Zitate

Dieselben Leute, die für sich zurecht jede Meinungs­freiheit in Anspruch nehmen, rufen nach der Zensur, wenn ein anderer seine Meinung vertritt.

Hans Winkler,  Journalist

Es wird eine kommerzialisierte Form der Weiblichkeit verherrlicht, Abweichungen werden abgewertet.

Laura Wiesböck, Soziologin

Ich lese keine Kommentare. Warum soll ich mich von wildfremden Leuten beschimpfen lassen? Auf der Straße würde man sich das auch nicht anhören.

Katrin Bauerfeind, Moderatorin

Innenminister Kickl hätte gern, dass ihm das Recht folgt. Obwohl es bei FPÖ-Politikern ja meist besser funktioniert, wenn es sie verfolgt.

Rainer Nikowitz, Satiriker

 

Politiker, die an der Macht sind, können ihre Sache einfach nicht gut machen: Manchen wird ihr Handeln, anderen ihr Nichthandeln angelastet.

Julia Ebner, Extremismusforscherin

Die intensive Beschäftigung mit dem Widerlichen kann auch eine heilende Wirkung haben.

Andreas G. Weiß, Theologe

Wir sind das verkrampfteste Volk, das auf der ganzen Welt herumläuft.

Annegret Kramp-Karrenbauer, CDU-Vorsitzende, über die Deutschen

Die permanente Wiederholung von Halbwahrheiten und Lügen ist extrem wirksam. Irgendwann werden sie in der Wahrnehmung der Menschen zur Realität.

Giovanni di Lorenzo, Publizist

Es ist wichtig, den Pluralismus und die Toleranz zu retten. Was bloß nervt, rechtfertigt keinen Kulturkampf.

Robert Treichler, Journalist

 

In einer Ära, in der die Solidarität völlig verloren gegangen ist, sind viele damit zufrieden, dass es anderen immerhin noch schlechter geht.

Karl-Markus Gauß, Schriftsteller

 

in den Mund gelegt

Quergedacht

Julia Weger
06.05.2019
Freudvoll feiern: Für Mensch und Umwelt!

Feiern oder tagen und dabei die Umwelt schonen...

Feiern oder tagen und dabei die Umwelt schonen: Ist das nicht ein Widerspruch? Veranstaltungen haben einen nicht unerheblichen ökologischen Fußabdruck. Doch mittlerweile gibt es vielfältige Möglichkeiten, um auch hier nachhaltig zu handeln.
Bei einer nachhaltig organisierten Veranstaltung setzt man sich bewusst mit den einzusetzenden Ressourcen auseinander. Neben Klima- und Umweltschutz sind vor allem die regionale Wertschöpfung und Sozialverträglichkeit Elemente, die es zu beachten gilt. Man verlässt dabei die Straße der Gewohnheit und begibt sich auf neue Wege. Dass dies nicht immer einfach ist, ist klar. Sich auf Neues einzulassen bedeutet zu Beginn meist einen Mehraufwand. Doch genau diese Auseinandersetzung bietet große Chancen für einen ganzheitlich nachhaltigen Erfolg der Veranstaltung – für die Menschen, die Umwelt und die regionale Wirtschaft. Denn die Praxis zeigt, dass „grüne“ Veranstaltungen meist von einer Qualitätssteigerung profitieren und in weiterer Folge zufriedene Gäste zu Umsatzsteigerungen führen können. Und das wiederum widerspricht dem größten Gegenargument, das nachhaltig organisierte Veranstaltungen per se viel zu teuer sind.
Doch was genau macht es aus? Gerne hier ein paar Beispiele. Saisonale Produkte, gepaart mit Kreativität, bringen unvergessliche Gerichte auf den Tisch, ansprechende Angebote zur An- und Abreise fallen positiv auf und ein durchdachter Entsorgungsplan beziehungsweise das bewusste Vermeiden von Abfällen sorgen dafür, dass überfüllte Müllcontainer, mit Plastikbechern verschmutzte Festwiesen und horrende Entsorgungskosten der Vergangenheit angehören. 
Nachhaltig feiern und tagen ist somit keineswegs ein Widerspruch, sondern eine perfekte Kombination, die sich lohnt.

