Zitate

Immer stärker nervt eine seit Jahren stetig größer werdende Gruppe der Gesellschaft, die sich dauersensibel von allem genervt fühlt.

Burkhard Voß, Psychiater und Buchautor

Man darf von der Politik nicht erwarten, dass sie alle Probleme löst, aber zumindest ein lautes Nachdenken über die Themen, die uns in den nächsten Jahrzehnten beschäftigen werden, würde ich gerne vernehmen.

Thomas Maurer, Kabarettist

Da regen sich die Leute über die Frage auf, ob Intelligenz erblich sein kann, statt zu fragen, wie es diesbezüglich um die Blödheit bestellt ist.

Wolf Lotter, Kolumnist

Die meisten überdurchschnittlich witzigen Menschen waren an irgendeinem Punkt ihres Lebens mal unterdurchschnittlich glücklich.

Sophie Passmann, Kabarettistin

Moralismus ist der Triumph der guten Gesinnung über die Gesetze des Verstandes.

Hermann Lübbe, Philosoph

Gewaltenteilung? Kickl hält Montesquieu offenbar für einen französischen Käse.

Christoph Winder, Kolumnist

 

Skandal ist Ansichtssache.

Roland Hitzler, Soziologe

 

Oft ist es schwer, den politischen Diskurs in Österreich nicht mit dem in Absurdistan zu verwechseln.

Anton Pelinka, Politikwissenschaftler

Kann Journalismus bitte wieder mehr sein, als die schnellste Mutmaßung zu äußern und das erste Foto zu veröffentlichen?

Patricia Cammarata, Bloggerin

 

Für Fans abgehobener Regierungsstile und für geborene Untertanen sind dies gewiss fantastische Zeiten.

Christoph Winder, Kolumnist

in den Mund gelegt

Quergedacht

Manfred Hämmerle
04.02.2019
Samra macht ihren Weg

Samra, eine Schülerin einer vierten Klasse der...

Samra, eine Schülerin einer vierten Klasse der HAK Bregenz, erhielt kürzlich von der Nationalbank 1000 Euro, weil sie fleißig, zielstrebig und sozial engagiert ist. Eine Lehrperson aus der Mittelschule Lochau empfahl ihr damals, die Handels­akademie zu besuchen. Darüber ist sie froh, denn sie hätte sich das nicht zugetraut.

Jetzt beginnt wieder die Anmeldezeit für weiterführende Schulen. Insbesondere für Eltern, deren Kinder die vierte Klasse Volksschule besuchen, ist diese Zeit mit einem gewissen Stress verbunden. „Wird es mein Kind ins Gymnasium schaffen?“, ist die Frage. Dabei zeigen die Daten der Berufsbildenden Schulen, dass diese Frage überschätzt wird. Viele ehemalige Schülerinnen und Schüler der Mittelschulen sind wie Samra: Sie bewähren sich in unseren Schulen und sie haben – bei entsprechenden Noten – die Möglichkeit, in alle Oberstufenformen Vorarlbergs zu wechseln. Man kann also die Zehnjährigen mit gutem Gewissen in ihrer bewährten Umgebung eine gute Mittelschule besuchen lassen. Es ist wichtig für diese Schulen, dass sie Zugpferde in der Klasse haben. Die Politik hat die Verantwortung, die Mittelschulen zu stärken und nicht durch zusätzliche Angebote weitere Konkurrenz zu schaffen.

Übrigens: Samras Vater ist aus Bosnien zugezogen. Er arbeitet seit vielen Jahren in einem Vorarlberger Industriebetrieb. Man darf zusätzlich noch von einer gelungenen Integrationsgeschichte erzählen und außerdem berichten, dass viele junge Menschen mit Migrationshintergrund den Weg Neue Mittelschule und dann BHS wählen. Und das ist gut so, weil Samra und alle anderen einen Beruf erlernen und zusätzlich eine höhere Bildung erhalten. Durch die neue Reife- und Diplomprüfung ist die Vergleichbarkeit mit Absolventinnen und Absolventen der AHS garantiert.

