

Technik aus der Region: Know-how, das Werte schafft
Der Erfolg der regionalen Wirtschaft basiert auf einer starken Verbindung aus technischem Know-how, hoher Qualität und kontinuierlicher Innovation. Zahlreiche Unternehmen – von spezialisierten Klein- und Mittelbetrieben bis hin zu international tätigen Industrie-unternehmen – entwickeln Produkte und Technologien, die weltweit eingesetzt werden. Dabei zeigt sich, wie regionale Kompetenz und internationale Wettbewerbsfähigkeit erfolgreich miteinander verbunden werden können.
Wenn es auf Präzision und Vertrauen ankommt, wird bewusst auf Technik aus Vorarlberg gesetzt. Denn hier entstehen Produkte, die nicht nur technisch überzeugen, sondern auch nachhaltig und konsequent an den Bedürfnissen der Kundinnen und Kunden ausgerichtet sind. Von der ersten Idee bis zum serienreifen Produkt denken Vorarlberger Unternehmen ganzheitlich und schaffen damit Lösungen, die weltweit bestehen.
Dass dieses Modell funktioniert, zeigt ein Blick auf die wirtschaftliche Stärke der Region: Vorarlberg zählt zu den innovativsten Wirtschafts- und Technologiestandorten Österreichs und Europas. Eine hohe Exportquote, starke Industriebetriebe und spezialisierte Nischenanbieter prägen das Bild. Besonders die Elektro- und Metallindustrie mit über 120 Unternehmen und rund 20.000 Beschäftigten macht das „Technikland Vorarlberg“ zu einem zentralen Motor der Wertschöpfung. Forschung und Entwicklung spielen dabei eine Schlüsselrolle, ebenso wie enge Kooperationen zwischen Unternehmen, Wissenschaft und Institutionen.
Innovation als kontinuierlicher Prozess
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor liegt in der konsequenten Ausrichtung auf Forschung und Entwicklung. Innovation wird nicht als einmalige Leistung verstanden, sondern als kontinuierlicher Prozess. „Innovation ist das Fundament unserer Wettbewerbsfähigkeit. Auf globalen Märkten können wir Marktanteile nicht über den Preis sichern – hier sind andere Regionen oft im Vorteil. Unsere Stärke liegt darin, mit neuen Produkten, Verfahren und Dienstleistungen zu überzeugen“, betont Jimmy Heinzl, Geschäftsführer der Wirtschafts-Standort Vorarlberg GmbH (WISTO).
Vorarlberg erweist sich als ein Land der Tüftlerinnen und Tüftler. Das zeigen auch die aktuellen Zahlen des Österreichischen Patentamts. Bezogen auf die Einwohnerzahl liegt das Bundesland erneut auf Platz eins im österreichweiten Vergleich der Patentanmeldungen. Insgesamt wurden 186 Erfindungen (Patente und Gebrauchsmuster) aus Vorarlberg beim Patentamt eingereicht. Besonders erfreulich: Mit der Blum Group und der HENN Connector Group finden sich gleich zwei Vorarlberger Unternehmen unter den Top 10 der Patent-Anmelder. Blum belegt mit 105 Anmeldungen Rang zwei, HENN liegt mit 14 Anmeldungen auf Platz neun.
Gleichzeitig werden Innovationen gezielt gefördert. Institutionen wie die Wirtschafts-Standort Vorarlberg GmbH (WISTO) unterstützen Betriebe bei der Entwicklung neuer Technologien, bei Kooperationen und bei der Umsetzung von Projekten. Programme wie der „Innovation Call“ helfen insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen, ihre Ideen rasch zur Marktreife zu bringen. So entsteht ein Umfeld, in dem Innovation nicht nur möglich ist, sondern aktiv vorangetrieben wird.
Ausgeprägte Erfinderkultur
Neben dieser ausgeprägten Erfinderkultur prägen zahlreiche spezialisierte Nischenanbieter und international erfolgreiche Leitbetriebe den Wirtschaftsstandort. Vom global agierenden Technologiekonzern bis zum hochspezialisierten Kleinbetrieb zeigt sich eindrucksvoll, wie regionale Kompetenz und Innovationskraft zu nachhaltigem wirtschaftlichem Erfolg führen können.
Ein international sichtbares Beispiel ist die Lichttechnologie aus Vorarlberg: Moderne Beleuchtungssysteme kommen in Gebäuden, Städten und sogar bei prestigeträchtigen Projekten weltweit zum Einsatz. So wurde zuletzt etwa die Beleuchtung von Notre-Dame in Paris mit modernen Lichtlösungen der Zumtobel Group realisiert. „Dass ein Vorarlberger Unternehmen bei einem derart bedeutenden internationalen Projekt zum Zug kommt, ist alles andere als selbstverständlich“, betont Jimmy Heinzl. „Gerade Länder wie Frankreich vergeben Aufträge gerne im eigenen Umfeld. Umso bemerkenswerter ist es, wenn unsere Unternehmen mit Qualität und Innovationskraft überzeugen.“
Neue Technologien könnten künftig Beleuchtungssysteme ermöglichen, die sich automatisch an Alter oder Tätigkeit von Menschen anpassen. Solche Entwicklungen zeigen, wie stark Forschung und Praxis in Vorarlberg miteinander verbunden sind.
