Hans-Peter Metzler

Präsident der Wirtschaftskammer Vorarlberg, Herausgeber „Thema Vorarlberg“

(Foto: ©Markus Gmeiner)

Es geht nur gemeinsam

November 2020

Die Fallzahlen steigen, die Bedrohung ist real: Die zweite Welle hat Vorarlberg voll erfasst, sie trifft Gesellschaft und Wirtschaft hart, und es ist mehr denn je ein gemeinsames Vorgehen notwendig, um in dieser beispiellosen Zeit der Herausforderung und Verunsicherung bestehen zu können.

Natürlich dient der neuerliche Lockdown dem Ziel, Land und Leute bestmöglich durch diese Krise zu bringen und eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern. Die von der Politik neu verfügten Maßnahmen sind für die Wirtschaft allerdings nur schwer zu kompensieren, und das ist von der Öffentlichkeit und der entscheidenden Politik ebenso entsprechend zu berücksichtigen.
Um die Liquidität der Betriebe und damit auch tausende Arbeitsplätze im Land zu sichern, um den Unternehmen zumindest etwas Planbarkeit und Sicherheit zu geben, braucht es jetzt schnelle und unbürokratische finanzielle Hilfe. Wobei nach wie vor außer Streit steht, dass Optimismus „Pflicht ist“ und Pflicht bleiben muss, gerade in Zeiten wie diesen. Denn auch der Optimist sieht Verwerfungen in aller Deutlichkeit; er ist aber, im Unterschied zum Pessimisten davon überzeugt, dass die Zukunft eine bessere sein wird.

Nur: Wir werden lernen müssen, mit und nicht gegen Corona zu wirtschaften und zu leben, und diese Erkenntnis ist zwingend auch als Appell an die Politik zu verstehen, künftig umfassender zu urteilen, breiter zu urteilen. Es muss, um das salopp zu formulieren, in jedem Fall vermieden werden, dass aus dem Lockdown ein Knockdown wird.

Ökonom David Stadelmann sagt übrigens, dass Corona mittlerweile mehr Krise, denn Krankheit sei, der Wissenschaftler an der Universität Bayreuth erklärt aber auch: „Ich bin durchaus optimistisch, dass wir alles wieder in den Griff bekommen. Aber eben nur, wenn wir rasch zu einer vernünftigen gesamtgesellschaftlichen Risikoabwägung kommen.“ Es ist also, im wirtschaftlichen und im gesellschaftlichen Sinn, hoch an der Zeit, sich um einen sachlicheren Blick zu bemühen – und zu erkennen, dass die Schäden in wirtschaftlichen, sozialen und gesellschaftlichen Systemen, auf die Zukunft gerechnet, nicht minder bedrohlich sind. Es ist dies ein Appell an die Politik. Es ist diese Erkenntnis aber auch massenmedial in die Mitte der Gesellschaft zu führen und dort zu diskutieren, in einer Debatte, die sich zur Zeit oftmals nur zwischen den beiden Polen der Corona-Leugner und der Corona-Hysteriker abspielt. Wir werden diese Krise überwinden. Wenn wir zusammenhalten.

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