Hans-Peter Metzler

Präsident der Wirtschaftskammer Vorarlberg, Herausgeber „Thema Vorarlberg“

(Foto: ©Markus Gmeiner)

Das Beste aus beiden Welten

April 2019

Emil Kowalski, ein Schweizer Physiker, hat einmal gesagt, dass der moderne Mensch die Komplexität der heutigen Zeit nicht einmal mehr ansatzweise überschaue, sich seines Nichtwissens aber immer weniger bewusst sei. „Der Mensch“, sagte Kowalski, „ignoriert seine Ignoranz.“ Dabei ist es doch gerade dieses Wissen um das Nichtwissen, das am Beginn allen Fortschritts steht. Wer meint, er wisse und könne ohnehin schon alles, verbaut sich seine Zukunft. Die Welt ist im Wandel. Und sich in dieser digitalen Transformation seiner Inkompetenz bewusst zu sein – das ist der erste Schritt, sich für die Zukunft zu rüsten. 

Wo stehen wir? Was brauchen wir? Wenn wir auch zukünftig so erfolgreich sein wollen, was müssen wir tun? Aufbauend auf diesen zentralen Fragen ist in Vorarlberg in den vergangenen Monaten einiges in Bewegung gekommen. Gutes wurde initiiert, Konkretes aufgesetzt. Stellvertretend für andere zukunftsgewandte Initiativen kann da „Code4Kids“ dienen – ein Projekt, das Kindern einen natürlichen und intuitiven Zugang zum Thema Digitalisierung ermöglicht. Volksschulkindern werden dabei erste Techniken beigebracht, wie sie komplexe Probleme strategisch lösen und dabei ihre Kreativität digital umsetzen können, mit einem spielerischen Ansatz lassen sich in kurzer Zeit erste Erfolge erzielen. Udo Filzmaier, einer der Initiatoren, sagte: „Unsere Verantwortung ist es, die Kinder mit allem nötigen Wissen versorgt zu haben, das diese neue Welt von ihnen verlangen wird.“

Doch ist auch da die richtige Balance zu finden. Denn in der Welt von morgen wird es beides brauchen – das Analoge und das Digitale. Beste Chancen werden diejenigen haben, die sich in der digitalen Welt wie selbstverständlich zurechtfinden, die aber auch um das Schöne der analogen Welt wissen. Das Wissen um das Fundament, das Vorarlberg früher stark gemacht hat und heute noch stark macht; auch das wird ein entscheidender Parameter sein – in einer Welt, in der Künstliche Intelligenz immer breiter eingesetzt wird. Tradition und Zukunft, Analoges und Digitales, Neues verstehen und Altes berücksichtigen, Technologie und Empathie, all das sind keine Gegensätze, bei Weitem nicht. Das Beste aus beiden Welten zu vereinen, das muss die Ambition sein, das muss das Ziel sein. Und wenn das gelingt, muss einem um die Zukunft nicht bange sein, vor allem in Vorarlberg nicht.

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