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Herausforderung Gesundheit

Unsere Wirtschaft lebt vom Wachstum. Wirtschaftswachstum schafft Arbeitsplätze und Wohlstand. Wirtschaftliche Stagnation bedroht Arbeitsplätze, belastet das Pensionssystem und das Gesundheitssystem. Die Prinzipien des Wirtschaftslebens können auch auf das Gesundheitswesen angewandt werden und beeinflussen zunehmend die ärztliche Versorgung.

Ein Prinzip zur Wachstumssicherung ist Effizienzsteigerung. Das bedingt eine zunehmende Beschleunigung der Arbeitsabläufe und eine Verknappung der Zeit. Bei der ärztlichen Behandlung ist dies mit einem Qualitätsverlust verbunden. Kranke Menschen sind sehr auf eine persönliche ärztliche Zuwendung angewiesen – und diese erfordert Zeit. Eine Effizienzsteigerung durch Rationierung der ärztlichen Zuwendung trifft Schwerstkranke und betagte Patienten am stärksten. Die Ökonomisierung aller Lebensbereiche sowie Berichte über den rasanten medizinischen Fortschritt fördern bei Gesunden gelegentlich eine Art Supermarkt-Mentalität, vor allem bei Auftreten von Bagatellbeschwerden. Dies wiederum führt zu einer finanziellen Belastung des Gesundheitswesens, vor allem dann, wenn notwendige Regelungen zur Patientenversorgung umgangen werden. Häufig führt dies auch zu einer vermeidbaren Belastung des ärztlichen Personals, etwa in Spitalsambulanzen, und zu einer sinkenden Arbeitszufriedenheit in der hausärztlichen Primärversorgung.

Wesentlich für die Wirtschaft und die künftige ärztliche Versorgung sind gut ausgebildete Nachwuchskräfte. Die junge Ärztegeneration hat eine hohe Erwartungshaltung an ärztliches Handeln: Gute Aus- und Fortbildungsbedingungen, moderne Behandlungsmöglichkeiten und ausreichend Zeit für Kranke werden von ihr erwartet. Hier sind alle beteiligten Partner gefordert, die optimalen Rahmenbedingungen zu schaffen.

03.06.2017

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Michael Jonas

Facharzt für Innere Medizin und Präsident der Ärztekammer für Vorarlberg

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