Kunstmanager, Publizist und Gastprofessor an der Universität für angewandte Kunst Wien
Gerald A. Matt
„Die Schönheit ist nicht die Wahrheit“
Auf Einladung des Flatz Museums kuratierte Gerald Matt eine Ausstellung mit Boris Mikhailov, einem der weltweit führenden Fotografen. Er wurde in Charkow (Ukraine) in der ehemaligen Sowjetunion geboren. Als Ingenieur arbeitete er in den 1960er-Jahren im Raketenbau. Sein fotografisches Interesse galt von Anfang an den Menschen, seinen Menschen – erst Selbstporträts, dann Freunden, Frauen und auch Alltagsszenen der Sowjetunion, die er in skurrilen, aber auch schonungslosen Bildern festhielt. Auf Intervention des KGB verlor er wegen Aktfotos von seiner Frau seinen Arbeitsplatz, das Ausstellen seiner Arbeiten war ihm bis zum Ende der Sowjetunion verwehrt. Mikhailov gilt als Chronist der mit dem Zusammenbruch des Sowjetreichs verbundenen gesellschaftlichen Folgen von Verarmung bis Orientierungslosigkeit. Großes internationales Aufsehen erregte dabei seine Ende der 1990er-Jahre aufgenommene Serie „Case Studies“ – Bilder von Obdachlosen, Alten, Kranken und Kindern. Seine internationale Karriere begann Mitte der 1990er-Jahre, als er über Stipendien in die USA und nach Berlin kam. Anlässlich der Eröffnung führte Gerald Matt ein Gespräch mit Boris Mikhailov über dessen Arbeit, die Zeit in der Sowjetunion und künstlerischen Erfolg.
Don Juan oder Zwei und zwei ist vier
Einmal war Don Juan alias Don Giovanni der amoralische Frauenheld und skrupellose Hedonist, dessen Verführungskünsten hunderte Frauen erlagen, ein andermal war er ein schwacher und unbeherrschter Mann voller Verzweiflung und Selbstzweifel. Auf der Flucht vor den von ihm verlassenen Frauen und sich selbst holt ihn schließlich die Gerechtigkeit ein und der von ihm getötete Kontur schickt ihn zur Hölle. Der Don-Juan-Mythos faszinierte Autoren von Molière bis Handke und animierte sogar Oscarpreisträger Michael Haneke zur Inszenierung von Mozarts berühmter Oper. Gerald Matt besuchte „Don Giovanni“ bei den Bregenzer Festspielen – und begab sich auf seine Spuren.
„Jeder hat etwas zu verheimlichen“
Seit vielen Jahren faszinieren Gerald Matt Romane und Filme, die um das Verbrechen, das Böse und die Abgründe der menschlichen Existenz kreisen. Sein Interesse gilt dabei den großen klassischen Autoren der Mysteries von Dashiell Hammett bis Raymond Chandler und den genialen Schöpfern des „Film Noir“ von John Huston bis Howard Hawks – Künstler, die Erzählungen und Bilder schufen, in denen sich kriminelle Fantasien und Energien auf faszinierende Weise entladen. Gerald Matt legt Ihnen heute mit „Der Malteser Falke“ das literarische Meisterwerk von Dashiell Hammett ans Herz, dessen Verfilmung durch die Regiegröße John Huston das Genre „Noir“ prägte.
Mae west: I have to get rid of these wet clothes and slip into a dry martini
Der Dry Martini, kurz „Martini“ genannt, ist der König der Cocktails. So einfach dessen Zubereitung scheint – Gin oder Wodka, französischer Noilly Prat oder italienischer Vermouth, geschüttelt oder gerührt, so selten erhält man einen exzellenten Martini serviert. James Bond mochte ihn geschüttelt, nicht gerührt, was Somerset Maugham als ein Sakrileg betrachtete. Und der Filmemacher Luis Buñuel verglich ihn gar mit der jungfräulichen Empfängnis. Gerald Matt stellt Ihnen seinen Lieblingsdrink vor und gibt Ihnen die richtigen Adressen, um seine Leidenschaft zu teilen.



