

Im Für bleiben!
Warum Kulturförderung eine Investition in den Wirtschafts- und Lebensraum Vorarlberg ist.
Kunst öffnet die Seele.“ „Den Charme, den Glanz und das Leuchten einer Stadt verleiht ihr die Kunst.“ „Kunst und Kultur sind das soziale Bindegewebe.“ Diese Aussagen stammen nicht aus der Kunst und Kultur selbst. Sie kommen von Persönlichkeiten aus Industrie, Tourismus, Handel, Dienstleistung, Sozialem und Wirtschaft. Genau diese Stimmen versammelt Kultfür! seit Juni. Die Kampagne macht sichtbar, dass Kultur keine Branchenfrage ist, sondern Teil eines Netzwerks, das unsere Gesellschaft trägt. Der Anlass ist ernst. Während das Land Vorarlberg eine Fortschreibung des Kulturbudgets in Aussicht stellt, stehen auf Bundes- und Gemeindeebene weitere Kürzungen im Raum. Sie treffen einen Bereich, der seit Jahrzehnten unter prekären Bedingungen arbeitet. Förderungen haben mit den realen Kosten kaum Schritt gehalten, Rücklagen sind im gemeinnützigen Bereich wenig bis überhaupt nicht möglich. Weitere Einschnitte gefährden daher nicht nur einzelne Projekte, sondern die kulturelle Infrastruktur insgesamt.
Kultur schafft mehr als Wertschöpfung
Kultur ist keine Ausgabe neben der Wirtschaft, sie ist Teil der Wirtschaft. Dieser Zusammenhang wird in der Budgetdebatte noch immer unterschätzt. Kultur schafft regionale Wertschöpfung. Veranstaltungen bringen Gäste in Gastronomie und Hotellerie, schaffen Aufträge für Technikbetriebe, Grafik, Druck, Mobilität und viele weitere Bereiche. Sie macht Regionen attraktiv für Fachkräfte, Studierende und Unternehmen. Wer Kultur stärkt, stärkt auch den Wirtschaftsstandort. Vorarlberg steht für Qualität in Architektur, Handwerk, Design, Industrie und Innovation. Dieser Ruf lebt von Kreativität und Offenheit. Kultur ist kein Zusatz zu diesem Selbstverständnis, sondern Teil seiner Grundlage.
Was sich nicht berechnen lässt
Doch Kultur lässt sich nicht auf Wirtschaft reduzieren. Nicht alles, was eine Gesellschaft trägt, ist in Kennzahlen erfassbar und viel zu selten fragen wir, was Kultur bedeutet und was es kostet, sie zu verlieren. In der Debatte um öffentliche Mittel wird oft betont, dass alle ihren Beitrag leisten sollen. Dieser Gedanke ist richtig, greift aber zu kurz, wenn er unterschiedliche Möglichkeiten innerhalb der Gesellschaft ausblendet. Sparen ist keine neutrale Handlung. Es macht einen Unterschied, wo und bei wem gekürzt wird. Am Ende geht es nicht um getrennte Interessen, sondern um ein gemeinsames gesellschaftliches Gefüge. Entscheidend ist, wie Verantwortung verteilt wird, damit es stabil bleibt. Kultur eröffnet Räume für Begegnung, Widerspruch und Perspektivenwechsel. Sie schafft Vertrauen, stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt und ermöglicht Bildung im besten Sinn: die Fähigkeit, Zusammenhänge zu erkennen, unterschiedliche Sichtweisen auszuhalten und das eigene Tun zu reflektieren. Gerade in Zeiten wachsender Polarisierung ist das eine unverzichtbare demokratische Ressource.
Wir öffnen die Arme
Vielleicht liegt genau darin das Besondere: Kultfür! versteht sich nicht als Initiative einer einzelnen Branche. Wir öffnen die Arme und laden Wirtschaft, Tourismus, Bildung, Wissenschaft, Soziales, Umwelt und Politik dazu ein, Kultur als gestaltende Kraft zu begreifen. Sie ist Teil eines Beziehungsgeflechts, das unseren Wirtschafts- und Lebensraum trägt. Das „Für“ in Kultfür! erinnert auch an die Feuerstelle: ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen, teilen, zuhören, streiten und entdecken, was sie verbindet. Es reicht nicht, Kultur wichtig zu finden. Man muss sie auch ermöglichen.
Mehr: https://vorarlberg.igkultur.at/projekt/kampagne






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