Chefredakteur "thema vorarlberg" (andreas.duenser@themavorarlberg.at)
Andreas Dünser
„Das Leben ist kein Bausparvertrag fürs Jenseits“
„Spiegel“-Redakteur Alexander Neubacher (48) wehrt sich gegen die Verbots- und Bevormundungsgesellschaft und sagt im „Thema Vorarlberg“-Interview: „Eine Politik, die verhindert, dass Bürger für sich selbst Verantwortung übernehmen, ist kontraproduktiv.“ Der Staat habe für den Bürger längst schon das Denken übernommen, mit gravierenden Folgen für die Gesellschaft. Den Grünen attestiert der Berliner Journalist „eine Persönlichkeitsstörung, an der jeder Psychiater seine helle Freude hätte“.
Die Beziehung des Vorarlbergers zu seinem Bundesland
Im Vorfeld der Landtagswahl 1969 ließ die Vorarlberger ÖVP vom Wiener Institut für Marktforschung Dr. Walter Fessel eine groß angelegte Untersuchung im Land durchführen. Abgefragt wurden alle möglichen Problemstellungen, mit denen Land und Leute damals konfrontiert waren. Unverändert lesenswert ist dabei das einleitende Kapitel der Studie, versuchten sich die (Wiener) Studienautoren doch an einer prinzipiellen Beschreibung des Vorarlbergers – mit der Begründung, dass man zuerst den typischen Vorarlberger verstehen müsse, um daraus dann eine zielgerichtete Politik ableiten zu können. Auf geht’s.
Ein Jahrhundertprojekt
Noch gibt es Skeptiker auf beiden Seiten des Rheins, aber das Projekt wird immer konkreter: Rhesi soll die Hochwassersicherheit im Rheintal auf signifikante Weise erhöhen. Fällt der Startschuss, werden die Bauarbeiten zwei Jahrzehnte lang dauern und mindestens 600 Millionen Franken kosten. Rhesi ist die Geschichte einer gigantischen Unternehmung, aber auch eine Geschichte voll historischer Warnungen und ein Auftrag an die heutige Gesellschaft, zu wiederholen, was um 1900 gelungen war: Ein visionäres Projekt umzusetzen. Ein Jahrhundertprojekt.
Von den Möglichkeiten, der Tyrannei von Moral und Werten zu entkommen
Der Philosoph Andreas Urs Sommer (43) sagt im „Thema Vorarlberg“-Interview, dass Werte niemals eine absolute Gültigkeit haben können, sondern immer nur eine Frage der Perspektive sind – und illustriert das Gesagte am Fall Böhmermann und an der österreichischen Bundespräsidentenwahl. Sommers Credo: „Wir sollten mutig die Vielfalt der Werte und auch die Veränderbarkeit der Werte verteidigen.“




