Zitate

Etwas weniger Aktionismus auf Seiten der Guten wäre mitunter ratsam.

Rosemarie Schwaiger, Journalistin

 

Die Inflation der Information erzeugt leider eine Deflation des Handelns: Je mehr man weiß, umso weniger passiert.

Franz Kühmayer, Trendforscher

Jede Ideologie, die bisher das Paradies auf Erden schaffen wollte, brachte nur die Hölle zustande.

Gerhard Roth, Autor

 

Wenn alle Zäune umgerissen sind, dann ist es egal, wer am Tor Wache hält.

Andreas Unterberger, Journalist

 

Ja, keiner von uns ist moralisch überlegen. Aber heißt das im Umkehrschluss, dass es keine Moral mehr geben darf?

David Schalko, Regisseur

 

Bei uns studieren zu viele das Falsche und das zu lange.

Willi Gantner, mehrfacher Gründer

 

Satire ist die Blaupause einer liberalen Gesellschaft. Dort, wo sie scheel angesehen wird, ist der Wurm drin.

Gregor Seberg, Kabarettist

Eigentlich bin ich ganz anders, ich komme nur so selten dazu.

Ödön von Horvath, Schriftsteller (1901 – 1938)

 

Was ich mache, polarisiert, doch meine Art der Interviewführung wäre bei der BBC bloß ein Kindergeburtstag.

Armin Wolf, ORF-Anchorman

Dieselben Leute, die für sich zurecht jede Meinungs­freiheit in Anspruch nehmen, rufen nach der Zensur, wenn ein anderer seine Meinung vertritt.

Hans Winkler,  Journalist

in den Mund gelegt

Quergedacht

Renate Hammerer
30.05.2019
Dialog als Antwort auf Komplexität?

In Organisationen beobachten wir...

In Organisationen beobachten wir Beschleunigung. Digitalisierung als Treiber, Überforderung der Menschen durch Innovation. Die Antwort ist noch höhere Taktung und Forderung nach raschen Entscheidungen. Zeit fehlt! Gleichzeitig wird nach Kooperation gerufen. Achtsamkeitstrainings und Entschleunigungs-Beratungen schießen aus dem Boden.
Ein Widerspruch in sich? Oder sollten wir mal querdenken? Erzählt von Heinz von Foerster: Der kleine Sohn kam tränenüberströmt von der Schule nach Hause. „Was gab’s?“ „Ich musste eine Stunde lang in der Ecke stehen!“ „Ja warum?“ „Die Lehrerin hat gesagt, ich sei frech.“ „Ja wieso?“ „Sie hat gefragt: „Wieviel ist 2 mal 3?“ Ich habe aufgezeigt. „Also wieviel?“ Ich sagte: „3 mal 2“. Alle haben gelacht, und ich musste in die Ecke.“ Ich hörte diese Trauerbotschaft und meinte, seine Antwort wäre ganz richtig, aber könnte er es auch beweisen? Er nahm ein Stück Papier, macht darauf zwei Reihen mit je drei Punkten: „Das ist 2 mal 3, sagte er, drehte das Blatt um 90 Grad. „Das ist 3 mal 2.“ Die Lehrerin wusste offenbar nicht um die Bedeutung des kommutativen Gesetzes der Multiplikation Bescheid.
Nicht Multiplikation, der Umgang mit Zeit ist das Thema in Organisationen. Überlegen wir daher, wann wir die Zeit als Time-Box nutzen und wann wir dem Thema die notwendige Zeit geben. Wann ist Diskussion zieldienlich und wann Dialog? Beim Dialog nehmen sich die Protagonisten die Zeit, die ein Gedankenaustausch braucht (Kairos): Er ist zu Ende, wenn er zu Ende ist. Bei der Diskussion haben sie bereits zu Beginn einen fixen Endpunkt für den Austausch (Kronos). 
Was Menschen berichten, die beides nutzen und für komplexe Fragen den Dialog als Format wählen: „Plötzlich hat uns die Lösung gefunden und die Entscheidung war klar.“

Christian Feurstein
30.05.2019
(Warum) braucht Vorarlberg ein Industriemuseum?

