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Eine rosa Handtasche

Hiobsbotschaft: Im Bundesheer wird ab sofort nicht mehr gegendert. „Feministische Sprachvorgaben zerstören die gewachsene Struktur unserer Muttersprache bis hin zur Unlesbarkeit und Unverständlichkeit“, stellte Verteidigungsminister Mario Kunasek dieser Tage fest. Und fügte an, dass das Binnen-I aus dem olivgrünen Wortschatz verbannt werde, konkret „sämtliche Formulierungen beim Bundesheer, die den Sprachfluss unnötig beeinträchtigen“.
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etzt muss man dem Militär schon sehr nahestehen, um die Worte Bundesheer und Sprachfluss miteinander in Verbindung bringen zu können, aber sei’s drum; Kunasek wurde von diversen sprachlichen Sittenwächtern harsch kritisiert. Das „Frauennetzwerk Medien“ verlieh dem Minister jedenfalls, kein Witz, „das rosa Handtaschl“ – ein Schmähpreis, mit dem, per Definition, offenkundig sexistische Äußerungen von Personen des öffentlichen Lebens ausgezeichnet werden. Ob Kunasek die rosa Handtasche zur nächsten Truppenparade trägt, ist nicht bekannt. Aber sein herrschaftlicher Verbalradikalismus ist so oder so ein Fehler, der gendergerechte Ausdruck „Der/die Soldat*In_nen“ hätt’ schon auch etwas gehabt. Schade eigentlich.

02.06.2018

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Andreas Dünser

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