Christoph Jenny

Direktor der Wirtschaftskammer Vorarlberg

(Foto: © Dietmar Walser)

Die „Duale Akademie“ startet

Mai 2019

 In den nächsten Jahren wird der Anteil an Maturanten in Österreich weiter ansteigen, gleichzeitig sucht die heimische Wirtschaft dringend Fachkräfte – was liegt da näher als der Gedanke, mit einer neuen Ausbildungsform interessierte Maturanten speziell für die Wirtschaft auszubilden? Die „Duale Akademie“, die nach einer Anregung des Dis.Kurs Zukunft ab Herbst nun Realität in Vorarlberg wird, setzt genau an diesem Punkt an. Hatten die großen Gruppen der Maturanten, der Studierenden, der Studienabbrecher und der Berufsumsteiger bei der Suche nach neuen Fachkräften bisher keine oder eine nur untergeordnete Rolle gespielt, schließt die „Duale Akademie“ nun diese strategische Lücke.

Im Rahmen der neuen Ausbildungsform, die sich an AHS-Maturanten, aber auch an Studierende ohne Studienabschluss und Berufsumsteiger richtet, durchlaufen die Teilnehmer maßgeschneiderte Trainee-Programme von grundsätzlich eineinhalb bis zweieinhalb Jahren. Etwa 70 Prozent der Ausbildungszeit findet dabei im ausbildenden Betrieb statt, 20 Prozent in eigenen Berufsschulklassen und zehn Prozent bei weiteren Bildungsanbietern wie Universität, Fachhochschule oder WIFI. 

In Vorarlberg startet die „Duale Akademie“ im Herbst vorerst in den Berufsfeldern „Technics“ (Schwerpunkt Mechatronik) und Informatik (Schwerpunkt Coding), in weiterer Folge werden die angebotenen Berufe sukzessive erweitert werden. Die „Duale Akademie“ vereint in sich gleich mehrere Vorteile: Sie gibt jungen Menschen die Chance, im Berufsleben sofort erfolgreich durchzustarten. Sie vermittelt modernste Berufsbilder, die auf dem Arbeitsmarkt extrem gefragt sind. Sie bietet Interessierten eine praxisorientierte Ausbildung in attraktiven Unternehmen und damit neue Wege in eine erfolgreiche berufliche Zukunft. Und sie sichert gleichzeitig Fachkräfte für den Wirtschaftsstandort Vorarlberg – und zielt damit auf den Arbeitsmarkt von morgen. Anspruch und Ziel muss es sein, alle Chancen zu nützen, um junge Menschen für die richtige Ausbildung zu begeistern – und gleichzeitig auch unseren Unternehmen im demografischen Wandel beizustehen.

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