Museen für Kunst, Natur- und Landeskunde sind...

Museen für Kunst, Natur- und Landeskunde sind in Vorarlberg längst etabliert. Dagegen spielt die Industrie, welche das Land seit rund zwei Jahrhunderten prägt, ein bescheidenes Dasein. Anläufe zur Gründung eines Industriemuseums in den vergangenen Jahrzehnten verliefen im Sand. Immerhin wurde ein Wirtschaftsarchiv mit einem inzwischen beachtlichen Fundus aufgebaut. In jüngster Zeit sind die Bestrebungen nach einem Museum wieder aufgelebt.
Unbestritten ist, dass ein Industriemuseum nicht nur Technik vermitteln sollte. Soziale Wechselwirkungen, politische und kulturelle Zusammenhänge sind wichtige Aspekte. Und ebenso wenig dürfte man sich auf eine Präsentation der Historie beschränken. Das Industriemuseum böte idealerweise Raum für gegenwärtige Entwicklungen und Zukunftsperspektiven. Ein Ort für Themen, die derzeit aus Sicht vieler Menschen von Politik und Wirtschaft ausgehandelt werden und ein Gefühl der Ohnmacht auslösen.
Auszuloten ist, ob es einen zentralen Standort für ein Museum benötigt. Bereits jetzt widmen sich verschiedene Einrichtungen im Land industriegeschichtlichen Themen. In Hard gibt es ein Textildruckmuseum, in Frastanz ein Elektromuseum, Lustenau beschäftigt sich mit der Stickereigeschichte, die Mohrenbrauerei hat jüngst eine Biererlebniswelt eingerichtet etc. Hier kommt aber auch die Depotfrage für gesammelte Objekte ins Spiel, die ohne zentrale Stätte kaum zu lösen ist.
Entscheidend ist, dass Akteure und Betroffene von Industrie mit im Boot sind, also wir alle. Eine derzeit laufende Initiative des Wirtschaftsarchivs Vorarlberg widmet sich genau diesem Punkt. Unter der Internetadresse meinindustrie.museum ist jeder eingeladen, mit einem kurzen Text und Foto einzutragen, was seiner Ansicht nach in ein Vorarlberger Industriemuseum gehört.

Erwin Mohr
30.05.2019
Der europäische Traum

Der amerikanische Erfolgsautor Jeremy Rifkin...

Der amerikanische Erfolgsautor Jeremy Rifkin beschreibt in seinem gleichnamigen Buch den europäischen Traum als erstrebenswerter als etwa den amerikanischen Traum (vom Tellerwäscher zum Millionär) oder irgendeine andere nationale Vision auf unserer Erde. Er geht sogar so weit zu sagen, dass es ein Segen für die ganze Welt wäre, wenn die europäische Vision einer „leisen Supermacht“ auch in anderen Kontinenten Platz greifen würde. Nicht Waffen, Aufrüstung und Krieg entsprechen dem europäischen Traum, sondern Freiheit, Demokratie, Menschenrechte, Solidarität und friedliches Zusammenleben vieler Völker und Nationen seit 70 Jahren! Dies alles entstand aus der blutigen Erfahrung von zwei Weltkriegen und 65 Millionen Toten. Der australische Historiker Christopher M. Clark sieht im europäischen Modell „einen Akt transnationalen politischen Willens, der zu den größten Errungenschaften der Geschichte der Menschheit gehört“. Am Beginn dieser Entwicklung standen sich die jahrhundertelangen Todfeinde Deutschland und Frankreich gegenüber und reichten sich die Hand zum Frieden. Persönlichkeiten wie Schumann, De Gaulle, Adenauer ermöglichten diesen Traum, der Europa Frieden und noch nie da gewesenen Wohlstand brachte. 
Heute stehen wir an einem Wendepunkt: Stirbt der europäische Traum? Gibt es eine Renaissance der Grenzen, Kleingeister und Nationalkaiser, welche die europäische Idee dem Nationalismus opfern? Fast scheint es so. 
Oder setzen sich doch jene durch, die an die große Idee eines geeinten Europas als Vorbild und eines Friedensstifters in der Welt glauben und daran arbeiten. Was würde es für unsere Erde bedeuten, wenn es in Afrika, Südamerika oder Asien ein ähnliches Modell gäbe? Das wäre vielleicht der ultimative Menschheits-Traum!

