1987 erschien der Song von R.E.M. und zwei Jahre später, 1989 wurde er in der erhofften globalen Zeitenwende hin zu einem liberal-demokratischen „End of History“ manchmal zitiert. Heute erleben wir auf dramatische Weise eine ganz andere Zeitenwende: Fukuyamas Traum ist längst ausgeträumt, spätestens seit der Münchner Sicherheitskonferenz mit dem gespenstischen Auftritt des US-Vizepräsidenten JD Vance haben wir die Tragweite des amerikanischen Alptraums einer zweiten Amtszeit Trumps mit weiten Toren zur Macht für Tech-Oligarchen erkannt. Im Juni 1987 hatte Ronald Reagan am Brandenburger Tor Gorbatschow aufgefordert, das Tor zu öffnen, die Mauer niederzureißen. Der politisch pyromane Biedermann aus Middletown (Ohio) forderte die Europäer in München auf, die Büchse der Pandora zu öffnen und die Brandmauer zum Rechtsextremismus niederzureißen. Vance hat eine Grenze überschritten und wir wohl eine Schwelle, vor der Ralf Dahrendorf schon 1997 prophetisch gewarnt hat: „Globalisierung beeinträchtigt den Zusammenhalt von Bürgergesellschaften, auf denen der demokratische Diskurs gedeiht. Globalisierung ersetzt die Institutionen der Demokratie durch konsequenzlose Kommunikation zwischen atomisierten Individuen. … Ein Jahrhundert des Autoritarismus ist keineswegs die unwahrscheinlichste Prognose für das 21. Jahrhundert.“
Wir müssen dem orwellschen Newspeak von Trump und seinen putinfreundlichen europäischen Bewunderern entschieden und mutig entgegentreten. Orwell hat uns in seiner Dystopie 1984 gewarnt, was es heißt, wenn wir den Kampf gegen den Autoritarismus und Putins Neo-Imperialismus verlieren: „Wenn Sie ein Bild von der Zukunft haben wollen, so stellen Sie sich einen Stiefel vor, der auf ein Gesicht tritt. Unaufhörlich.“
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