Marion Kaufer
04.02.2019
Digitalisierungs– = Bibliotheks–Offensive?

Die „Digitale Agenda Vorarlberg“ zeigt...

Die „Digitale Agenda Vorarlberg“ zeigt umfassend die Mechanismen der digitalen Transformation sowie geplante Strategien und Ziele auf. Gesellschaft und Wirtschaft gilt es auf den Medienwandel, disruptive Technologien und anstehende Änderungen vorzubereiten. Ich sehe in dem Strategiepapier an vielen Stellen die ausdrücklichen Kompetenzen von Bibliotheken angesprochen – lese das Wort aber nicht ein einziges Mal.

Bibliotheken traf und trifft der Medienwandel unmittelbar und allumfassend. Die hybride Bibliothek fasst digitale und analoge Angebote unter einem virtuellen wie physischen Dach zusammen. Datenverarbeitung und -aufbereitung sind wesentliche Fertigkeiten von Bibliotheken. Es ist das ureigenste Aufgabengebiet von Bibliothekarinnen und Bibliothekaren, sich der Sammlung, Strukturierung, Hierarchisierung, Präzisierung und Auswertung von Daten zu widmen. Bibliotheken leisteten bereits seit Anfang der 1980er-Jahre beispielsweise mit ersten Datenbankabfragen Pionierarbeit im Bereich der Digitalisierung.

Allerdings erscheinen Bibliotheken als Nachzügler in puncto Marketing und Öffentlichkeitsarbeit. Im Rahmen der vorwissenschaftlichen Arbeit an AHS ist die Vorarlberger Landesbibliothek beispielsweise im Lehrplan verankert – offensichtlich aber nicht in den Köpfen. In meinen Augen kann eine Digitalisierungsoffensive nur dann gelingen, wenn sie alle Ressourcen im Lande fördert und fordert. Gerade Bibliotheken können zur Verbesserung der Medienkompetenz, zum Umgang und zur Bewertung digitaler Informationen, zur Befähigung einer Übersicht, Filterung und Strukturierung der Datenflut beitragen. Insofern sollte die Digitalisierungsoffensive auch zu einer Bibliotheksoffensive werden – die Kompetenzen von Bibliotheken nutzend und ihre Infrastruktur fördernd.

Armin Paul
04.02.2019
Ist weniger mehr?

Macht Besitz glücklich oder ist es eine...

Macht Besitz glücklich oder ist es eine Illusion? Die Frage nach dem Verhältnis zu Konsum und Besitz ist in unserer Wohlstandsgesellschaft nach wie vor aktuell. Laut Medienberichten können sich immer mehr Menschen viel mehr leisten, sie werden aber dadurch nicht zufriedener. Im Gegenteil: Seelische Erkrankungen werden unter anderem auf übermäßigen Konsum zurückgeführt. Fordert die Erfüllung unserer materiellen Wünsche ihren Tribut? Auf das soeben gestillte Bedürfnis folgt der nächste Wunsch. Unweigerlich setzt sich eine Spirale nach immer mehr und mehr in Gang. Übrig bleibt oft nur eine Leere.

Als Kind konnte ich mit dem Märchen „Hans im Glück“ der Brüder Grimm nichts anfangen. Für mich war Hans ein Tölpel, der sich von jedem über den Tisch ziehen lässt. Dabei musste Hans doch recht klug gewesen sein – hätte ihn sein Herr sonst so reichlich mit einem großen Goldstück belohnt? Hans tauschte bis ans Ende der Geschichte jeden Gegenstand gegen einen wertminderen, bis er nur noch zwei Steine hatte, die er scheinbar durch Ungeschicklichkeit verlor. Danach fühlte er sich glücklich und befreit, als er zu seiner Mutter nach Hause heimkehrte.
Heute sehe ich Hans anders. Er erkennt, dass Besitz allein nicht glücklich macht. Vor lauter kaufen verliert sich der Blick auf das Wesentliche: Familie, Freunde, Freiräume. Hans spürte, dass wenig Besitz und Bedürfnisreduktion auch Wohlempfinden verursachen können.