Andreas Salcher
30.05.2019
Kennen Sie Fauja Singh?

Fauja Singh wurde als Sohn eines Bauern in...

Fauja Singh wurde als Sohn eines Bauern in Indien geboren. Bis zum Alter von 81 Jahren bewirtschaftete er in seiner Heimat einen Kleinbauernhof unter schwierigsten Bedingungen. Nach dem Tod seiner Frau zog er zu seinen Kindern nach Großbritannien. Dort begann er zu laufen und er trainierte täglich. Im Jahre 2000, im Alter von 89 Jahren, bestritt er dann seinen ersten Marathon in London. 
Ich habe aus dieser Geschichte zwei Dinge gelernt:
Erstens: Wenn man mich, bevor ich diese Geschichte gelesen habe, gefragt hätte, ob es möglich ist, mit 89 Jahren seinen ersten Marathon zu laufen, hätte ich ziemlich sicher mit „NEIN!“ geantwortet. Ich hätte meine wenigen Vorstellungen von Menschen im Alter von 89 Jahren hervorgeholt und festgestellt, dass das Bild eines 89-jährigen Marathonläufers nicht mit meiner Wirklichkeit übereinstimmt. Ich habe gelernt, mir immer wieder der Grenzen der eigenen konstruierten Wirklichkeit bewusst zu werden und zuzulassen, dass es darüber hinaus noch mehr geben kann.
Zweitens: Fauja Singh hat so sehr an sich und seine eigenen Fähigkeiten geglaubt, dass ihm etwas Außerordentliches gelungen ist. Ich habe gelernt, dass mit der richtigen Einstellung und dem Glauben an sich selbst fast jeder Mensch in der Lage ist, Außerordentliches zu leisten. 
Mein Thema ist die Digitalisierung. Ich erlebe immer wieder Menschen, die Angst vor den Auswirkungen der Digitalisierung haben. Digitalisierung ist die Zukunft, die Gegenwart und war auch schon die Vergangenheit. Mein Appell ist, die eigenen Ängste zu überwinden und den gedanklichen Spielraum so zu erweitern, dass die Chancen erkennbar werden. Mit dem starken Glauben an sich selbst kann man neue Fähigkeiten erwerben, die einen in die Zukunft tragen können.

Julia Weger
06.05.2019
Freudvoll feiern: Für Mensch und Umwelt!

Feiern oder tagen und dabei die Umwelt schonen...

Feiern oder tagen und dabei die Umwelt schonen: Ist das nicht ein Widerspruch? Veranstaltungen haben einen nicht unerheblichen ökologischen Fußabdruck. Doch mittlerweile gibt es vielfältige Möglichkeiten, um auch hier nachhaltig zu handeln.
Bei einer nachhaltig organisierten Veranstaltung setzt man sich bewusst mit den einzusetzenden Ressourcen auseinander. Neben Klima- und Umweltschutz sind vor allem die regionale Wertschöpfung und Sozialverträglichkeit Elemente, die es zu beachten gilt. Man verlässt dabei die Straße der Gewohnheit und begibt sich auf neue Wege. Dass dies nicht immer einfach ist, ist klar. Sich auf Neues einzulassen bedeutet zu Beginn meist einen Mehraufwand. Doch genau diese Auseinandersetzung bietet große Chancen für einen ganzheitlich nachhaltigen Erfolg der Veranstaltung – für die Menschen, die Umwelt und die regionale Wirtschaft. Denn die Praxis zeigt, dass „grüne“ Veranstaltungen meist von einer Qualitätssteigerung profitieren und in weiterer Folge zufriedene Gäste zu Umsatzsteigerungen führen können. Und das wiederum widerspricht dem größten Gegenargument, das nachhaltig organisierte Veranstaltungen per se viel zu teuer sind.
Doch was genau macht es aus? Gerne hier ein paar Beispiele. Saisonale Produkte, gepaart mit Kreativität, bringen unvergessliche Gerichte auf den Tisch, ansprechende Angebote zur An- und Abreise fallen positiv auf und ein durchdachter Entsorgungsplan beziehungsweise das bewusste Vermeiden von Abfällen sorgen dafür, dass überfüllte Müllcontainer, mit Plastikbechern verschmutzte Festwiesen und horrende Entsorgungskosten der Vergangenheit angehören. 
Nachhaltig feiern und tagen ist somit keineswegs ein Widerspruch, sondern eine perfekte Kombination, die sich lohnt.

