Sabine Barbisch

Von der Entdeckung des Film- und Musiklandes Vorarlberg

Mai 2016

Es ist unbestritten, dass Vorarlberg allein durch seine Natur- und Architektur­schätze reich an potenziellen Filmkulissen ist. Die vielfältigen Leistungen der Film- und Musik­wirtschaft machen das Puzzle für die perfekte Filmlocation aber erst komplett. Ein Gespräch mit Teddy Maier über das Film- und Musikland Vorarlberg.

Ist eine Filmcrew auf der Suche nach der perfekten Produktionslocation, fällt der Blick neuerdings gerne auf Vorarlberg. Der Bodensee, die umliegenden Berge, die Täler, die lebendige Kultur und innovative Architektur – all das macht Vorarlberg als Filmkulisse attraktiv. Für die perfekte Produktionslocation braucht es aber mehr. Teddy Maier, Fachvertretungsobmann der Film- und Musikwirtschaft Vorarlberg, erklärt: „Die ‚Spezialität‘ der Film- und Musikschaffenden Vorarlbergs ist das starke Netzwerk. Das Angebot im Land reicht von Kameraleuten und Autoren über Komponisten, Schauspieler und Statisten bis hin zu Aufnahmeleitern, Cuttern, Sounddesignern und Drehbuchautoren. Allein die Vielfalt der angebotenen Leistungen zeigt das Potenzial für erfolgreiche Projektpartnerschaften: Werbe- und Imagefilme für große Konzerne, Kinofilme, TV-Serien und Dokumentationen – für all diese Produktionen finden Kunden geeignete Partner.“ Parallel dazu entwickelt sich eine neugierige und innovative junge Szene. Soziale Medien und neuartige Produktionsweisen bieten Chancen für ungewöhnliche und kreative Ergebnisse.

Regionale Partnerschaften

Wenn es darum geht, große Aufträge in Vorarlberg optimal umzusetzen, schließen sich verschiedenste Unternehmen zu Kooperationen zusammen. Der Mut für ausgefallene Lösungen und das technische Know-how, diese auch perfekt umzusetzen, zeichnen die Branche in Vorarlberg aus. Daneben ist vor allem Kreativität und Leidenschaft für den Erfolg einer Produktion essenziell: „Unsere Mitgliedsunternehmen schaffen diesen Spagat und können deshalb im internationalen Wettbewerb sehr gut bestehen.“ Auch die Lage Vorarlbergs im Drei­ländereck sei ein „Segen für die Branche“, betont Teddy Maier. Dies gelte sowohl für das Lukrieren neuer Kunden als auch für eine grenzüberschreitende Ressourcennutzung.

Das „Filmwerk Vorarlberg“

Seit 2010 gibt es das „Filmwerk Vorarlberg“. In dieser Qualitätsgemeinschaft haben sich über 20 Unternehmen zusammengeschlossen, um die heimische Film- und Musikwirtschaft zu stärken. „Das geschieht durch den gemeinsamen Onlineauftritt, die Zusammenarbeit in Sachen Weiterbildung, Vermarktung und Vernetzung und nicht zuletzt durch Austausch mit Größen der Branche“, erklärt Maier. Für das neue Format „Filmwerk.schau“ sollen heuer zwei Große der Szene zurück nach Vorarlberg kommen: Filmmusikkomponist, Drehbuchautor und Filmproduzent Harald Kloser aus Los Angeles, Regisseur Hans Weingartner aus Berlin. „Beide verstehen ihr Handwerk perfekt und werden berichten, wie sie arbeiten. Für die Teilnehmer ist es eine tolle Möglichkeit, mit etablierten Filmemachern ins Gespräch zu kommen und Kontakte zu knüpfen.“ Die „Filmwerk.schau“ ist offen für alle Interessierten und richtet sich speziell an junge Filmschaffende.

Der Film gehört zu Vorarlberg

Einer der wichtigsten Erfolge des „Filmwerk Vorarlberg“ ist die Etablierung einer Filmförderung von derzeit 250.000 Euro. „Gedreht wird dort, wo es eine solche Förderung gibt“, weiß Maier. Das hat sich auch in Vorarlberg bewahrheitet: „Seit der Einführung der Filmförderung ist die Zahl der Produktionen im Land gestiegen. Hierbei handelt es sich in erster Linie um TV-Produktionen wie ‚Universum‘ und ‚Die Toten vom Bodensee‘. Auf längere Sicht sind solche Projekte sehr interessant für das Land; so profitieren nicht nur Film- und Musikwirtschaft, sondern auch die Hotellerie und Gastronomie, das Transportwesen, die Handwerker und natürlich Schauspieler, Statisten und sonstige Helfer vom gesteigerten Interesse an Vorarlberg als Filmlocation.“ Mit diesem Argument plädiert Teddy Maier für eine weitere Steigerung des Förderungsbetrags. Dies könne – im besten Fall in Kombination mit der Etablierung einer eigenen Film-Kommission als Anlaufstelle – die Film- und Musikszene als Wirtschaftsfaktor weiter stärken. Die Vorarbeit für dieses Ziel sei geglückt, jetzt gehe es darum, sich als Vorarlberger Film- und Musikschaffende innerhalb und außerhalb der Landesgrenzen als professionelle Partner zu präsentieren. „In kaum einer anderen Branche hängen Leidenschaft und Kreativität so essenziell zusammen. Unser eigener Anspruch ist sehr hoch, jeder neuen Herausforderung begegnen wir mit Ehrfurcht und Neugier. Genau das schätzen unsere Kunden am Film- und Musikland Vorarlberg“, schließt Teddy Maier.

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