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Austrian Challenge – Autonomiepaket der Bildungsreform

Laut Duden bedeutet der Begriff Reform allgemein gesehen Wiederherstellung und speziell betrachtet für die Politik: eine größere, planvolle Umgestaltung bestehender Verhältnisse und Systeme.
Der Gesetzesentwurf des Bildungsministeriums zur Bildungsreform will also einerseits etwas wieder herstellen, das angeschlagen ist, und andererseits mit großen Plänen das Bildungssystem umgestalten. Diese Ziele sind sehr zu begrüßen, da längst fällig und sind sehr zu unterstützen, da sie richtig erkannt worden und für die Zukunft wichtig sind.

Systemänderung kann jedoch nur gelingen, wenn die Reform auf mehreren Ebenen stattfindet. So ist eine Strukturreform zwar notwendig, aber nicht ausreichend. Es braucht zusätzliche mutige Lösungsansätze und Antworten auf die neuen Herausforderungen in den Schulen aufgrund der gesellschaftlichen Veränderungen.

Wenn nun aber Kostenneutralität die oberste Prämisse dieser Reform ist, so ist zu befürchten, dass der Blick auf die wirklichen Bedürfnisse der Schulen, der Pädagogen und der Kinder getrübt ist.
Sprachförderung, Inklusion, Zwei- Lehrer-System in der Volksschule, Verteilung der Ressourcen in unterschiedlichen Ausmaßen nach sozialen Merkmalen und Erhöhung des Unterstützungspersonals sind nur einige der berechtigten Forderungen. Diese lassen sich jedoch nicht mit Strukturreformen erfüllen, sondern brauchen auch einen klaren finanziellen Masterplan und ein klares Bekenntnis zum Einsatz zusätzlicher Mittel.

Eine Bildungsreform muss auch zum Ziel haben, die Auswirkungen des sozialen Hintergrundes zu reduzieren. Daher sind es vor allem auch die Haltung und die Inspiration, die Schule und Bildung beeinflussen. Diese werden die wahre Bildungsreform begründen.

01.04.2017

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Silvia Benzer

Volksschuldirektorin

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