Die Julius Blum GmbH aus Höchst hat sich als Hersteller von Möbelbeschlägen und durch kontinuierliche Innovationen längst zu einem Weltmarktführer entwickelt. Die Produkte des Unternehmens, von Scharnieren bis zu komplexen Bewegungssystemen, sind heute weltweit in Möbeln verbaut und stehen für höchste Qualität und Funktionalität. Dass ein Unternehmen aus einer vergleichsweise kleinen Region globale Standards setzen kann, zeigt exemplarisch die Stärke des Standorts.
Auch im Bereich der Mobilität werden Maßstäbe gesetzt. Die Doppelmayr Gruppe entwickelt Seilbahnsysteme, die weltweit im Einsatz sind – längst nicht mehr nur im alpinen Raum. Urbane Verkehrslösungen in Städten wie London oder La Paz zeigen das enorme Potenzial dieser Technologie. Zwischen La Paz und El Alto entstand so das größte urbane Seilbahnnetz der Welt. „Solche Lösungen zeigen, wie Innovation echten Impact haben kann“, sagt Heinzl. „Wenn neue Technologien dazu beitragen, Mobilität nachhaltiger und effizienter zu gestalten, ist das ein starkes Signal für die Innovationskraft unserer Unternehmen.“
Vorarlberg ist Standort zahlreicher Unternehmen, die in ihren jeweiligen Nischen zu den Weltmarktführern zählen. Ein Beispiel dafür ist OMICRON electronics, das mit hochspezialisierten Technologien international gefragt ist. Ergänzt wird dieses starke industrielle Umfeld durch eine Vielzahl sogenannter Hidden Champions. Dazu gehört etwa Photeon Technologies, ein international tätiges High-Tech-Unternehmen mit Fokus auf die Entwicklung kundenspezifischer Mikrochips. Mehr als 150 Ingenieurinnen und Ingenieure arbeiten dort an komplexen ASIC-Lösungen, die weltweit in großen Stückzahlen zum Einsatz kommen – beispielsweise in Smart-Home-Anwendungen oder industriellen Steuerungssystemen. „Das ist Innovation ‚Made in Vorarlberg‘ im besten Sinne“, betont WISTO-Geschäftsführer Heinzl.
Die digitale Transformation industrieller Prozesse wird unter anderem von der Heron Innovations Factory vorangetrieben. Hier entstehen Lösungen für Automatisierung, Robotik und intelligente Fertigung. Ziel ist es, Produktionsprozesse effizienter, flexibler und nachhaltiger zu gestalten.
Ein besonders anschauliches Beispiel für technische Innovation im Alltag ist die moderne Seilbahntechnologie: Bei der Valisera Bahn in der Silvretta Montafon ermöglicht ein automatisiertes System den Betrieb mit minimalem Personal. Das AURO-System der Doppelmayr Gruppe ermöglicht einen weitgehend autonomen Betrieb. Kameras und Sensoren analysieren in Echtzeit die Abläufe an den Stationen, erkennen Unregelmäßigkeiten und reagieren sofort. Der Betrieb wird dadurch effizienter, sicherer und ressourcenschonender.
Wenn der weltweit höchstgelegene Infinity Pool auf 300 Metern Höhe in einem Luxushotel in Dubai schwingungstechnisch entkoppelt werden soll, kommt Sylomer aus Bürs zum Einsatz. Getzner Werkstoffe liefert die Polyurethan-Matten direkt aus seinem neuen Hochregallager und verlegt sie unter die Poolanlage, um die Übertragung von Vibrationen auf das Gebäude zu minimieren.
Digitalisierung auf allen Ebenen
Gleichzeitig treiben Unternehmen die Digitalisierung im Bau voran, etwa durch den Einsatz autonomer, elektrisch betriebener Fahrzeuge auf Baustellen.
Der Tunnelbau-Spezialist Jäger Bau setzt mit seiner Tochterfirma VirtuRail verstärkt auf künstliche Intelligenz. Autonom gesteuerte, elektrisch angetriebene, gummibereifte Servicefahrzeuge ermöglichen eine präzise Versorgung untertägiger Baustellen, ganz ohne mechanische Spurführung. Unternehmen wie Rhomberg Bau entwickeln darüber hinaus kontinuierlich neue Lösungen für nachhaltiges und effizientes Bauen.
