Gerald A. Matt

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Gerald A. Matt

Kunstmanager, Publizist und Gastprofessor an der Universität für angewandte Kunst Wien

Widerständige Figuren

Kultur | 03.12.2016

Gerald Matt sprach mit dem Schriftsteller Felix Mitterer über Aufklärung und Bildung, über seine Jugend, die Anfänge seiner Karriere – und seine Zuneigung für Außenseiter. 1977 wurde Mitterer mit dem Stück „Kein Platz für Idioten“ bekannt, in dem er selbst auch gespielt hat. Inzwischen gehört Mitterer mit seinen vielen Büchern, Stücken und Drehbüchern, die vom Drama über den Krimi bis zum Kinderbuch reichen, zu Österreichs herausragendsten Autoren.

Parallelwelt Zirkus

Kultur | 05.11.2016

Seit Kindheitstagen kann ich mich der Faszination „Zirkus“ nicht entziehen. Und so versäumte ich es nicht, eine Vorstellung des in Wien Station machenden, von mir geliebten Zirkus Roncalli zu besuchen. Bernhard Paul, dem genialen Direktor des „Roncalli“, der auch als Clown Zippo Jung und Alt begeistert und als fanatischer Sammler die Welt des Zirkus vor dem Verschwinden zu bewahren versucht, widme ich meine Liebeserklärung an den Zirkus  – ein für mich bis heute wundersamer Ort der Welterkenntnis und -erfahrung.

Don Juan oder Zwei und zwei ist vier

Kultur | 01.10.2016

Einmal war Don Juan alias Don Giovanni der amoralische Frauenheld und skrupellose Hedonist, dessen Verführungskünsten hunderte Frauen erlagen, ein andermal war er ein schwacher und unbeherrschter Mann voller Verzweiflung und Selbstzweifel. Auf der Flucht vor den von ihm verlassenen Frauen und sich selbst holt ihn schließlich die Gerechtigkeit ein und der von ihm getötete Kontur schickt ihn zur Hölle. Der Don-Juan-Mythos faszinierte Autoren von Molière bis Handke und animierte sogar Oscarpreisträger Michael Haneke zur Inszenierung von Mozarts berühmter Oper. Gerald Matt besuchte „Don Giovanni“ bei den Bregenzer Festspielen – und begab sich auf seine Spuren.

„Die Schönheit ist nicht die Wahrheit“

Kultur | 03.09.2016

Auf Einladung des Flatz Museums kuratierte Gerald Matt eine Ausstellung mit Boris Mikhailov, einem der weltweit führenden Fotografen. Er wurde in Charkow (Ukraine) in der ehemaligen Sowjetunion geboren. Als Ingenieur arbeitete er in den 1960er-Jahren im Raketenbau. Sein fotografisches Interesse galt von Anfang an den Menschen, seinen Menschen – erst Selbstporträts, dann Freunden, Frauen und auch Alltagsszenen der Sowjetunion, die er in skurrilen, aber auch schonungslosen Bildern festhielt. Auf Intervention des KGB verlor er wegen Aktfotos von seiner Frau seinen Arbeitsplatz, das Ausstellen seiner Arbeiten war ihm bis zum Ende der Sowjetunion verwehrt. Mikhailov gilt als Chronist der mit dem Zusammenbruch des Sowjetreichs verbundenen gesellschaftlichen Folgen von Verarmung bis Orientierungslosigkeit. Großes internationales Aufsehen erregte dabei seine Ende der 1990er-Jahre aufgenommene Serie „Case Studies“ – Bilder von Obdachlosen, Alten, Kranken und Kindern. Seine internationale Karriere begann Mitte der 1990er-Jahre, als er über Stipendien in die USA und nach Berlin kam. Anlässlich der Eröffnung führte Gerald Matt ein Gespräch mit Boris Mikhailov über dessen Arbeit, die Zeit in der Sowjetunion und künstlerischen Erfolg.