Hans-Peter Metzler

Präsident der Wirtschaftskammer Vorarlberg, Herausgeber „Thema Vorarlberg“

(Foto: ©Markus Gmeiner)

Ein neues Verständnis

Februar 2019

Wenn es stimmt, dass die Veränderung das Beständigste überhaupt ist, dann bleiben in dieser Lesart nur zwei Möglichkeiten: Man kann verändern. Oder man wird verändert. Wer aber verändern will, der muss die neue Zeit in ihrer Dramatik auch neu denken. Denn mit den alten Rezepten, das sagt beispielsweise der deutsche Wirtschaftsvordenker Lars Vollmer, könne der neuen Welt nicht mehr begegnet werden. Der „Dis.Kurs Zukunft“, initiiert von der Wirtschaftskammer Vorarlberg und von der Unternehmerschaft breit getragen, setzt genau da an – mit der Suche nach neuen Rezepten für eine neue Welt. 

Der Diskurs will eine breite Debatte über Gegenwart und Zukunft des Landes anstoßen – und gleichzeitig auch Strukturen in der Kammer-Organisation an neue Gegebenheiten anpassen. Denn da wie dort braucht es neue Herangehensweisen. Und ein neues Verständnis. Was sich einst bewährt hatte, in einer vergangenen oder zumindest zu Ende gehenden Zeit, ist neu zu denken. Es wäre fatal, nur zu kopieren, was bisher immer funktioniert hat, in der Annahme, dass sich das auch in Zukunft so fortschreiben wird. 

Die Digitalisierung ist das Zeitalter der exponentiellen Entwicklungen. Es ist historisch beispiellos, was da stattfindet – und sich immer schneller fortschreibt. Was vor Kurzem noch Zukunft war, ist heute Gegenwart und morgen schon veraltet. Und Illusionen sind fehl am Platz: Der Wandel ist unaufhaltsam. Und Stillstand ist nicht die Antwort. Begreifen wir diesen Wandel dagegen als Chance, nicht als Bedrohung, und finden in einem breiten gesellschaftlichen Diskurs neue Zugänge, dann können wir an der Zukunft partizipieren. Und damit auch verhindern, dass wir verändert werden, gegen unseren Willen.

Freilich: Wer ändern will, muss den Mut haben, sich selbst zu ändern. Das mag schmerzhaft sein, aber es ist alternativlos und Vorarlberg kann zudem aus einer Position der Stärke heraus agieren: Veränderung fällt leichter, wenn man selbst bestimmen kann. In dem Punkt mag auch die Geschichte Mut machen: Es waren in unserem Land auch früher schon mutige und richtige Entscheidungen getroffen worden. Ein Rat von US-Zukunftsforscher Alvin Toffler sollte den Weg vorgeben: „In der Beschäftigung mit der Zukunft ist Kühnheit besser angebracht als übergroße Zurückhaltung!“ Die neue Zeitenwende wird neuen Mut und ein neues Bewusstsein brauchen. Lasst uns kühn sein, auch im Denken!

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