Die Innovationskraft zeigt sich auch in der Produktion: Unternehmen im Bereich der additiven Fertigung entwickeln nicht nur Materialien für den 3D-Druck, sondern nutzen diese Technologien bereits, um eigene Produktionsanlagen zu optimieren. Wie etwa das Unternehmen Extrudr, deren Gründer ihre Produktion auf das Alge Elastic Areal nach Lustenau verlegt haben. 19 verschiedene Kunststofffilamente zum 3D-Drucken liefert Extrudr an Kunden auf der ganzen Welt. In der Medizintechnik ermöglichen hochpräzise Fräsmaschinen von Amann Girrbach aus Mäder die Herstellung von Zahnersatz auf höchstem Niveau: schnell, effizient und weltweit gefragt.
Selbst die traditionsreiche Textilindustrie zeigt eindrucksvoll, wie Innovation neue Märkte erschließt. Die Getzner Textil entwickelt Akustiktextilien, die bis zu 90 Prozent des Schalls absorbieren. Gleichzeitig können diese Produkte am Ende ihres Lebenszyklus wiederverwertet werden. Nachhaltigkeit spielt eine immer größere Rolle. So arbeiten Unternehmen wie amcoss in der Halbleiterindustrie am neuen Fertigungsstandort in Koblach daran, chemische Prozesse ressourcenschonender zu gestalten.
Auch spezialisierte Maschinenbauer beweisen, wie wichtig durchdachte Techniklösungen sind. Geräte für extreme Gelände, etwa in der alpinen Landwirtschaft oder im Naturschutz, ermöglichen sicheres Arbeiten unter schwierigsten Bedingungen. Das Bingser Unternehmen TerraTec Maschinenbau GmbH liefert einen weiteren Beleg für die praxisnahe Innovationskraft der Region.
Startup-Szene Vorarlberg
Parallel dazu etabliert sich in Vorarlberg eine lebendige und zunehmend sichtbare Startup-Szene, die mit neuen Ideen und technologischen Ansätzen zusätzliche Impulse für den Wirtschaftsstandort setzt. Ein Beispiel dafür ist StratoChaser. Das von Weltraumingenieuren gegründete Unternehmen entwickelt wiederverwendbare Wetterdrohnen und konnte kürzlich eine Pre-Seed-Förderung einwerben. „Eine solche Förderung ist eine besondere Auszeichnung“, führt Heinzl aus: „Sie unterstreicht das hohe technologische Know-how und zeigt, welches Innovationspotenzial vorhanden ist – ebenso wie den Anspruch junger Unternehmen, neue Themen konsequent voranzutreiben.“
Auch Metriqa steht exemplarisch für diese Entwicklung. Das Startup arbeitet an datenbasierten Analyse- und Benchmarking-Systemen, die Unternehmen dabei unterstützen, fundierte Entscheidungen zu treffen und strategische Prozesse gezielter zu steuern. Für ein aktuelles Entwicklungsprojekt wurde Metriqa von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) als Forschungs- und Entwicklungsprojekt anerkannt und mit Fördermitteln im sechsstelligen Bereich unterstützt. „Metriqa ist damit nicht nur Teil des renommierten aws First Incubator, sondern gehört auch zu jener Gruppe von Startups, die von der FFG gefördert werden“, erklärt der WISTO-Geschäftsführer: „Die Förderzusage basiert auf einer unabhängigen Expertenbewertung und ist ein klarer Hinweis auf das hohe technologische Potenzial der entwickelten Lösungen.“
Für ihn ist klar, worauf es langfristig ankommt: „Innovation ist das Fundament unserer Wettbewerbsfähigkeit. Auf globalen Märkten können wir Marktanteile nicht über den Preis sichern – hier sind andere Regionen oft im Vorteil. Unsere Stärke liegt darin, mit neuen Produkten, Verfahren und Dienstleistungen zu überzeugen.“ Gleichzeitig betont er die Bedeutung von Bewusstseinsbildung: „Veranstaltungen wie die Lange Nacht der Forschung leisten einen wichtigen Beitrag. Sie machen Forschung und Technik erlebbar und wecken Neugier auf Zukunftsthemen.“
All diese Beispiele zeigen: Technik aus der Region ist in Vorarlberg weit mehr als industrielle Produktion. Sie steht für eine Haltung, für Qualität, Innovationsgeist und Verantwortung. Vom Familienbetrieb bis zum global tätigen Technologiekonzern beweist die Region, dass regionale Stärke und internationaler Erfolg kein Widerspruch sind, sondern sich gegenseitig verstärken. So entsteht ein Wirtschaftsraum, der nicht nur heute erfolgreich ist, sondern auch die Zukunft aktiv gestalten kann.








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