Rudolf Sagmeister
06.05.2019
Visionär Kalb, in Wien gefeiert

Quergedacht“ nennt sich diese Rubrik, ein...

Quergedacht“ nennt sich diese Rubrik, ein Querdenker war Edmund Kalb (1900-1952) zeitlebens. Ab Ende Mai ist nun im Leopold-Museum eine umfassende Werkschau zu sehen. Kalb zählt zu den faszinierendsten Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Sein Werk von über tausend Selbstbildnissen blieb der größeren Öffentlichkeit weitgehend unbekannt. Von 1926 bis 1930 zwischen der Freiheit an der Kunstakademie München, der geistigen Enge seiner Heimatstadt Dornbirn und der Einsamkeit des Bergdorfs Ebnit pendelnd, entwickelte er sein zeichnerisches Können bis zur völligen Abstraktion. Kompromiss- und schonungslos arbeitete er, um alle Mittel der grafischen Darstellung auszuloten als „Konzeptkünstler“. Sein Ziel war, den Vorgang des Denkens selbst sichtbar zu machen und schlussendlich nur noch abstrakte „Energie“ auf das Papier zu bringen, um dann die bildende Kunst als reines Denken weiterzuführen. Zeitlebens verkaufte er kein Werk, dokumentierte aber fotografisch sein Schaffen und korrespondierte auf Esparento mit Künstlerkollegen weltweit. Mathematik, Mechanik, Wahrnehmungspsychologie, Atomphysik, Weltraumtechnik und Pflanzenzucht bestimmten ab 1930 sein Denken und prägten zuvor schon seine Selbstbildnisse. Hier finden sich Übereinstimmungen mit Künstlern der russischen Avantgarde. Mit Schiele verbindet ihn die Faszination am Selbstbildnis, die Kompromisslosigkeit und die Heftigkeit des Schaffens in kurzer Zeit. Seine Unnachgiebigkeit und Widerstand gegen jede falsche Autorität brachten ihm mehrere Monate Militärgefängnis in der NS-Zeit wegen Befehlsverweigerung und mehrere Monate Gefängnis mit verschärftem Kerker wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt und Beamtenbeleidigung in der Nachkriegszeit ein. Dies führte auch zu seinem frühen Tod 1952. Sein Schaffen wurde erst posthum entdeckt und gewürdigt. 

Clarissa Steurer
06.05.2019
Die Reise zur zündenden Idee

Eltern, Tanten, Bruder – mit Unternehmern bin...

Eltern, Tanten, Bruder – mit Unternehmern bin ich aufgewachsen. Früh lernt man die Höhen und Tiefen kennen. Ich war neugierig und beeindruckt, was sie leisten. Bald war klar: Das will auch ich. Mein eigenes Unternehmen. An Ideen hat es nicht gemangelt, gezündet hat keine so wirklich, das hat mich oft enttäuscht. Aber um den Sprung in die Selbstständigkeit zu wagen, muss eine Idee schon Funken schlagen. Wenn man sich von hochgezogenen Augenbrauen abbringen lässt, stimmt etwas wohl noch nicht ganz. Skeptische Blicke sind auch bei dem Wunsch, Korkteppich zu entwickeln, nicht ausgeblieben. Für mich war es aber DIE Idee und die fragenden Gesichter waren mir plötzlich egal.
Viele wissen früh, was sie konkret machen möchten – ich musste mich erst auf eine Reise begeben. Eine lange Reise. Und ganz ehrlich: Ich hatte viele Jobs. Mit den Visitenkarten könnte ich ein kleines Büchlein füllen. Meistens waren sie spannend und wenn nicht: Dazugelernt habe ich immer.
Man muss aufmerksam bleiben, oft sind es die kleinen Dinge, die irgendwann wichtig werden. Sei es nur die Erkenntnis, wo die eigenen Schwächen liegen. Ich bin auch für die negativen Erfahrungen dankbar, denn gelegentliches Hinfallen bringt einen weiter, als „Everybody’s Darling“ zu sein. Mir war klar: Irgendwann werde ich meine eigene Idee umsetzen, nicht die der anderen. Konzerne und Start-ups finden sich auf meinem Weg ebenso wie die Medienwelt und Werbeagenturen. Was ich dabei vor allem gelernt habe? Alle kochen nur mit Wasser. Wenn du etwas machen willst, glaub daran. Wenn dir eine Idee fehlt, halt die Augen offen. Gute Einfälle kommen oft, wenn man nicht damit rechnet. Wie bei mir – am Abend auf der Couch beim Fernsehen. Denn bis dahin war Kork für mich auch nichts anderes als ein Flaschenverschluss.

