Ruth Swoboda

Naturwissenschaftliche Direktorin inatura Dornbirn

 

Der Lärm von Wenigen

Juli 2021

Es ist wissenschaftlich belegt, dass Emotionen nicht gelehrt und auch nicht gelernt werden können. Es braucht Wissen, auf dessen Basis Emotionen gebildet werden können. Dieses Wissen muss so vermittelt werden, dass es als Bereicherung für unser Leben wahrgenommen werden kann. Es sind genau diese Emotionen, die uns Menschen in weiterer Folge dabei helfen, uns in Regionen oder in neuen Heimaten zu verwurzeln.
Mit den Erfahrungen rund um die Covid-Krise würde ich noch hinzufügen wollen, dass Emotionen, die auf Basis eines gut vermittelten Mehrwissens entstehen, die Voraussetzung dafür sind, Krisen aktiv und unaufgeregt entgegentreten zu können. Das ist ein wunderschöner Auftrag für uns als Kulturschaffende und weitergedacht, für uns als Gesellschaft.
Wer, wenn nicht wir als Kulturschaffende, können ein Mehr an Wissen über die Natur und Kultur einer Region auf eine besondere Art und Weise vermitteln. Gleichzeitig liegt diese große Verantwortung auf der Art und Weise der Vermittlung. Es gab wohl kaum eine Zeit, in der die Wichtigkeit von qualitativ hochwertiger Vermittlungsarbeit von Daten und Fakten so deutlich in den Vordergrund getreten ist, wie jetzt. Es ist also ein Gebot der Stunde, gute Vermittlungsarbeit anzubieten, einzufordern und auch zu finanzieren. Ressortgrenzen oder Gräben zwischen verschiedenen Disziplinen dürfen dabei keine Rolle spielen. Es gilt die Intelligenz der Vielen über den Lärm von Wenigen zu stellen.