Christoph Jenny

Direktor der Wirtschaftskammer Vorarlberg

(Foto: © Dietmar Walser)

Nur eine koordinierte Strategie bringt Erfolg

Oktober 2019

Im Vor- und Grundschulalter entwickeln Kinder ein enormes Interesse an ihrer materiellen Umwelt. Vielfältige sinnliche, operationale und kognitive Auseinandersetzungen mit den Dingen sowie der Natur und ihren Phänomenen sind daher nötig. Denn Kinder wollen ihre Umwelt „begreifen“. Kinder sind neugierig. Soweit die gute Nachricht. Die schlechte: Mit 14 ist bei vielen diese Neugier erloschen. Das ist nicht nur schade für den Einzelnen, es ist gleichzeitig ein Problem für unsere Volkswirtschaft. Wenn unser Land in Wissenschaft, Forschung und Innovation zur Spitze gehören will, brauchen wir mehr Menschen, die sich für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – kurz: MINT – begeistern.
Und genau das müssen wir fördern. Viele Projekte wurden dafür bereits aus der Taufe gehoben. Allerdings wird in diesen meist unkoordiniert und ohne die notwendige Abstimmung gearbeitet. Was bislang fehlt, ist eine gesamthafte strategische Ausrichtung schulischer und außerschulischer Aktivitäten sowie ihre Bündelung. Die Gründe für den Fachkräftemangel sind vielfältig: Die Konzentration der Jugend auf eben einige wenige Berufe, mangelnde Flexibilität, zurückgehendes Interesse an Technik und Naturwissenschaften, zudem spielen gesellschaftliche Veränderungen eine Rolle. Gut und richtig ausgebildete Menschen für den Wirtschaftsstandort sichern die Zukunft des Landes.
Umso wichtiger ist es daher, nun eine koordinierte MINT-Strategie auf Schiene zu bringen. Gemeinsam mit der Wirtschaft und wichtigen Institutionen wird nun ein strategischer Entwicklungsprozess gestartet, der das Ziel verfolgt, künftig noch mehr junge Menschen für Technik und Naturwissenschaften zu begeistern; in weiterer Folge die darin vorgesehenen Aktivitäten umzusetzen und diese regelmäßig auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen.
Deutsche Studien belegen: Um bei Kindern und Jugendlichen das Interesse für Technik und Naturwissenschaft zu wecken, sind nachhaltige Ansätze erforderlich. Eine ganz wesentliche Bedeutung kommt dabei der Schule entlang der gesamten Bildungskette zu. In einer altersgerechten und didaktisch-modernen schulischen Technikbildung liegt ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg. Außerschulische Motivationsprojekte bilden dazu eine wichtige und wertvolle Ergänzung.

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