Matthias Neustädter
06.05.2019
Was das Volk will

Was haben Barbara Kappl, Georg Mayer und Paul...

Was haben Barbara Kappl, Georg Mayer und Paul Rübig gemeinsam? Sie sind Abgeordnete im Europaparlament. Das wussten Sie nicht? Ich auch nicht. Wahrscheinlich macht das auch nichts. Am 26. Mai werden wieder Menschen gewählt, von denen wir nichts mehr hören werden. Aber dabei wäre es doch wichtig, dass wir erfahren, wie sie sich für uns einsetzen. 
Verhält es sich auf regionaler Ebene anders? Setzen sich die Landtagsabgeordneten für uns ein? Das hieße zuerst einmal: Hören sie uns wirklich zu? Und sagen Sie jetzt bloß nicht, die Bürger sind so politverdrossen, denen ist eh alles wurscht. Das stimmt nicht. Ich habe durch meine Arbeit viel mit den Menschen zu tun, sie sagen mir ihre Meinung. Natürlich gibt es Nörgler, aber gerade die wissen oft sehr gut Bescheid. Menschen sind allenfalls parteiverdrossen, aber sie sind interessiert und informiert.
Wir Radioleute haben einen wichtigen Grundsatz: Unterschätze niemals den Hörer. Diesen Rat gebe ich gerne an unsere Volksvertreter weiter: Unterschätze niemals deine Wähler. Hör ihnen zu, aktiv und interessiert: Was wollen die Menschen? Sie wollen Lösungen von Problemen, Antworten auf ihre Fragen und Sicherheit für die Zukunft. Ein gutes Beispiel ist die Problematik der Kälbertransporte. Da verstehen die Menschen in Vorarlberg keinen Spaß. Wer Tierleid verhindert, der gewinnt. Ehrliches, erkennbares Bemühen ist mehr wert als jedes Wahlplakat.
Bei den Landtagswahlen im Herbst bekommt die schwarz-grüne Landesregierung ihr Zeugnis. Haben Wallner, Rauch und Co. den Menschen zugehört und zumindest versucht, ihre Probleme zu lösen? Überteuerte Mieten, Migration, Grünzone und Bodenknappheit fallen mir als erstes ein. Leider ist zu befürchten, dass auch der Wahlkampf diese Fragen nicht beantworten wird.

Marion Reichart
05.04.2019
Die Welt erstickt im Müll

Tagtäglich werden wir mit Schreckensbildern...

Tagtäglich werden wir mit Schreckensbildern konfrontiert: Zugemüllte Strände, quadratkilometergroße Plastikteppiche im Meer, qualvoll verendete Meerestiere und Vögel – mittlerweile ist so ziemlich jedem klar, dass uns unser Konsumverhalten in eine brenzlige Lage gebracht hat. Drei Viertel des Abfalls, der in den Meeren treibt, besteht aus Plastik. Derzeit liegt die Jahresproduktionsmenge von Plastikverpackungen bei etwa 78 Millionen Tonnen und obwohl die Gefahr mittlerweile erkannt wurde, ist die Tendenz weiter steigend. Eine einfache Plastikflasche benötigt 450 Jahre, bis sie vollständig zersetzt sein wird, eine Plastiktüte etwas weniger. Experten gehen davon aus, dass der größte Teil des jemals produzierten Kunststoffs noch immer existiert. Auf seinem jahrhundertelangen Weg bis zur vollständigen Zersetzung zerfällt Plastik zu immer kleineren Partikeln, welche man sekundäres Mikroplastik nennt. Durchschnittlich 13.000 Plastikmüllpartikel treiben auf jedem Quadratkilometer Meeresoberfläche. Die kleinen Teilchen werden von Meerestieren und Vögeln aufgenommen und stellen eine große Bedrohung für sämtliche marinen Ökosysteme und auch für uns Menschen dar, da sie über die Nahrungskette schließlich auf unseren Tellern landen. Forscher haben mittlerweile Mikroplastik in Stuhlproben von Menschen gefunden. Ob und wie diese Plastikpartikel in unserem Körper wirken, kann niemand mit Gewissheit sagen. Nachdem China im letzten Jahr beschlossen hat, nicht länger die Müllkippe der Welt sein zu wollen – seit 1992 hat das Land etwa 45 Prozent des weltweiten, recycelbaren Kunststoffmülls aufgenommen –, werden wir in den kommenden Jahren umso mehr gefordert sein, die Plastikflut einzudämmen. Das Fazit muss in jedem Fall lauten: Wir müssen weniger Müll produzieren! Vermeiden, reduzieren und Unvermeidliches konsequent recyceln – jeder einzelne ist gefordert.

