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Auf den Spuren der Alpwirtschaft

Spannende Einblicke in die Geschichte der Bregenzerwälder Alpwirtschaft, pittoreske Häuser und Stadel und eine ebenso liebliche wie bezaubernde Landschaft – alle diese Ingredienzien beinhaltet der Themenweg „Alpgang“ über Rehmen im Hinterwald. Die Rundwanderung bietet Wissenswertes für Jung und Alt.

Wer sich im Bregenzerwald nicht zu 100 Prozent auskennt: Rehmen ist ein Ortsteil von Au. Nach Au gelangt man aus dem Rheintal und dem Walgau über das Große Walsertal und in der Folge über das Faschinajoch. In Au überqueren wir die Bregenzerach zur Kirche hin und fahren anschließend auf der Hauptstraße nach Südosten bis auf Höhe vom Hotel Schiff. Gleich danach links abzweigen und sich an „Kirche Rehmen“ orientieren (an der nächsten Weggabelung links).
Direkt links von dem kleinen Gotteshaus gibt es Parkmöglichkeiten, hier ist außerdem der „Alpgang“ auf einer Infotafel aufgezeichnet. Es besteht die Möglichkeit, zwischen einer großen und einer kleinen Runde zu wählen. Weil die Maxiversion doch recht zeitintensiv ausfällt, entscheiden wir uns für die deutlich kürzere Variante – quasi für den „Alpgang light“. Mindestens zwei Stunden gilt es dennoch einzuplanen.

Man folgt der Beschilderung „Alpgang“ und spaziert zunächst links an der Kirche vorbei durch den pittoresken Ort, wo sich moderne Architektur wundervoll zwischen die alten Bregenzerwälder Bauernhäuser einfügt.
An einer Wegteilung links gehen und den Rehmer Bach in Pfeilrichtung „Alpgang“ überqueren. Es geht dann bald zügig und direkt auf dem Gemeindeweg aufwärts, bei den letzten Gebäuden verwandelt sich die Strecke in einen Feldweg. Der verliert sich rasch in einer Wiese – in dem Bereich orientiert man sich an einem freistehenden Stadel am Waldrand. Im Anschluss daran auf einem Fahrweg weiter und in den Wald hinein (stets „Alpgang“).

Zu den Vorsäßhütten

Die Route verwandelt sich dann in einen Steig. In der Folge wird abermals für wenige Meter auf einen Fahrweg gewechselt, ehe wir neuerlich auf einen Steig gelangen (roten Markierungspfeil beachten). Der Steig bringt uns in freies Gelände zu den ersten Vorsäßhütten. Jetzt quert der „Alpgang“ die Wiesen auf einem Fahrweg in Richtung der markanten Kanisfluh. Im Nordosten drängt sich der Diedamskopf, Hausberg des benachbarten Schoppernau, ins Bild.

Die Strecke führt anschließend auf einem asphaltiertem Fahrweg und erstmals gemütlich ansteigend in den Wiesen aufwärts. Bis hierher war es doch immer in steilem Gelände und ohne große Umschweife empor gegangen. An einer Weggabelung auf dem Asphaltweg bleiben und sich an dem Stadel mit der gelben Markierung orientieren. Neben den Almhütten verleihen gerade die zahlreichen kleinen Scheunen der Landschaft hier einen ganz besonderen, lieblichen Reiz. Bänke laden zum Rasten und Schauen ein.

Im Anschluss an eine Linkskehre ist der „Alpgang“ zwei Mal angeschrieben. An der Stelle in gut 1100 Metern Höhe wechselt man zu einem Steig, um auf der kleinen Rundtour zu bleiben und nicht auf die große Alpschleife zu geraten.
Wir tauchen rasch wieder in den Wald ein, allerdings ändert sich der Charakter der Wanderung nun schlagartig. Der Steig zieht den Hang entlang über der Schlucht des Rehmer Bachs mit geringem Höhenverlust zum Bach hinunter. Jenseits geht es erneut hinauf, die gesamte Passage ist – obwohl nicht zwingend notwendig – mit Seilen zum Halten gesichert.

Wir erreichen eine feuchte Wiese und werden gleich mit dem Hinweis „Jahr und Tag“ zu einem kleinen Feldstadel wenige Meter abseits der Route dirigiert – eine der Stationen des Themenwegs. In der alten Heuhütte auf Wika – so heißt die Parzelle – gewähren alte Gebrauchsgegenstände, Werkzeuge und Kleidungsstücke einen Einblick in Lebenswelt und Alltagskultur der Menschen am Berg und auf der Alm – zumindest jener in früheren Zeiten.

Heuzug und Alpfahrt

Zurück auf der eigentlichen Strecke folgt man der roten Markierung aufwärts zu einer einsamen Fichte in der Wiese. In einem Stein darunter lässt sich eine Infotafel herausziehen. Darauf steht Wissenswertes über Heuzug und Alpfahrt. Etwa an dem Punkt ist die höchste Stelle (1180 m) der Runde erreicht. Ungefähr 1¼ Stunden beträgt die Gehzeit bis hierher.

Ein paar Meter weiter dreht die Tour um, der „Alpgang“ leitet in der Sumpfwiese wieder abwärts. Es dauert nicht lange, ehe uns abermals ein Steig ziemlich direkt im Wald hinunter bringt, einen Bach überquert und auf freies Gelände trifft. Jetzt den nächsten Stein mit Infotafel nicht übersehen, wer Spannendes über die Lebernauer Viehweide erfahren will.

Über einen Fahrweg geht es dann an den Rand einer Wiese. Knapp vor dem „Hotel am Holand“ leitet ein Steig beschildert („Alpgang“) rechts zu einer kleinen Kapelle in der Wiese im Hang. Unmittelbar vor der Kapelle finden sich Informationen über den Flachsanbau in früheren Jahren.

Unterhalb der Wiese sind wir zurück in Rehmen und folgen – ebenfalls gut bezeichnet – im Ort dem Fahrweg abwärts, um ganz zum Schluss bei der Brücke wieder auf die ursprüngliche Route zu treffen – darauf zurück zur Kirche. Nach insgesamt gut zwei Stunden sollte der Ausgangspunkt schließlich erreicht sein.

 

Talort: Au im Bregenzer­wald, Ortsteil Rehmen
Ausgangspunkt: Kirche in Rehmen (825 m), kostenlose Parkmöglichkeiten bei der Kirche
Strecke: Gemeindestraße, Feldweg, Steig
Höhenunterschied: je knapp 400 Höhenmeter in Auf- und Abstieg (gesamte Runde)
Entfernungskilometer: rund 4,5 km (gesamte Runde)
Gehzeit: gut 2 Stunden (gesamte Runde)
Voraussetzung: keine besonderen Voraussetzungen erforderlich
Kinder: ab dem Kleinkindalter
Mountainbuggy: nein
Ausrüstung: festes Schuhwerk
Einkehrmöglichkeit: in Rehmen bzw. Au
Anreise: mit Öffis Landbus 40 von Dornbirn zum Hotel Schiff in unmittelbarer Nähe vom Ausgangspunkt

01.10.2016

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