Gerade in unserer Wohlstandsgesellschaft fällt uns Verzichten, einen Wunsch aufgeben, vielleicht besonders schwer. Wenn wir lernen, unsere Wünsche und Bedürfnisse zu kontrollieren, kann diese Befreiung auch bei uns Glücksgefühle auslösen. Denn gute Gefühle lassen sich nicht „erkaufen“, indem wir was bekommen, sondern durch die Zuwendung zu anderen Menschen.

Manfred Tschaikner
04.02.2019
Warum der Funken so heißt

Keine Sorge, ich schreibe nicht wieder gegen...

Keine Sorge, ich schreibe nicht wieder gegen die Verbrennungen von Hexen auf den Funken, obwohl man sie in Kürze auch heuer auf gewohnt pietät- und geschmacklose Weise zelebrieren wird. Nein, hier soll vielmehr erklärt werden, wie der bedeutendste Vorarlberger Brauch eigentlich zu seinem Namen kam, denn laut Duden sind Funken erstens glühende Teilchen, die bei der Verbrennung durch die Luft fliegen, und zweitens Figuren beim Kölner Karneval. Kein Wunder also, dass man in weiten Teilen des deutschen Sprachraums nicht einmal versteht, was in Vorarlberg Funken sind.

Hierzulande bezog sich dieser Begriff ursprünglich auf die Fackeln. Dem Funkenbrennen als einem Fackelschwingen kam in der Fasnacht bis ins 19. Jahrhundert hohe Bedeutung zu. Das wilde Treiben mit dem bewegten Feuer passt gut zur ersten Wortbedeutung, die der Duden anführt. Es blieb allerdings nicht bei diesem Wortsinn, denn im Laufe der Zeit setzte sich der Begriff „Fackel“ durch.
Zuvor aber bezeichnete man in Vorarl­berg auch die militärischen Kreifeuer als „Funken“, da sie einer übergroßen Fackel glichen. Damit konnte durch Lichtsignale über weite Strecken hinweg vor drohender Feindesgefahr gewarnt werden, indem man von Burg zu Burg oder von Anhöhe zu Anhöhe „funkte“, wie die Informationsübertragung damals genannt wurde. 

Als dieses Alarmierungssystem seine Bedeutung verloren hatte, ging die Bezeichnung „Funken“ im 18. Jahrhundert schließlich auch auf die – den Kreifeuern ähnlich sehenden – Fasnachtsfeuer über, denn sie bestanden ursprünglich nicht aus hohen Holztürmen, sondern stets aus dürren Bäumen mit beigegebenem Brennmaterial. Außerdem brannten sie im Gefolge einer Kalenderreform gar nicht mehr in der Fasnacht, sondern zum Missfallen der Kirche am ersten Sonntag in der Fastenzeit. 

Benno Elbs
29.11.2018
Die einzelnen Teile und ihre Summe

Fünf Minuten reichen für dieses Experiment....

Fünf Minuten reichen für dieses Experiment. Alles, was man dafür braucht, ist eine Straße. Dort stelle man sich an den Gehsteig und beobachte. Fünf Minuten lang. Rasant und zügig sind die meisten unterwegs. Sie müssen irgendwo hin. Sie haben ein Ziel. Ernst wirken sie. Andere telefonieren gerade. Hektisch wird eine Fußgängerin über den Zebrastreifen gewinkt. Dann ist die kleine Feldstudie auch schon wieder vorbei. Was fällt auf? Das Tempo ist schneller geworden, der Ton schärfer und das Rücksichtnehmen auf den oder die andere/n ist eine schöne Tugend, die aber oft auf der Strecke geblieben ist. 

Ich bin kein Pessimist, was unsere Zeit und unsere Gesellschaft betrifft. Und doch frage ich mich, was es denn heute wohl ist, das diese Welt im Innersten noch zusammenhält. Was macht das Zusammenleben denn wirklich aus? Ganz egal, welche Schleife ich dann in meine Gedankengänge auch einlege, immer wieder stoße ich auf ein und dasselbe Prinzip: Empathie, das Sich-Kümmern, das „Mir ist nicht egal, wie es den anderen geht“. 

