Wenn über neue Arbeitsgestaltung, also New Work, gesprochen wird, denken wir an große Organisationen, Teams und Führungskräfte. An neue Rollen, neue Strukturen und neue Formen der Zusammenarbeit. Als Einzelunternehmerin stellt sich mir hier laufend die Frage, ob mich dieses Thema auch betrifft.
Ist New Work ein Trend, ein Hype – oder doch ein relevantes Gegenwartsthema für uns EPUs? Als Einzelunternehmerin bin ich Organisation, Team und Geschäftsführung in einer Person. Ich treffe Entscheidungen allein, trage die wirtschaftliche Verantwortung und bin häufig dauerhaft verfügbar. Was mit dem Wunsch nach Selbstverwirklichung und mehr Freiheit begonnen hat, kippt nicht selten in finanzielle Unsicherheit sowie zeitliche und mentale Überforderung.
New Work ist für mich deshalb auch für uns kein abstraktes Konzept, sondern eine sehr konkrete Frage: Wie kann Unternehmertum so gestaltet sein, dass es uns langfristig trägt – wirtschaftlich wie persönlich? Wie ist es möglich, dass unsere Vision und unsere Freiheit nicht verloren gehen? Auf EPUs übertragen bedeutet New Work vor allem: Verantwortung für die eigene Arbeitskultur zu übernehmen. Regelmäßig innezuhalten, die eigenen Rollen zu reflektieren, klare Strukturen zu schaffen und realistische Belastungsgrenzen ernst zu nehmen. Ehrlichkeit gegenüber den eigenen Möglichkeiten sowie Offenheit für Entlastung durch Kooperationen schenken uns die erhoffte Freiheit. Finanzielle Sicherheit erreichen wir, wenn wir Zahlen nicht dem Zufall überlassen, sondern bewusst planen und regelmäßig überprüfen.
Der New-Work-Diskurs fordert also auch uns EPUs dazu auf, hinzuschauen und unser Unternehmer:innen-SEIN aktiv zu gestalten. Dadurch ist es möglich, unsere Ziele im Zusammenspiel aller Lebens- und Arbeitsbereiche zu erreichen!
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