Hans-Peter Metzler

Präsident der Wirtschaftskammer Vorarlberg, Herausgeber „Thema Vorarlberg“

(Foto: ©Markus Gmeiner)

Was Hoffnung gibt

April 2020

Wir sind auf rauer See. Die Situation ist dramatisch, bisher Unvorstellbares wurde binnen weniger Tage Wirklichkeit. Und der medizinischen Krise wird eine wirtschaftlich äußerst anspruchsvolle Zeit folgen, mit einer Rezession und mit globalen Verwerfungen. Aber: Es ist so, wie es ist. Das ist die Realität. Und daraus haben wir alle das Beste zu machen. 
Denn ebenso, wie sich die Realität nicht schönreden lässt, darf in dieser Zeit auch nicht verschwiegen werden, was uns Mut macht und was uns hoffen lässt. Als da wären: Der Zusammenhalt in der Bevölkerung. Die Disziplin der Menschen. Der unermüdliche Einsatz all jener, die auch in dieser schweren Zeit die systemrelevanten Strukturen des Landes aufrechterhalten. Die Führungsqualität, die Österreichs Verantwortliche in der Politik, in der Sozialpartnerschaft und in vielen anderen Bereichen seit Beginn der Krise an den Tag legen. Und die Gemeinsamkeit der bisher getroffenen, immens wichtigen Entscheidungen. 
So hat die Auszahlung von Unterstützungen an die kleinsten Unternehmen im Rahmen des Härtefall-Fonds und damit der erste Schritt der Realisierung des insgesamt 38 Milliarden Euro schweren Hilfspakets für die österreichische Wirtschaft begonnen. Es werden weitere Schritte folgen. Martin Kocher, der Leiter des Instituts für Höhere Studien, erklärte in diesem Zusammenhang: „Mit den Eindämmungsmaßnahmen und dem wirtschaftlichen Schutzschild von 38 Milliarden lebt die Chance auf eine rasche Erholung.“ Die Chance auf eine rasche Erholung? Es sind auch Sätze wie dieser, die Mut machen sollten. Und Mut machen sollte auch, mit welchem Nachdruck Forscher weltweit an einer Lösung des medizinischen Problems arbeiten. 
Zukunftsforscher sagen übrigens, dass es nach der Krise im positivsten Sinn eine neue Welt geben könnte; eine Welt, in der sich die Menschen mehr auf das eigentlich Wesentliche konzentrieren, indem sie die Lehren aus der Jetztzeit ziehen. Die Zukunftsforscher mögen recht haben.
Doch vorab gilt es, die Gegenwart zu meistern. Und da zeigt sich mehr denn je, dass Land und Leute nur in ihrer Gesamtheit zu denken sind und dass nicht differenziert werden darf zwischen Wirtschaft und Gesellschaft. Mehr denn je zeigt sich aber auch, wie wichtig es ist, optimistisch zu bleiben. An dem sollten wir uns orientieren. Wir dürfen nur den Mut nicht verlieren. Wir müssen besonnen bleiben, vor allem in dieser schweren Zeit.
Wir kommen da raus. Wir müssen uns an das halten, was Oscar Wilde einst gesagt haben soll. Am Ende wird alles gut! Und wenn es noch nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende.

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