angewandte Informatik“ und derzeit als IT System Engineer bei Alpla tätig. „Technisch interessierte Frauen sollten von den Schulen besonders gefördert werden. Wichtig wäre, in alle Sparten hineinschnuppern zu können. Der IT-Bereich wird dabei oft übersehen, das sollte’ sich ändern! In den meisten Firmen gibt es, glaube ich, keine Vorurteile gegenüber Frauen im IT-Bereich. Ich wurde immer akzeptiert und auch gleichbehandelt. Regelmäßig bekomme ich sogar positives Feedback von Mitarbeitern, dass sie es toll finden, dass mal eine Frau in der IT ist“, erzählt Sandra Wirthensohn über ihre Erfahrungen. Und Carmen fügt hinzu: „Aus meiner Sicht herrscht in der Erziehung leider immer noch das Klischee vor, dass Mädchen und Technik nicht zusammenpassen. Solange sich das nicht ändert und Mädchen und Buben nicht gleichermaßen an Technik herangeführt werden, wird es schwierig werden, mehr Frauen für diesen Bereich zu begeistern.“ Sie selbst habe sich schon während der Schulzeit für die IT interessiert und sich deshalb am BORG Egg für den Zweig „NT – neue Technologie“ eingeschrieben.

Eines ist sicher: Die Unternehmen profitieren, gerade in Zeiten des Fachkräftemangels, von mehr Frauen in ihren Teams. Wer also technikaffin ist, der sollte sich einfach trauen und es ausprobieren.

03.06.2017

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