Das klingt heute, wo Selbstoptimierung und Ich-Marketing die beherrschenden Begriffe sind, vielleicht altbacken. Wie viel leichter sagt es sich da, dass jeder nur an sich denken muss, damit an alle gedacht ist. Und wie viel schneller erleidet man damit Schiffbruch. Das Ganze ist immer mehr als die Summe der einzelnen Teile. Egal, welchen Namen man dem Kind auch gibt: Die einen nennen es Solidarität, die anderen Rücksichtnahme, ich nenne es Nächstenliebe. Das ist der Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält. Und eines kommt für mich noch dazu: Gott, der größer ist als unsere kleine Welt und unsere Augen öffnet für die Not anderer. 

Deshalb: Rufen wir in unseren „Ich AGs“ doch einfach einmal Betriebsurlaub aus. Ich bin gespannt, was dann passiert.

Robert Merz
29.11.2018
Schöne neue Welt

Ich bin ein moderner Mensch. Meine Dinge haben...

Ich bin ein moderner Mensch. Meine Dinge haben Internet. Das ist toll. Mein Kühlschrank schreibt mir täglich eine E-Mail und erzählt, was in meinem Haus so los ist. Und er mined Bitcoins, kühlen tut er nicht mehr. Mein Rasenroboter postet Fotos auf Facebook, wie er mit der Katze des Nachbarn spielt. Das macht er, um den Staubsauger meines besten Freundes zu ärgern. Dessen Katze ist schon zu alt und spielt nicht mehr so gerne. Meine Waschmaschine hat dies geliked. Die hat einen Blog und ist Influencerin für Waschmittel und Weichspüler. Neulich hat mein Kühlschrank versucht, mich dringend zu erreichen, ich war verhindert. Mein neuer Roboter hat dann mit ihm geskyped und mir in Gestensprache erklärt, was der Kühlschrank wollte. Eigentlich spricht der Roboter Java, damit er hoch komplexe Aufgaben lösen kann. Das versteh ich nicht, da muss ich erst ein Informatikstudium und eine vierwöchige Einschulung machen. Bis dahin kommunizieren der Roboter und ich mit einfacheren Mitteln. Oder vielleicht kaufe ich eine Kaffeemaschine, die sich mit ihm beschäftigen kann. Jedenfalls bekommt mein Kühlschrank jetzt zu wenig Strom, seit mein Elektroauto das Autopiloten-Upgrade bestellt, sich selbstständig gemacht und einen Exklusivvertrag mit der Photovoltaikanlage abgeschlossen hat. Mein Auto ist jetzt Taxiunternehmer. Mit eigener Steuernummer. Auch wenn keiner mehr am Steuer sitzt. Ich hoffe, dass mein Auto bald die ganze Familie ernähren wird. Mein Reisepass ist jetzt auch online und chattet mit seinen Kollegen. Ich habe gleich alle personenbezogenen Daten geschwärzt, verpixelt und verschlüsselt. Einfach nur aus Vorsicht. Nur damit nix passieren kann. Ich will ja keine Probleme mit der Datenschutzbehörde bekommen. Willkommen in einer schönen, neuen Welt.

Dr. Frieda Wisch & Weg
29.11.2018
Lachen ist eine großartige Medizin

Die CliniClowns sind rezeptfrei, haben nur...

Die CliniClowns sind rezeptfrei, haben nur positive Nebenwirkungen und verschreiben nur eines: Lachtherapie. So schöpfen die kranken Patienten neue Lebenskraft und für einige Zeit treten Schmerzen, Angst, Trauer und Verzweiflung in den Hintergrund.

Lachen ist Leben und bedeutet Hoffnung!

