Christina Meusburger

Begleitung im Markenentwicklungsprozess

(Foto: © Elke Lenz)

High-Tech mit Handschlagqualität

November 2020

In einer neuen Serie zeigt die „Marke Vorarlberg“ Beispiele, in denen der „chancenreichste Lebensraum“ bereits vorgelebt wird. Den Auftakt macht die Firma Julius Blum GmbH.

Wenn sich ein Familienbetrieb innerhalb von 70 Jahren von einem Hufstollenschmied zu einem Global Player entwickelt, dann wirkt diese Geschichte auch in die Region und auf seine Bevölkerung.
Wir haben uns deshalb in der Lehrwerkstatt in Dornbirn-Wallenmahd mit Martin Blum getroffen. Er führt das Unternehmen in dritter Generation gemeinsam mit seinem Cousin Philipp Blum. Inmitten reihenweiser High-Tech-Maschinen, mit denen die Jugendlichen lernen und arbeiten, berichtet er uns von einer volatilen Nachfrage in diesem speziellen Corona-Jahr. Sie sei im Frühjahr gesunken und aktuell wieder auf hohem Niveau. Wie lange dies anhalten wird, sei allerdings schwer abzuschätzen. Als international tätiges Unternehmen, ist man auf Export angewiesen, behält aber mit acht Werken im Land das klare Bekenntnis zum Standort Vorarlberg. Dieses Standortbekenntnis gilt auch bei den Neueinstellungen der Lehrlinge: 94 haben diesen September in Vorarlberg neu angefangen, 23 davon sind weiblich. „Wir können inzwischen recht viele Mädchen für technische Berufe begeistern. Ich denke, das ist ganz wichtig, weil wir in Vorarlberg grundsätzlich einen Mangel an Fachkräften verzeichnen“, so Martin Blum. 
Insgesamt bildet Blum aktuell 378 Lehrlinge in Vorarlberg aus. Jeder Ausbilderin und jedem Ausbilder sind in der Grundausbildung maximal fünf und in der vertiefenden Fachausbildung sogar nur ein Lehrling zugeordnet. „Diese intensive persönliche Betreuung ist eine unserer großen Stärken”, erläutert Martin Blum. 
Angeboten werden zehn verschiedene Lehrberufe, die neuesten Ausbildungen sind Fertigungsmesstechnik und Mechatronik. Bei den Berufsweltmeisterschaften sind „Blümler“ stets vorne mit dabei. Die Leidenschaft, Bestehendes immer weiter zu optimieren und Neues zu erforschen sei eine Grundvoraussetzung, um im globalen Wettbewerb bestehen zu können, bekräftigt Blum.
So kommt es, dass in einer modernen Schublade rund 300 hochtechnologische Teile stecken. Hochautomatisierte Prozesse und ein Team von High-Tech-Spezialisten machen dies möglich. A propos Team: Ausbildungsleiter Dieter Hämmerle: „In der Ausbildung liegt neben dem Fachlichen auch ein Fokus auf den sozialen Kompetenzen – beispielsweise was Handschlagqualität bedeutet, warum Begrüßungsformeln sinnvoll sind und vieles mehr. Dabei lernt nicht nur die junge Generation, sondern auch die Ausbilderinnen und Ausbilder. Der Austausch erfolgt auf Augenhöhe und im Dialog sowie im Wissen, dass Persönlichkeitsentwicklung nie abgeschlossen ist.“ 
Das Video-Interview mit Martin Blum sehen Sie auf www.standort-vorarlberg.at

Kommentare

To prevent automated spam submissions leave this field empty.