Elmar Zech
05.04.2019
Gedanken zur Bürokratie

Jeder von uns ist mit Situationen konfrontiert...

Jeder von uns ist mit Situationen konfrontiert, die er als bürokratisch empfindet. Wenn wir dem begegnen wollen, ist eine wichtige Voraussetzung, das Problem und die Verantwortlichkeit klarzustellen. Wer beispielsweise den Vorwurf erhebt, dass bei einem Betriebsanlagenverfahren zu viele Sachverständige beigezogen sind, ist eingeladen, das direkt der Behörde im konkreten Verfahren mitzuteilen. Der Kreis der Sachverständigen ist sorgfältig gewählt. Eine seriöse Behörde wird aber im Fall einer Beschwerde den gesetzlichen und inhaltlichen Spielraum neuerlich prüfen, die Auswahl begründen oder gegebenenfalls Änderungen vornehmen. 
Zu Recht kritisieren wir die Normenflut. Beispielsweise umfasst allein das Veterinärrecht 72 Gesetze oder Verordnungen. Die aktuelle Kodex-Ausgabe, die nur die Gesetzes- und Verordnungstexte ohne Kommentar enthält, weist 1072 Seiten auf. Hinzu kommen zahlreiche europäische Rechtsvorschriften, die teilweise unmittelbar anzuwenden sind.
Geregelt sind dabei nicht nur die „klassischen“ Themen des Veterinärrechts wie Tierhaltung, Tierschutz, Tiertransporte, Tierseuchenbekämpfung, Tierkennzeichnung und die Fleischuntersuchung. Komplexe Bestimmungen gelten auch für den Umgang mit tierischen Abfällen und regeln die Anforderungen für das internationale und innerstaatliche Inverkehrbringen von Samen, Eizellen und Embryonen. Die Gesetzesflut ist auch Ausdruck unserer komplexen Lebenssachverhalte.
Anregungen an den Gesetzgeber zur Vereinfachung oder Streichung von Normen sind für den Bürger sehr schwer umzusetzen. 
Einen gewissen Trost darf uns die Erkenntnis geben, dass gesetzliche Regelungen der notwendige Preis dafür sind, unser hohes Gut der Rechtsstaatlichkeit sicherzustellen.

Ingrid Böhler
05.04.2019
(K)eine Universität für Vorarlberg

Als im Februar in den Medien zu lesen war,...