Es gibt kein Patentrezept, bei jedem Patienten ist es etwas anderes, das ihn aufheitert und ihn eine Zeit lang aus der Eintönigkeit des Wartens und aus der Welt der Schmerzen heraus zaubert. In eine fröhlich bunte Welt, wo er wieder gesund ist. Und auch wenn die Clowns weg sind, lächelt er noch und schöpft neue Kraft, seiner Krankheit den Kampf anzusagen. Eine Woche später stehen die CliniClowns mit neuen Geschichten, Tricks und einem Lächeln vor der Türe.

Lachen ist die beste Medizin

Das Phänomen Lachen bewirkt im menschlichen Körper wahre Wunder. Während wir lachen, bildet unser Körper glücksbringende Endorphine und jede Minute schallendes Gelächter ersetzt 45 Minuten Entspannungstraining!

Denn Lachen …
… nimmt die Angst und vertreibt den … Schmerz
… stärkt das Immunsystem
… fördert entspannendes Atmen
… setzt heilende Kräfte frei
… schafft Freu(n)de
… beschleunigt den Genesungsprozess
… gibt neuen Lebensmut
… und steigert so die Lebensqualität.

Durch eine sorgfältige Erstausbildung und kontinuierliche Trainingsprogramme sichern wir unsere wichtigsten Fähigkeiten: Neugier, Menschenliebe, Feingefühl, Beobachtungsgabe, Improvisationstalent. 

Thomas Klagian
29.11.2018
Ich bin ein Leser

Ich lese für mein Leben gern und bin ein...

Ich lese für mein Leben gern und bin ein Vielleser schon von Berufs wegen. Am liebsten würde ich den ganzen Tag Fachliteratur wälzen und in meinem Archiv mit ledergebundenen Folianten und uralten Pergamenten hantieren, um vergessene Geschehnisse aus ferner Vergangenheit ans Tageslicht zu ziehen. Der Berufsalltag sieht freilich zumeist anders aus, aber das ist eine andere Geschichte.
In der Freizeit fröne ich meiner Leidenschaft, wann immer es geht. Ich lese quer durch die Literaturgenres, Romane, Erzählungen, Novellen, Gedichte, Balladen, Memoiren, Thriller, Krimis, historische Fachliteratur sowieso, aber auch andere über Astronomie, Physik und Paläontologie. Und ich lese Comics: Asterix, Lucky Luke, und Isnogud sind meine erklärten Favoriten. Und, ich gesteh’s, ich lese Walt Disneys „Lustige Taschenbücher“. Jedoch nur die frühen Bände, als Dagobert noch ein griesgrämiger Geizkragen sein durfte und Donald ein Pechvogel, wie er im Buche steht. Donald und sein knallrotes Cabrio mit der Autonummer 313 sind eine Reminiszenz an meine Kindheit. Zum begeisterten Leser gemacht hat mich Karl May mit seinen beiden Alter Egos Old Shatterhand und Kara Ben Nemsi. Karl May habe ich bis tief in die Nacht verschlungen, verbotenerweise, wie es sich gehört. Verboten wegen der nächtlichen Stunde, nicht wegen des Inhalts. Später folgte Stefan Zweig, von dem ich alles gelesen habe und der mich in die Weltliteratur eingeführt hat.
In meiner kleinen Bibliothek hat jedes Buch seinen Platz. Meine Bücher sind geordnet nach einem Prinzip, das vor allem ästhetischen Kriterien folgt und sich nur mir erschließt. Oft lasse ich meinen Blick über die Buchrücken streifen, und schon werden die Inhalte wieder lebendig. Wie gesagt: Ich lese für mein Leben gern.

Isabella Pipal
01.11.2018
Vertrauen vor Vorurteil

Als im Ausland lebende Vorarlbergerin habe ich...

Als im Ausland lebende Vorarlbergerin habe ich bisher durchwegs positive Erfahrungen gemacht, Menschen unterschiedlicher Kulturen sind mir stets offen und herzlich begegnet. Ich bin fest der Überzeugung, dass meine Aufgeschlossenheit und mein grundsätzliches Vertrauen in das Positive in jedem Menschen wesentlich dazu beigetragen haben.

