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Russland-Sanktionen kosten Jobs

Die EU-Sanktionen gegen Russland und Putins Gegenmaßnahmen haben etwa im Jahr 2015 innerhalb der Europäischen Union einen Schaden von 17,6 Milliarden Euro angerichtet. Das besagt eine Ende 2016 erstellte WIFO-Studie.

Im vergangenen Jahr befand sich Russland in einer Rezession, die mit knapp minus einem Prozent jedoch wesentlich geringer ausfiel als jene im Vorjahr (knapp minus vier Prozent). Russland überstand somit das zweite Krisenjahr nach Einführung der Sanktionen und dem Ölpreissturz ohne einen Wirtschaftskollaps befürchten zu müssen. Künftig wird aber mit geringen Wachstumsraten gerechnet. Für 2017 ist eine Wirtschaftsstagnation beziehungsweise ein minimales Wachstum (+0,9 Prozent) prognostiziert.

Als Folge auf die Ereignisse in der Ukraine im Jahr 2014 hat die EU Sanktionen gegen Russland erlassen. Russland erließ noch im August desselben Jahres Gegensanktionen in Form von Importverboten im Lebensmittel- und Agrarbereich. Diese wurden per Erlass des Präsidenten Putin vergangenen Sommer bis Ende dieses Jahres verlängert.

Ende 2016 veröffentlichte das österreichische Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) eine Studie zu den Auswirkungen der Russland-Sanktionen. Laut WIFO beläuft sich der EU-weite Schaden durch die Sanktionen auf 17,6 Milliarden Euro beziehungsweise circa 400.000 Beschäftigungsverhältnisse. Der österreichische Gesamteffekt, gemessen an der Bruttowertschöpfung, beläuft sich auf rund 550 Millionen Euro Schaden (inklusive Exportrückgang) für das Jahr 2015. Etwa 7000 Arbeitsplätze gingen bislang verloren.

Das Vertrauen der russischen Unternehmen in die europäischen und amerikanischen Partner ist getrübt, Aufträge wurden gegen Ende des letzten Jahres zunehmend zugunsten von russischen Firmen sowie Unternehmen aus Staaten vergeben, die keine Handelsembargos eingeführt haben. Im Rahmen der Fußball-WM 2018 investiert Russland 2017 verstärkt in die Verbesserung seiner Infrastruktur an den elf Austragungsorten. Österreichische Firmen können vom Um- und Neubau nur in begrenztem Ausmaß profitieren, da neben dem ungünstigen Rubelkurs seitens der Regierung Vorgaben gemacht wurden, die heimischen Anbietern den Vorzug gewähren. Anders als in Sotschi beteiligen sich bis dato kaum private Investoren und der Großteil des Geldes kommt bislang vom Staat.

Außenhandel mit Russland

„Österreichs Außenhandel mit Russland ist von Januar bis Oktober 2016 um weitere 5,3 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro gesunken. 2012 lag das Außenhandelsvolumen mit 7,28 Milliarden Euro auf einem Allzeithoch“, wie Rudolf Lukavsky, Österreichs Wirtschaftsdelegierter in Moskau, berichtet. Dagegen scheinen sich die Vorarlberger Exporte nach Russland wieder etwas zu erholen. Noch im Jahre 2014 brachen die Vorarlberger Exporte nach Russland um 34 Prozent auf rund 163 Millionen Euro ein. Christina Marent, Leiterin der Außenwirtschaft Vorarlberg in der Wirtschaftskammer, dazu: „Auf österreichischer Seite sind in erster Linie Lebensmittelexporte betroffen, besonders etwa der Fleischexport nach Russland.

Indirekt setzen unseren Zulieferern auch die Rückgänge der deutschen Exportwirtschaft nach Russland stark zu – und hier insbesondere bei den deutschen Kfz- und Maschinen-Exporten.“ Von 2014 auf 2015 verringerten sich die Exporte um minus 26 Prozent auf rund 120 Millionen Euro Warenwert nochmals dramatisch. 2013 lag die Exportsumme bei knapp 245 Millionen Euro. Ein Jahr später war die Russische Föderation Vorarlbergs zehntwichtigster Exportmarkt, 2015 nur aber mehr an 15. Stelle. Doch nun könnte sich eine leichte Trendwende abzeichnen. Im ersten Halbjahr 2016 wuchsen die Vorarlberger Exporte um 13,4 Prozent auf 60 Millionen.

01.04.2017

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