Rudolf Sagmeister
06.05.2019
Visionär Kalb, in Wien gefeiert

Quergedacht“ nennt sich diese Rubrik, ein...

Quergedacht“ nennt sich diese Rubrik, ein Querdenker war Edmund Kalb (1900-1952) zeitlebens. Ab Ende Mai ist nun im Leopold-Museum eine umfassende Werkschau zu sehen. Kalb zählt zu den faszinierendsten Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Sein Werk von über tausend Selbstbildnissen blieb der größeren Öffentlichkeit weitgehend unbekannt. Von 1926 bis 1930 zwischen der Freiheit an der Kunstakademie München, der geistigen Enge seiner Heimatstadt Dornbirn und der Einsamkeit des Bergdorfs Ebnit pendelnd, entwickelte er sein zeichnerisches Können bis zur völligen Abstraktion. Kompromiss- und schonungslos arbeitete er, um alle Mittel der grafischen Darstellung auszuloten als „Konzeptkünstler“. Sein Ziel war, den Vorgang des Denkens selbst sichtbar zu machen und schlussendlich nur noch abstrakte „Energie“ auf das Papier zu bringen, um dann die bildende Kunst als reines Denken weiterzuführen. Zeitlebens verkaufte er kein Werk, dokumentierte aber fotografisch sein Schaffen und korrespondierte auf Esparento mit Künstlerkollegen weltweit. Mathematik, Mechanik, Wahrnehmungspsychologie, Atomphysik, Weltraumtechnik und Pflanzenzucht bestimmten ab 1930 sein Denken und prägten zuvor schon seine Selbstbildnisse. Hier finden sich Übereinstimmungen mit Künstlern der russischen Avantgarde. Mit Schiele verbindet ihn die Faszination am Selbstbildnis, die Kompromisslosigkeit und die Heftigkeit des Schaffens in kurzer Zeit. Seine Unnachgiebigkeit und Widerstand gegen jede falsche Autorität brachten ihm mehrere Monate Militärgefängnis in der NS-Zeit wegen Befehlsverweigerung und mehrere Monate Gefängnis mit verschärftem Kerker wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt und Beamtenbeleidigung in der Nachkriegszeit ein. Dies führte auch zu seinem frühen Tod 1952. Sein Schaffen wurde erst posthum entdeckt und gewürdigt. 

Clarissa Steurer
06.05.2019
Die Reise zur zündenden Idee

Eltern, Tanten, Bruder – mit Unternehmern bin...