Oft erlebe ich, dass Menschen dazu neigen, rasche Urteile zu fällen, sie kategorisieren, beurteilen, und machen es dem Gegenüber schwer, der Schublade, der man zugeteilt wurde, wieder zu entschlüpfen. Dabei wird doch insbesondere in Mitteleuropa großer Wert auf individuelle Entfaltung gelegt. In meinem Beruf als Juristin ist es notwendig, jeden Fall einzeln zu beurteilen. Diesen Ansatz sollten wir auch im alltäglichen Leben verfolgen.

Die Akzeptanz, die man sich für sich selbst wünscht, sollte auch den Mitmenschen entgegengebracht werden. Wir wissen nicht, welche Erfahrungen unsere Mitmenschen zu deren Anschauungen oder Handlungen gebracht haben, und wollen selbst auch nicht in jeder Lebenslage einem Urteil unterzogen werden. 

Angst und Neid sind schlechte Ratgeber, ich bin der Meinung, dass negative Erlebnisse oft das Resultat aus einer negativen Erwartungshaltung sind. Gegenseitige Achtung und das Vertrauen darauf, dass mein Gegenüber „es gut mit mir meint“, können uns helfen, die Herausforderungen der heutigen Zeit zu bewältigen. Dazu gehört auch, jeder Person eine Chance zu geben und sie nicht aufgrund ihres Kleidungsstils, ihrer Herkunft oder ihrer Kulturzugehörigkeit vorschnell in eine Schublade zu stecken. Schließlich vertrat schon Immanuel Kant die Meinung: „Der Mensch kann nicht gut genug vom Menschen denken.“

Josef Burtscher
01.11.2018
Fünf Minuten für 20 Prozent weniger

Wer schneller fährt, muss (für die gleiche...

Wer schneller fährt, muss (für die gleiche Strecke) öfter tanken. Wer öfter tankt, produziert mehr CO2, und zwar direkt proportional mehr. Inklusive Energieaufwand für die Herstellung entstehen bei Diesel pro Liter 3,08 Kilogramm CO2, bei Benzin 2,73. Für die Stickoxide gilt diese lineare Abhängigkeit nicht, denn sie steigen aufgrund der höheren thermischen Belastung beim Kolbenmotor mit zunehmender Leistung überproportional an. Somit können die CO2-Emissionen an der Tankuhr „beobachtet“ werden, die des NOx-Ausstoßes jedoch nicht.

Als leidenschaftlicher Energieoptimierer ist „100 oder 130?“ für mich nicht nur keine Frage, sondern eine Herausforderung: Mit wie wenig Gas (ich fahre Erdgas beziehungsweise Biomethan) schaffe ich die Strecke Hard nach Stallehr (58 Kilometer)? Ich brauche für die Strecke (mit 130 km/h, dort wo es erlaubt ist) 33 Minuten, mit Tempo 100 anstatt 130 exakt fünf Minuten mehr, also 38 Minuten, oder eben 15 Prozent länger. Effekt: eine Sprit- und somit CO2-Einsparung von 20 Prozent. Oder umgekehrt: Würde ich 130 statt 100 fahren, ergäbe das bei mir einen Mehrverbrauch von 25 Prozent und damit auch 25 Prozent CO2-Mehrausstoß bei fünf Prozent kürzerer Fahrzeit. Übrigens: Die fünf Minuten gelten auch, wenn ich von Hohenweiler auf die Bielerhöhe fahre! 

Selbstredend ergeben sich weitere Vorteile bei Tempo 100: Der Abstand zum vorderen Auto vergrößert sich (weil alle schneller fahren), das Einfahren in den Fließverkehr ist leichter und sicherer, die Fahrt ist für mich entspannter, ich steige erholter aus, oft komme ich ohne Verlangsamung und ohne Beschleunigung von Lauterach bis Bings. Abgesehen davon: Rund ein Fünftel meiner Stallehr-Fahrten lege ich mit Zug und Rad zurück. Diese Fahrt dauert exakt 67 Minuten von Tür zu Tür – für meine Gesundheit und die Umwelt die beste Variante.

Autoren & Redaktion