Hans-Peter Metzler

Präsident der Wirtschaftskammer Vorarlberg, Herausgeber „Thema Vorarlberg“

(Foto: ©Markus Gmeiner)

Ein positives Zukunftsbild!

September 2021

Nachhaltigkeit ist in Vorarlberg längst schon zu einem bedeutenden Faktor geworden, das Thema ist ins Bewusstsein der Menschen und in die Mitte der Gesellschaft gerückt, es gibt zahlreiche positive Beispiele, die das Engagement vieler Unternehmer in diesem Bereich klar belegen. Regionale Betriebe liegen bei Energieeffizienz, Umwelt- und Klimaschutz im weltweiten Spitzenfeld, sie leisten seit vielen Jahren ihre Beiträge. 
Doch das wird von so manchem Kritiker ignoriert, stattdessen ein negatives Bild entworfen, das der Realität nicht einmal im Ansatz gerecht wird. Ganz im Gegenteil, es entwertet auch den Einsatz, mit dem viele Unternehmer nachhaltig wirtschaften. Natürlich braucht es, gesamthaft gesehen, noch mehr Mut, mehr Klarheit, mehr Tempo; aber ebenso braucht es die Akzeptanz und Würdigung dessen, was in Vorarlberg bereits geschehen ist.
Stattdessen nehme ich wahr, dass von bestimmten politischen Seiten ein Alarmismus gepflegt wird, der die Menschen erschreckt, der sie mit Pessimismus in die Zukunft schauen lässt und der die Suche nach den notwendigen Lösungen damit auch immer schwerer macht.
Franz Kühmayer, Wirtschaftsvordenker und Trendforscher, sagt in diesem Zusammenhang, der Mensch brauche ein lohnendes Zielbild, auf das hinzuarbeiten sich rentiere: „Wir brauchen eine Aufbruchserzählung, die uns Verlustängste nimmt; eine große Erzählung der Zukunft, die nicht den drohenden Verzicht, sondern den zu erwartenden Gewinn propagiert.“ Ihm zufolge würden sich die Menschen nach einer derartigen positiven Aufbruchserzählung geradezu sehnen: „Die aber darf nicht von oben nach unten verordnet werden, vielmehr muss eine solche Aufbruchserzählung in einem großen partizipativen Prozess entstehen.“
Erreichen werden wir das, was erreicht werden muss, nur im großen Miteinander, und dazu hat man auf das potenziell Positive der Zukunft zu verweisen und nicht ständig nur auf das potenziell Negative. Im Übrigen verkennen diejenigen, die aus ideologischen Gründen stets die Maximalforderung erheben und nicht den gesellschaftlichen Kompromiss suchen, dass die Weichenstellungen in Richtung Zukunft für die Menschen verkraftbar sein müssen. Wer die Lösung aller Probleme nach wie vor in sinkendem Wachstum sieht, hat – beispielsweise – aus der Pandemie nicht die richtigen Schlüsse gezogen und nach wie vor nicht begriffen, wie untrennbar Wirtschaft und Gesellschaft miteinander verbunden sind. Wir brauchen ein nachhaltiges Wachstum, das uns im Erreichen der notwendigen Ziele unterstützt. Gegenwart und Zukunft lassen sich nur gemeinsam, nicht gegeneinander bewältigen.

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