Eltern, Tanten, Bruder – mit Unternehmern bin ich aufgewachsen. Früh lernt man die Höhen und Tiefen kennen. Ich war neugierig und beeindruckt, was sie leisten. Bald war klar: Das will auch ich. Mein eigenes Unternehmen. An Ideen hat es nicht gemangelt, gezündet hat keine so wirklich, das hat mich oft enttäuscht. Aber um den Sprung in die Selbstständigkeit zu wagen, muss eine Idee schon Funken schlagen. Wenn man sich von hochgezogenen Augenbrauen abbringen lässt, stimmt etwas wohl noch nicht ganz. Skeptische Blicke sind auch bei dem Wunsch, Korkteppich zu entwickeln, nicht ausgeblieben. Für mich war es aber DIE Idee und die fragenden Gesichter waren mir plötzlich egal.
Viele wissen früh, was sie konkret machen möchten – ich musste mich erst auf eine Reise begeben. Eine lange Reise. Und ganz ehrlich: Ich hatte viele Jobs. Mit den Visitenkarten könnte ich ein kleines Büchlein füllen. Meistens waren sie spannend und wenn nicht: Dazugelernt habe ich immer.
Man muss aufmerksam bleiben, oft sind es die kleinen Dinge, die irgendwann wichtig werden. Sei es nur die Erkenntnis, wo die eigenen Schwächen liegen. Ich bin auch für die negativen Erfahrungen dankbar, denn gelegentliches Hinfallen bringt einen weiter, als „Everybody’s Darling“ zu sein. Mir war klar: Irgendwann werde ich meine eigene Idee umsetzen, nicht die der anderen. Konzerne und Start-ups finden sich auf meinem Weg ebenso wie die Medienwelt und Werbeagenturen. Was ich dabei vor allem gelernt habe? Alle kochen nur mit Wasser. Wenn du etwas machen willst, glaub daran. Wenn dir eine Idee fehlt, halt die Augen offen. Gute Einfälle kommen oft, wenn man nicht damit rechnet. Wie bei mir – am Abend auf der Couch beim Fernsehen. Denn bis dahin war Kork für mich auch nichts anderes als ein Flaschenverschluss.

Matthias Neustädter
06.05.2019
Was das Volk will

Was haben Barbara Kappl, Georg Mayer und Paul...

Was haben Barbara Kappl, Georg Mayer und Paul Rübig gemeinsam? Sie sind Abgeordnete im Europaparlament. Das wussten Sie nicht? Ich auch nicht. Wahrscheinlich macht das auch nichts. Am 26. Mai werden wieder Menschen gewählt, von denen wir nichts mehr hören werden. Aber dabei wäre es doch wichtig, dass wir erfahren, wie sie sich für uns einsetzen. 
Verhält es sich auf regionaler Ebene anders? Setzen sich die Landtagsabgeordneten für uns ein? Das hieße zuerst einmal: Hören sie uns wirklich zu? Und sagen Sie jetzt bloß nicht, die Bürger sind so politverdrossen, denen ist eh alles wurscht. Das stimmt nicht. Ich habe durch meine Arbeit viel mit den Menschen zu tun, sie sagen mir ihre Meinung. Natürlich gibt es Nörgler, aber gerade die wissen oft sehr gut Bescheid. Menschen sind allenfalls parteiverdrossen, aber sie sind interessiert und informiert.
Wir Radioleute haben einen wichtigen Grundsatz: Unterschätze niemals den Hörer. Diesen Rat gebe ich gerne an unsere Volksvertreter weiter: Unterschätze niemals deine Wähler. Hör ihnen zu, aktiv und interessiert: Was wollen die Menschen? Sie wollen Lösungen von Problemen, Antworten auf ihre Fragen und Sicherheit für die Zukunft. Ein gutes Beispiel ist die Problematik der Kälbertransporte. Da verstehen die Menschen in Vorarlberg keinen Spaß. Wer Tierleid verhindert, der gewinnt. Ehrliches, erkennbares Bemühen ist mehr wert als jedes Wahlplakat.
Bei den Landtagswahlen im Herbst bekommt die schwarz-grüne Landesregierung ihr Zeugnis. Haben Wallner, Rauch und Co. den Menschen zugehört und zumindest versucht, ihre Probleme zu lösen? Überteuerte Mieten, Migration, Grünzone und Bodenknappheit fallen mir als erstes ein. Leider ist zu befürchten, dass auch der Wahlkampf diese Fragen nicht beantworten wird.

Marion Reichart
05.04.2019
Die Welt erstickt im Müll

Tagtäglich werden wir mit Schreckensbildern...

