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Frühlingserwachen im Auer Ried

Im Auer Ried lässt sich das Erwachen des Frühlings besonders intensiv spüren. Eine Wanderung durch das gleichnamige Naturschutzgebiet und durch die Argenschlucht bietet eindrucksvolle Eindrücke in Natur- und Kulturlandschaften sowie in die Geologie des Bregenzerwalds.

Der Ausgangspunkt dieser Tour befindet sich an der Faschinastraße wenige Meter nach den letzten Häusern von Au bei der Brücke über den Argenbach. Hier kann man das Auto ganz gut abstellen.
Wir überqueren den Bach, rechter Hand der Straße (aufwärts betrachtet) beginnt der bezeichnete „Lehrpfad Auer Ried“. Die Route führt über Fußwege und Steige zunächst gemütlich im lichten Wald empor (stets der Markierung beziehungsweise Bezeichnung folgend). Wir überqueren dann auf einem Steg ein Bächlein und gelangen bald in herrliche Hangwiesen – der Kernbereich des Auer Rieds. Auf Infotafeln des Lehrpfads lässt sich allerlei Wissenswertes erfahren. Das Auer Ried ist ein Naturschutzgebiet und typisches Dokument einer rücksichtsvoll naturnah genutzten Kulturlandschaft. Streu- und Magerwiesen, Baumgruppen und Einzelbäume, Gebüsche, trockene Hügelkuppen und feuchtnasse Hänge, Bäche und Heuhütten bilden ein abwechslungsreiches Nebeneinander.

Mehr als 50 gefährdete Pflanzen wachsen im Ried, im Frühjahr geben die Himmelschlüssel den Ton an. Nördlich beziehungsweise nordwestlich über uns baut sich die Kanisfluh, eines der Wahrzeichen des Bregenzerwalds, auf. Sie zeigt uns ihr sanfteres, im Sommer grün bewachsenes Gesicht im Gegensatz zur steilen, jäh abfallenden Felswand im Norden. Östlich von Au liegt im Hintergrund im Talboden der Bregenzerach eingebettet das pittoreske Örtchen Schoppernau.

Der – im wahrsten Sinn des Wortes – Höhepunkt der Tour befindet sich in rund 1050 Meter Höhe. Ab hier leitet die Route wieder sanft durch die Wiesen hinab. Dabei orientiert man sich an „Au“ beziehungsweise „Argenbachtal“. Wir erreichen die Faschinastraße, überqueren sie und spazieren entlang der Straße wenige Meter hinauf bis knapp vor die Bushaltestelle, wo die Strecke linker Hand bezeichnet hinunterführt.

Ein Güterweg verläuft nun an einigen Gebäuden vorbei abwärts zu einem Wald, durch den sich dann in zahlreichen Serpentinen ein Steig Meter für Meter hinab in das Naturdenkmal Argenschlucht schlängelt. Unten angekommen zeigt sich ein toller landschaftlicher Kontrast: Der Argenbach schießt zunächst wie aus einem Schlitz durch die Felsen heraus, ehe er kurz danach in einem weiten Bachbett durch die ab hier breite Schlucht fließt.

Naturdenkmal Argenschlucht

Auf dem „Auer Ried Rundweg“ geht es jetzt neben dem Bach fast eben flussabwärts. In der Schlucht werden niemandem die markanten Querschichtungen in den steilen Felswänden östlich über dem Gewässer verborgen bleiben. Der Argenbach hat sich über Millionen von Jahren während mehrerer Zwischeneiszeiten in diese Kalkschichten eingeschnitten und legte dabei die rund 100 Meter hohen, senkrechten Wände frei, in denen die Gesteinsschichtungen wie gestapelte Blöcke sichtbar werden. Freilich lagern sie schräg, denn die Gewalt der Gebirgsfaltung schob sie gegeneinander in die Höhe.
Gemütlich folgen wir dem Bach, bis wir wieder den Ausgangspunkt erreicht haben. Das letzte Highlight der Rundtour, die sich ideal auch für Familien mit Kleinkindern eignet, stellt ein historisches, nach wie vor in Betrieb befindliches Kleinkraftwerk dar. Es wurde bereits im Jahr 1900 errichtet. Die heute erzeugte Jahressstrommenge von 380.000 Kilowattstunden entspricht etwa dem Jahresbedarf von 80 durchschnittlichen Haushalten.

Ungefähr zwei Stunden gilt es für die abwechslungsreiche Runde, die keinerlei Schwierigkeiten beinhaltet, einzuplanen. Wer möchte, spaziert noch in die Ortschaft Au. Zum Einkehren oder einfach, um die zahlreichen malerischen alten Häuser und Höfe zu bestaunen.

Talort: Au im Bregenzerwald (800 m)
Ausgangspunkt: Brücke über den Argenbach (rund 840 m) an der Faschinastraße in Au
Strecke: Steig, Fußweg, Wiesenweg, Güterweg
Höhenunterschied: je und 200 Höhenmeter im Auf- bzw. Abstieg
Entfernungskilo­meter: rund 4 ½ Kilometer
Gehzeit: rund 2 Stunden
Voraussetzung: keine besonderen Voraussetzungen erforderlich
Kinder: ab dem Kleinkindalter
Mountainbuggy: nein
Ausrüstung: festes Schuhwerk
Einkehrmöglich­keiten: Diverse in Au
Anreise mit Öffis: Linienbusverbindung von Dornbirn nach Au bzw. aus dem Walgau nach Au

01.04.2017

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