Mehr Kreativität!

Schon einmal vom „Creative Entrepreneur“ gehört? Noch existiert er nicht wirklich im deutschen Sprachraum. Wird in unseren Breitengraden „Kreativität“ mit „Unternehmertum“ kombiniert, dann denkt man in erster Linie an technische Innovationen und Werbeagenturen – an „Creative Industry“. Und spätestens da beginnt das große Missverständnis, denn mit Industrie hat das oft sehr wenig zu tun. Vielmehr ist es ein Biotop, bestehend aus etwa 7,1 Mil­lionen Menschen in der gesamten Europäischen Union, von denen ein Großteil als Mikrounternehmer und -unternehmerin arbeitet. Das sind Künstler, Architektinnen, Filmemacher, Autorinnen, Webdesigner, Fotografinnen, Moderatoren, Comiczeichner, Musikerinnen, Bäcker, Beraterinnen, Friseure … und und und. Eine wilde Mischung aus Individuen, die auf ihre Talente setzen und damit etwa 4,5 Prozent des gesamten europäischen BIP erwirtschaften – auf eine für Außenstehende oft chaotische, scheinbar planlose Art und Weise.

Keine Überraschung also, dass deren Wirtschaftlichkeit immer noch als ein Wunder angesehen wird. Abhilfe sollen hier Qualifizierungsmaßnahmen und Förderprogramme schaffen, Hilfestellung für „kreative Chaoten“ gibt es in Buchhaltung, in Marketing und bei der Erstellung eines Businessplans. Was niemandem aufzufallen scheint: Hier wird hauptsächlich defizitorientiert gearbeitet, scheinbare Mängel sollen ausgeglichen werden. Was man völlig übersieht, ist, welche Chancen sich für die gesamte Wirtschaft ergeben könnten, würde man sich einmal vorurteilsfrei und konsequent in die Sphären von „Creative Entrepreneurs“ begeben und herausfinden wollen, wie das Ganze denn so funktioniert, welche POTENZIALE in einer kreativen und intuitiven Arbeitsweise stecken. Das wäre mal ein Paradigmenwechsel!