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Es fehlt uns an Mut

Als Lehrer bin ich oft (möglicherweise öfter als in anderen Berufen) in der glücklichen Lage, dass ich positiv überrascht werde: mit außerordentlichen Erfolgen, mit Auszeichnungen, mit besonderem Engagement von jungen Menschen, mit Leistungen, die wir ihnen nie und nimmer zugetraut hätten. Das kann zum einen daran liegen, dass wir den jungen Leuten zu wenig zutrauen, oder auch daran, dass sie sich ungemein steigern können, wenn Motivation und Rahmenbedingungen passen. Ich meine, Letzteres trifft stärker zu. Wenn die Herausforderungen passen, das Ziel motiviert und die Unterstützung hilfreich ist, dann ist Ungeahntes möglich. Das ist in der Wirtschaft nicht anders als im Sport oder eben in der Schule.

Leider sieht die Realität oft anders aus: Statt Unterstützung erfährt man Behinderung, in vielerlei Hinsicht. Da gibt es jede Menge Verordnungen, die eine Innovation im Keim ersticken lassen. Es gibt die „Ja, aber was ist, wenn …-Warner“ und die pessimistischen Zauderer, denen es immer zu schnell geht. Echte Unterstützung dagegen ist selten. Erst wenn sich später der Erfolg einstellt, dann haben es alle nur gut gemeint und jeder hat seinen Teil zum Erfolg beigetragen. Davon wissen erfolgreiche Sportler oder innovative Unternehmer ein Lied zu singen.

Fragt sich nur, ob das früher anders, besser war. Ich meine schon. Der Wohlstand hat uns vorsichtiger und träger gemacht. Trotzdem wissen wir, dass Stillstand auf längere Sicht nichts Gutes bedeutet. Man möchte deshalb den Reformern zurufen: „Dem Mutigen gehört die Welt …“ Und den Entscheidungsträgern: „Gebt ihnen die Chance, lasst sie probieren!“

Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt, auch ein Reformpaket, eine Modellregion oder eine neue Schulform. Erst wenn man etwas probiert hat, weiß man, was davon taugt und was verändert werden muss.

04.03.2017

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Andreas Kappaurer

Direktor der Bezauer Wirtschaftsschulen

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