Junge Unternehmerinnen und Unternehmer übernehmen heute Verantwortung in einer Zeit, in der Unsicherheit zur neuen Normalität geworden ist. Fachkräftemangel, hohe Kosten, wachsende Bürokratie und eine sinkende Wettbewerbsfähigkeit prägen den unternehmerischen Alltag – oft stärker als langfristige Perspektiven.
Dabei gerät leicht aus dem Blick, welche Rolle unternehmerisches Handeln für unsere Gesellschaft spielt. Unternehmerinnen und Unternehmer schaffen Arbeitsplätze, investieren eigenes Kapital, übernehmen Verantwortung für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und sichern Wertschöpfung sowie Wohlstand. Damit sie diesen Beitrag leisten können, brauchen sie verlässliche Rahmenbedingungen – und vor allem Zuversicht, dass sich Leistung und Risiko langfristig lohnen. Genau diese Zuversicht ist derzeit jedoch leider weiterhin kaum vorhanden.
Zunehmend übernimmt der Staat die Rolle des Investors. Das kann kurzfristig stabilisieren, ist langfristig aber kein tragfähiges Modell. Veraltete Strukturen und ein aufgeblähter Verwaltungsapparat treiben die Kosten weiter nach oben – in einem ohnehin hoch besteuerten Land. Finanzierungslücken werden mit neuen Schulden geschlossen, statt mit erforderlichen Reformen. Der Spielraum für echte Zukunftsinvestitionen schrumpft.
Was fehlt, ist politischer Mut: der Mut, nicht mehr tragfähige Systeme neu zu denken, unbequeme Entscheidungen zu treffen und Perspektiven für kommende Generationen zu schaffen. Auch über die eigene Legislaturperiode hinaus. Das mag nicht immer einfach sein, notwendig wäre es aber jedenfalls.
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