Als im Februar in den Medien zu lesen war, dass die Ländle-SPÖ dafür eintritt, Vorarlberg zum Universitätsstandort aufzuwerten, rief dies bei jenen, die mit der jüngeren Geschichte der hiesigen Bildungspolitik vertraut sind, wohl Erinnerungen an frühere Vorstöße wach. Schon in den 1970ern initiierte die SPÖ eine intensive Debatte über die Gründung von Hochschuleinrichtungen. Dass bis auf das Studienzentrum Bregenz, das sehr zum Missfallen der Landesregierung als „Vorposten“ der Fernuni Hagen 1981 seine Türen öffnete, nichts aus dem Plan wurde, universitäre Ausbildungsstätten in Vorarlberg zu etablieren, lag vor allem am Widerstand der ÖVP.
Bekanntermaßen wiederholt sich die Geschichte nicht. Heute argumentiert die SPÖ anders als damals. Sie fordert die Ergänzung der regionalen Bildungslandschaft um ein universitäres Angebot, damit junge dynamische Menschen, die das wirtschaftsstarke Vorarlberg in Zeiten rapiden Wandels benötigt, nicht abwandern. In den 1970ern ging es auch um das Dableiben, aber nicht um das Dableiben-Sollen, sondern das Dableiben-Müssen. Für Jugendliche aus einkommensschwachen und bildungsfernen Schichten, für die das kostspielige Studium außerhalb des Landes nicht infrage kam, sollten Möglichkeiten vor Ort geschaffen werden. Dass die Chancengleichheit – damals ein zentraler Bezugspunkt der SPÖ-Konzepte für den Hochschulausbau – nicht mehr ins Treffen geführt wird, liegt nicht zuletzt an einer veränderten Ausgangslage. Seit den 1990ern können an der FHV in Dornbirn und seit 2007 an der PHV in Feldkirch akademische Abschlüsse erworben werden. Da die heutige Konkurrenz- und Ellenbogen-Gesellschaft auch den tertiären Bildungssektor der Kommerzialisierung aussetzt, ist das Thema Chancengleichheit aber weiterhin nicht vom Tisch.

Beate Fetz
05.04.2019
Aufstockung ist alternativlos!

Seit fünf Jahren müssen am Gymnasium Schoren...

Seit fünf Jahren müssen am Gymnasium Schoren Schülerinnen und Schüler in Container ausquartiert werden. Für 36 Klassen stehen 28 Räume zur Verfügung. Der laufende Schulbetrieb kann nur durch etliche Wander- und vier Containerklassen mühevoll aufrechterhalten werden. Die Schule platzt aus allen Nähten, es mangelt an Computerarbeitsplätzen und sie bietet kein räumliches Potenzial für moderne Pädagogik, digitale Unterrichts- oder Prüfungsformen oder Ganztagesmodelle. Man hangelt sich von einem Provisorium zum anderen. Trauriges Detail am Rande: Vorarlberg weist eine extrem hohe Dichte an Containerklassen an Bundesschulen auf.
Etliche Bildungsministerinnen und -minister kamen und gingen, Landesrätinnen und -räte für Bildung ebenso. Die Jahre vergingen. Ich frage jetzt nicht, warum der Bund so lange nicht reagiert hat. Auch nicht, warum die Verantwortlichen im Land sich erst jetzt in aller Deutlichkeit und öffentlich für eine Aufstockung aussprechen, seit wir Eltern fast 800 Unterschriften gesammelt, dem Minister übergeben und medial Druck gemacht haben. Im Gegenteil, es freut mich, dass die Interessen der Schulen jetzt auch im Ministerium verstanden wurden und Bewegung in die Thematik gekommen ist. 
Die bisher diskutierte Clusterschule mit dem Sportgymnasium Dornbirn wird es aus diversen Gründen nicht geben. Deshalb wird unsere jahrelange Forderung nach einer Aufstockung erneut laut. Die Alternative wäre schmerzhaft: Weniger Schülerinnen und Schüler im Gymnasium Schoren. Konkret: Ab September 2019 könnten dann nur mehr drei erste Klassen aufgenommen werden. 
Unser Gymnasium ist eine einzigartige Schule, die sich über Jahre sehr erfolgreich entwickelt hat. Wir Eltern hoffen auf die einzig vernünftige und alternativ­lose Lösung: Eine Aufstockung und Erweiterung am Schoren!​

Daniela Egger
01.03.2019
Noten als Motivations­bremse

Stellen Sie sich vor, Sie sind ein engagierter...

Stellen Sie sich vor, Sie sind ein engagierter Mensch mit innovativen Ideen, Sie sind eine der Zugkräfte für die Weiterentwicklung Ihres Bereichs. Das bedeutet, Sie starten Projekte, die manchmal nicht gleich vom Fleck kommen, die aber ein großes Potential besitzen. Sie wollen, dass Ihr Unternehmen zu den Gewinnern gehört und Sie sind selbst eine oder einer davon.

