Mathematik ist nicht nur für Wirtschaft und Technik wichtig, sondern auch für unsere Demokratie. In einer Welt, die zunehmend von mathematischen Modellen geprägt ist, sind fundierte mathematische Kenntnisse für mündige Bürgerinnen und Bürger unerlässlich.
Themen wie Corona, Klimawandel oder Migration werden immer mit Statistiken und Wahrscheinlichkeiten diskutiert. In der Corona-Pandemie wurden wir täglich mit Reproduktionszahlen, Inzidenzen und Impfquoten konfrontiert. Beim Klimawandel geht es um CO2-Emissionen, Temperaturanstiege und Wahrscheinlichkeiten für Extremwetterereignisse. Und bei der Migrationsdebatte spielen Statistiken über Zuwanderung, Asylverfahren und Integration eine zentrale Rolle. Um bei diesen komplexen Themen verantwortungsvoll mitbestimmen zu können und nicht alles einer politischen Elite oder vermeintlichen Experten zu überlassen, braucht es eine gute mathematische Bildung. Nur wer die Zahlen und Modelle hinter den Schlagzeilen versteht, kann sich eine eigene Meinung bilden und fundierte Entscheidungen treffen.
Mathematische Bildung bedeutet nicht nur, Formeln auswendig zu lernen und Gleichungen zu lösen. Es geht darum, logisch zu denken, kritisch zu hinterfragen und Zusammenhänge zu erkennen.
Die Wiege der Mathematik waren die Diskussionen in den alten griechischen Demokratien – ein Hinweis darauf, wie eng Mathematik und Demokratie schon immer miteinander verbunden waren.
Eine gute mathematische Bildung ist daher nicht nur eine Frage der individuellen Förderung, sondern auch eine Frage der gesellschaftlichen Verantwortung. Es ist Aufgabe der Schulen, aber auch der Medien und der Politik, mathematische Kenntnisse zu vermitteln und das Interesse an Mathematik zu fördern. Denn nur eine informierte und aufgeklärte Gesellschaft kann eine lebendige Demokratie sein.
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