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Auf die aussichtsreiche Sonnenterrasse

Einem Aussichtsbalkon über dem Walgau ähnelt der Ludescherberg. Dort oben lässt sich am Ziel einer bequemen Winterwanderung an schönen Tagen Sonne pur genießen und das nahende Frühjahr spüren.

Wir fahren von Ludesch ins Große Walsertal Richtung Raggal. In knapp 800 Meter Höhe befindet sich am Taleingang in Bofel bei einem ehemaligen Gasthaus der Ausgangspunkt für unsere Winterwanderung. Nicht zu übersehen ist hier der große Holzlagerplatz direkt gegenüber. Dort gibt es Parkmöglichkeiten für das Auto.

Man folgt bei der ehemaligen Einkehr dem beschilderten Winterwanderweg nach Ludescherberg. Dabei sind wir lange Zeit auf der alten Raggalerstraße unterwegs, von der nur noch ein breiter Feldweg übrig geblieben ist. Bis 1925 stellte sie von Ludesch aus den Hauptzugang ins Große Walsertal dar. Heute braucht niemand mehr Autoverkehr fürchten.

Die Route führt gleich vorbei an der ehemaligen Liftstation und zunächst als breiter Fußweg sanft ansteigend taleinwärts. Jetzt im März zur Zeit der Schneeschmelze empfiehlt sich festes Schuhwerk ganz besonders, um sich keine kalten Füße zu holen.

Weg des Wassers

Die Strecke mündet bald in einen Fahrweg. An der Stelle heißt es, sich weiter an „Alte Raggalerstraße“ beziehungsweise „Ludescherberg“ zu orientieren. Wir wandern gemütlich im lichten Wald über bezaubernde Lichtungen empor. Eigentlich würde sich die Bezeichnung „Weg des Wassers“ für die Tour anbieten, rinnen doch unzählige kleine Bächlein die Wiesenhänge herab. Außerdem säumen zahlreiche Scheunen die Route und verleihen der Landschaft zusätzlich herrlich pittoresken Charakter.

Im ersten Abschnitt geht es stets sanft ansteigend und in gleichbleibender Richtung dahin. In der Folge legt der Weg dann eine Rechtskehre ein; bald darauf beim Punkt „Vieus“ (845 Meter) abermals an „Ludescherberg“ halten – und wenig später an einer verwirrenden Stelle vor einer Lichtung geradeaus und auf einen orangen Stock zugehen.

Wir gelangen in gut 1000 Meter Höhe zu einem Haus mit einem Wirtschaftsgebäude, spazieren dazwischen hindurch und kommen zu einer schmalen, asphaltierten Straße. Hier in Falazera liegen taleinwärts die ersten Häuser von Raggal bereits zum Greifen nah.

Die Wanderung ändert an dem Punkt bis ans Ziel ihre Richtung – es geht jetzt talauswärts („Ludescherberg“). Man spaziert nun auf der bloß sporadisch befahrenen Straße überwiegend im freien Gelände dahin (stets auf der Straße bleiben). Etwas mehr als eine halbe Stunde beträgt die Gehzeit noch zum Aussichtsbalkon Ludescherberg.

Bergflanken des Walserkamms

Links oben „zieren“ notwendige Lawinenverbauungen die steilen Hänge unterhalb des Hohen Fraßens, jenseits des Großen Walsertals präsentieren sich die sonnigen Bergflanken des Walserkamms. An einer Straßenteilung in 1100 Meter ist schließlich „Ludescherberg“ zweimal angeschrieben. Hier gilt es, die abwärts führende Variante zu nehmen. Ein großes Schild kündigt gleich danach an, dass bis zur Jausenstation Berghof, unserem eigentlichen Ziel, noch rund 900 Entfernungsmeter fehlen.

Dieses allerletzte Stück verläuft ein wenig hinunter. Mit jedem Schritt nähert man sich der grandiosen Aussicht über den Walgau und das Rheintal bis hin zu den ersten Schweizer Bergen. Die Tour leitet in dem Bereich außerdem in dünn besiedeltes Gebiet. Insgesamt gut eineinhalb Stunden dauert die Wanderung zur Jausenstation Berghof, die sich in 1090 Meter Höhe in einer alten Walsersiedlung befindet. Speis und Trank, im Optimalfall eine große Portion Frühjahrssonne sowie das grandiose Panorama bilden den krönenden Abschluss dieser Tour zwischen Winter und Frühjahr.

Gestärkt machen wir uns auf den Rückweg und folgen derselben Route zurück. Nach etwa einer Stunde und 15 Minuten sollte der Ausgangspunkt wieder erreicht sein.

 

Talort: Ludesch (555 m)
Ausgangspunkt: Ehemaliges Gasthaus beziehungsweise Holzlagerplatz (Parkmöglichkeit am Holzlagerplatz) in Bofel (760 m) am Eingang zum Großen Walsertal
Strecke: Winterwanderweg (abschnittsweise wenig befahrene Straße)
Höhenunterschied: rund 350 Hm
Entfernungskilo­meter: rund 10 km (hin und retour)
Gehzeit: Aufstieg: rund eineinhalb Std.; Abstieg: etwa eine Std. und 15 min.
Voraussetzung: Grundmaß an Ausdauer
Kinder: ab dem Kleinkindalter
Mountainbuggy: bei aperen Verhältnissen
Ausrüstung: Festes Schuhwerk
Einkehrmöglich­keiten: Jausenstation Berghof, Tel. 0664/5969009; Mittwoch, Donnerstag Ruhetag
Anreise mit Öffis: zum Ausgangspunkt nicht möglich

04.03.2017

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