Kunstmanager, Publizist und Gastprofessor an der Universität für angewandte Kunst Wien
Gerald A. Matt
Die Reise oder über die Kunst des Entschwindens
Gerald Matt liebt das Unterwegssein; ankommen, um abzureisen, lautet seine Devise. Für ihn ist die Reise auch eine Kunst des Entschwindens; ein schönes, aber untaugliches Mittel, der vergehenden Zeit zu entkommen. Von der Geschichte des Reisens, von Hoffnung und Enttäuschung, Hotels und einer Bordkapelle handelt sein Text.
Eine Form des Widerstandes gegen die allgegenwärtige Gewalt
Die iranisch-amerikanische Künstlerin und Filmemacherin Shirin Neshat (60) setzt sich in ihrem Werk vor allem mit der Rolle der Frau in der muslimischen Welt auseinander. Mit der Fotoserie „Women of Allah“ gelang ihr der Durchbruch, mit ihrem Spielfilm „Women Without Men“ gewann sie den Regiepreis der Filmfestspiele Venedig. Die von ihr für die Salzburger Festspiele inszenierte Oper „Aida“ mit Riccardo Muti und Anna Netrebko wurde zum Opernereignis des Jahres. Gerald Matt sprach mit Shirin Neshat, deren Arbeit er Anfang nächsten Jahres gemeinsam mit Thomas Häusle im Kunstraum Dornbirn präsentieren wird.
Le Surréalisme, c’est moi!
Visionär, Exzentriker, Provokateur, Wahnsinniger, Genie: Wie kaum ein anderer Künstler des 20. Jahrhunderts löste Dalí mit seinem Werk und seinem provokanten Auftreten die Grenze zwischen Kunst und Leben, Hoch- und Populärkultur, Avantgarde, Kitsch und Kommerz auf. Seine Vision des Surrealismus als die ästhetische Verschmelzung von Traum und Wirklichkeit, die sich in Wahnbildern und Fieber- und Rausch-Zuständen äußerte, setzte er in nahezu allen künstlerischen Medien und darüber hinaus in der Inszenierung seiner selbst ein. Gerald Matt stellt eines seiner wichtigsten Werke vor und weist auf die Aktualität und Wirksamkeit Dalís jenseits von Klischees, Postkartenkitsch und hemmungsloser Vermarktung auch für heutige Kunst hin.
„Die Welt ist, was mich zu Fall bringt“
Gerald A. Matt sprach mit dem Schriftsteller und Publizisten Franz Schuh anlässlich seines 70. Geburtstages über Eitelkeit, Freiheit, Verzicht, Philosophie und „Sämtliche Leidenschaften“. Franz Schuh ist einer der führenden und unkonventionellsten Denker Österreichs, einer, der intellektuelle Kapriolen schlägt, der Welt mit anhaltender Skepsis begegnet und das Paradoxe liebt. Schuh sagt über sich selbst: „Ich habe den Sinn für die Negation körperlich und geistig eingebaut“ – und bezeichnet sich auch als Anhänger einer „nicht resignativen Melancholie“.



