Andreas Dünser

Chefredakteur "thema vorarlberg" (andreas.duenser@themavorarlberg.at)

Kommentar: Schellhorns Idee

Februar 2026

Politik ist schnelllebig, Sätze geraten in Vergessenheit, aber eine Wortspende muss an dieser Stelle doch nochmals erwähnt sein, die von Sepp Schellhorn. Der Salzburger sagte vor wenigen Wochen: „Drei statt neun Bundesländer, das kann ich mir als Privatperson vorstellen. Ich bin ein Freund dieser Idee.“ Nun wär’s recht egal, was sich der Mensch vorstellen kann, hätte wirklich eine Privatperson gesprochen. Es wär auch egal, hätte sich da der politisch siebte Zwerg von links zu Wort gemeldet. Aber Schellhorn ist Staatssekretär für Deregulierung und als solcher damit beauftragt, Österreich zu entbürokratisieren. Und da irritiert diese Geisteshaltung dann doch einigermaßen. Nun hat zwar auch diese Idee – wir bleiben aus Gründen der Höflichkeit bei dieser Wortwahl – keine Chance auf Umsetzung. Österreich ist nicht reformierbar, nur in Details gestaltbar. Aber es ist bemerkenswert, wie viel politischer Nonsens auch medial unwidersprochen bleibt und selbst in der Landespolitik nicht zum Thema wird. Landeshauptmann Markus Wallner nannte Schellhorn „extrem respektlos“, blieb aber der einzige Vorarlberger Politiker, der sich meldete. Der Rest schwieg. Es hat sich wirklich vieles geändert. Auch in unserem Land.

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