Tagtäglich werden wir mit Schreckensbildern konfrontiert: Zugemüllte Strände, quadratkilometergroße Plastikteppiche im Meer, qualvoll verendete Meerestiere und Vögel – mittlerweile ist so ziemlich jedem klar, dass uns unser Konsumverhalten in eine brenzlige Lage gebracht hat. Drei Viertel des Abfalls, der in den Meeren treibt, besteht aus Plastik. Derzeit liegt die Jahresproduktionsmenge von Plastikverpackungen bei etwa 78 Millionen Tonnen und obwohl die Gefahr mittlerweile erkannt wurde, ist die Tendenz weiter steigend. Eine einfache Plastikflasche benötigt 450 Jahre, bis sie vollständig zersetzt sein wird, eine Plastiktüte etwas weniger. Experten gehen davon aus, dass der größte Teil des jemals produzierten Kunststoffs noch immer existiert. Auf seinem jahrhundertelangen Weg bis zur vollständigen Zersetzung zerfällt Plastik zu immer kleineren Partikeln, welche man sekundäres Mikroplastik nennt. Durchschnittlich 13.000 Plastikmüllpartikel treiben auf jedem Quadratkilometer Meeresoberfläche. Die kleinen Teilchen werden von Meerestieren und Vögeln aufgenommen und stellen eine große Bedrohung für sämtliche marinen Ökosysteme und auch für uns Menschen dar, da sie über die Nahrungskette schließlich auf unseren Tellern landen. Forscher haben mittlerweile Mikroplastik in Stuhlproben von Menschen gefunden. Ob und wie diese Plastikpartikel in unserem Körper wirken, kann niemand mit Gewissheit sagen. Nachdem China im letzten Jahr beschlossen hat, nicht länger die Müllkippe der Welt sein zu wollen – seit 1992 hat das Land etwa 45 Prozent des weltweiten, recycelbaren Kunststoffmülls aufgenommen –, werden wir in den kommenden Jahren umso mehr gefordert sein, die Plastikflut einzudämmen. Das Fazit muss in jedem Fall lauten: Wir müssen weniger Müll produzieren! Vermeiden, reduzieren und Unvermeidliches konsequent recyceln – jeder einzelne ist gefordert.

Elmar Zech
05.04.2019
Gedanken zur Bürokratie

Jeder von uns ist mit Situationen konfrontiert...

Jeder von uns ist mit Situationen konfrontiert, die er als bürokratisch empfindet. Wenn wir dem begegnen wollen, ist eine wichtige Voraussetzung, das Problem und die Verantwortlichkeit klarzustellen. Wer beispielsweise den Vorwurf erhebt, dass bei einem Betriebsanlagenverfahren zu viele Sachverständige beigezogen sind, ist eingeladen, das direkt der Behörde im konkreten Verfahren mitzuteilen. Der Kreis der Sachverständigen ist sorgfältig gewählt. Eine seriöse Behörde wird aber im Fall einer Beschwerde den gesetzlichen und inhaltlichen Spielraum neuerlich prüfen, die Auswahl begründen oder gegebenenfalls Änderungen vornehmen. 
Zu Recht kritisieren wir die Normenflut. Beispielsweise umfasst allein das Veterinärrecht 72 Gesetze oder Verordnungen. Die aktuelle Kodex-Ausgabe, die nur die Gesetzes- und Verordnungstexte ohne Kommentar enthält, weist 1072 Seiten auf. Hinzu kommen zahlreiche europäische Rechtsvorschriften, die teilweise unmittelbar anzuwenden sind.
Geregelt sind dabei nicht nur die „klassischen“ Themen des Veterinärrechts wie Tierhaltung, Tierschutz, Tiertransporte, Tierseuchenbekämpfung, Tierkennzeichnung und die Fleischuntersuchung. Komplexe Bestimmungen gelten auch für den Umgang mit tierischen Abfällen und regeln die Anforderungen für das internationale und innerstaatliche Inverkehrbringen von Samen, Eizellen und Embryonen. Die Gesetzesflut ist auch Ausdruck unserer komplexen Lebenssachverhalte.
Anregungen an den Gesetzgeber zur Vereinfachung oder Streichung von Normen sind für den Bürger sehr schwer umzusetzen. 
Einen gewissen Trost darf uns die Erkenntnis geben, dass gesetzliche Regelungen der notwendige Preis dafür sind, unser hohes Gut der Rechtsstaatlichkeit sicherzustellen.

Autoren & Redaktion