Neuerdings hat aber die Regierung Ihres Landes beschlossen, sich in die Unternehmenspolitik einzumischen und Ziffernnoten statt Mitarbeitergespräche anzuordnen. Sie erhalten also kurz vor Ihrem Sommerurlaub ein Zeugnis mit Noten anstatt des jährlichen Gesprächs. Diese Ziffer beschäftigt Sie, während Sie am Strand liegen. Sie haben hart gearbeitet und viel geleistet, fast alles ist gelungen, manches nicht – und Sie wissen sehr genau, warum eines der Projekte nicht funktioniert hat. Im Jahr davor haben Sie sich mit Ihrem Vorgesetzten darüber ausgetauscht, welche Maßnahmen man allgemein ergreifen könnte, Sie haben von ihm gehört, dass er Ihre Anstrengung gesehen hat und dass er Ihren Wert kennt.

Diesmal haben Sie eine DREI erhalten, kein Gespräch. Ihr Vorgesetzter wird demnächst in Pension gehen, sein Nachfolger wird sich die Unterlagen ansehen und die DREI zur Kenntnis nehmen. Sie wissen gleichzeitig, dass der Kollege nebenan, der nie im Leben etwas Innovatives entwickeln wird, eine EINS bekam. Er hat ja auch nichts riskiert. Der Nachfolger ihres Vorgesetzten wird die beiden Noten vergleichen, und Ihr Sommer­urlaub wird immer mehr zu einem Strategieworkshop. Sie werden eventuell auf der Strandliege beschließen, im nächsten Jahr lieber kein Risiko mehr einzugehen und es Ihrem Kollegen gleichzutun – schließlich möchten Sie Ihren Job behalten. Vorerst.

www.prim-online.at

Johann Punzenberger
01.03.2019
KlimaCent – Sinn oder Unsinn von Zahlungen

Wenn eine CO2-Kompensation kein „Freikaufen“...

Wenn eine CO2-Kompensation kein „Freikaufen“ oder billiger Schuldenablass sein soll, braucht es zwei gesicherte Wirkungen: Einerseits gilt es, eine Dynamik im Aufbau einer regionalen CO2-neutralen Wirtschaft zu sichern, andererseits ist der Druck für die politischen Rahmenbedingungen zum Ausstieg aus der atomaren/fossilen Energieversorgung zu stärken. Der KlimaCent der AEEV kombiniert beide Anliegen.

Freiwillige Ersatzzahlungen für selbst verursachte CO2-Emissionen sind derzeit in Mode, fallen jedoch unter die Kategorie „greenwashing“: Mit teilweise lächerlichen Geldbeträgen wird der Eindruck vermittelt, dass man alle „Hausaufgaben“ erfüllt habe. Über Zertifikate mit verschiedenen „Qualitätssiegeln“ werden Zahlungen für teilweise fragwürdige Projekte im Ausland geleistet, anstatt die Energiewende vor Ort zu beschleunigen.

Die Plattform KlimaCent geht einen wirkungsvolleren Weg: regional, innovativ und ehrlich. Es gilt, vorrangig die wirtschaftliche Grundlage für regionale Klimaschutzprojekte zu verbessern – und gleichzeitig eine politische Getragenheit für die Beseitigung der Marktverzerrungen zu schaffen: Denn noch immer werden Atomkraftwerke ohne Haftpflichtversicherung betrieben – und noch immer werden 50-mal mehr öffentliche Steuergelder für Öl/Gas/Kohle ausgeschüttet als für die Förderung von erneuerbarer Energie. Wenn die Innovationskraft und die Dynamik der Wirtschaft für den Klimaschutz aktiviert werden soll, dann brauchten wir nur eines: echte und große Schritte zur Kostenwahrheit. Wir brauchen keine Förderprogramme, sondern einen fairen Wettbewerb. Der Markt schafft ganz von alleine das effektivste und effizienteste Energiesystem. Dann wird die Eigenversorgung mit regionaler erneuerbarer Energie der logische und kostengünstige Selbstläufer.

www.klimacent.at

Autoren & Redaktion