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Denkmalpflege – ein Anachronismus im 21. Jahrhundert?

Ist Bewahren und Festhalten am Alten heute noch zeitgemäß? Gerade im Hinblick auf Nachhaltigkeit und den sparsamen Umgang mit Ressourcen, mit Grund und Boden ein eindeutiges JA. Die in der Denkmalpflege verwendeten Materialien kommen großteils aus der Region (Holz, Kalk, Lehm, Sand), Vieles wird wiederverwendet – Kunststofffenster und Styroporfassaden sind gänzlich tabu. Ein maßvoller Umgang macht zwar aus einem Altbau kein Passivhaus, ermöglicht jedoch deutliche Verbesserungen, behagliches Wohlgefühl und vor allem Unverwechselbarkeit.

Wenn auch sicher kein bedeutender Wirtschaftsfaktor, so fördert die Denkmalpflege hauptsächlich Klein- und Mittelbetriebe, die sich auf historische Handwerkstechniken besonnen haben. Stellvertretend für viele andere Bau- und Werkstoffe ist Holz in der Vorarlberger Denkmalpflege unbestritten die Nummer Eins: Zimmerer, Tischler und Schindler arbeiten seit alters auf hohem Niveau.

Heutige und frühere Ansprüche in technischer und ästhetischer Art an die Gebäude haben sich gewandelt. Mit dem Denkmalschutz sollen einerseits Nutzungsänderungen ermöglicht werden, gleichzeitig soll sichergestellt sein, dass die Eingriffe das Wesen des Denkmals, nämlich die Substanz und das überlieferte Erscheinungsbild, nicht gravierend beeinträchtigen. Ein nicht immer ganz einfacher Balanceakt: Für die einen re-agieren wir zu konservativ, für die anderen sollte alles gänzlich unverändert bleiben. Doch auch hier gilt: Die einzige Konstante ist der Wandel.

Die Stadtensembles von Hohenems und Feldkirch oder die umgenutzten Industrieareale im Land zeigen, dass sich Denkmalschutz und Wirtschaftlichkeit nicht ausschließen und so entsteht immer wieder neues Leben in alten Gemäuern.

03.06.2017

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Barbara Keiler

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