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Was uns wichtig ist!

Die Europäische Union hat 2018 zum Europäischen Jahr des Kulturerbes erklärt. Sie sieht eine der großen Herausforderungen in der Zugänglichkeit, in der kulturelle Teilhabe, wie sie schon die Menschenrechtscharta 1948 formuliert hat. Der EU geht es auch darum, „Bewusstsein für die europäische Geschichte und die europäischen Werte“ zu schaffen. Aber was sind diese europäischen Werte? Was hält die Gesellschaft aktuell für eine wertvolle, vermittlungswürdige Kunst/Kultur?

„Solange die Löwen nicht ihre eigenen Historiker haben, werden Jagdgeschichten immer bloß die Jäger verherrlichen“, zitiert der Schweizer Kulturvermittler Felipe Polania Rodriguez ein afrikanisches Sprichwort und spielt dabei nicht nur auf die Teilhabe, sondern auch auf die Definitionsmacht in Bezug auf kulturelles Erbe an. Aber wie kann man kulturelles Erbe „pluralisieren“? Die einflussreiche deutsche Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann schreibt über den kulturellen Kanon: „Die Frage, mit welchen Texten man sich identifiziert, welche lebensprägend und orientierend sein sollen, gilt nicht mehr als ein für alle Mal durch die Tradition vorgegeben, sondern als etwas, das immer neu … ausgehandelt werden muss.“ Ein wichtiger Fokus müsste also auf den „Aushandlungsprozessen“ liegen, in denen über „Werte“ aus der Vergangenheit wie aus der Gegenwart entschieden wird. Wie können sie für die Zukunft möglichst inklusiv und vielfältig gestaltet werden?

Die „Faro Konvention“ des Europarates sieht den Wert des Kulturerbes in der „kulturellen Vielfalt für gesellschaftlichen Zusammenhalt“ und fordert eine demokratische Teilhabe am kulturellen Erbe. Schön wäre es, wenn sie verstärkt in Initiativen und Projekten – von jungen Leuten, älteren Menschen, generationsübergreifend, mit unterschiedlichen (Migrations-)Geschichten – erprobt würde.

03.02.2018

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Sabine Benzer

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