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Vorarlberg entwickelt sich zur Marke Markenexzellenzprozess soll dem ganzen Land zugutekommen

Seit am 19. März der offizielle Startschuss zum Projekt „Marke Vorarlberg“ erfolgt ist, zeigen sich erfreuliche Entwicklungen. Die vielen Stunden, in denen gearbeitet, recherchiert und diskutiert wurde, erweisen sich als gute Saat!

Zur Erinnerung: Das Amt der Vorarlberger Landesregierung hat die Managementberatung „Brand Trust“ beauftragt, einen landesweiten Markenentwicklungsprozess durchzuführen. Ziel dieses Prozesses ist es, das Gemeinschaftsgefühl im Land zu stärken, um für die Herausforderungen der Zukunft optimal vorbereitet zu sein. Eine Marke macht Vorarlberg von innen heraus stark und nutzt damit Potenziale zur Steigerung der Wirtschafts- und Innovationskraft. Sie schafft Bewusstsein für die Leistungen der Region und ist eine Basis für Stolz und Identität. Gewünscht und gefordert war dieser Prozess von mehreren Seiten und Interessensvertretungen. Die breite Unterstützung und die Zustimmung zahlreicher Meinungsbildner im Land signalisieren: „Weitermachen!“
Um mit Gerhard E. Blum nur einen herauszuheben: „Den Entschluss der Landesregierung, eine Markenstrategie für das Land Vorarlberg zu entwickeln, begrüßen wir sehr. Wir wollen als Familienunternehmen in der Region helfen, die Marke Vorarlberg mitzutragen und zu stärken, indem wir nachhaltig wirtschaften und Innovationen schaffen.“ Im Kern des Markenprozesses steht eine 30-köpfige Projektgruppe. Gemeinsam mit „Brand Trust“ erarbeitet sie in insgesamt sechs Workshops den Inhalt dieser Marke. Fünf Workshops haben bereits stattgefunden. Und zwar äußerst ertragreich! Über 500 Seiten zählen allein die bisher zusammengestellten Unterlagen und Protokolle. Schon klar – Qualität vor Quantität, diese wird von den Beteiligten ebenfalls gutgeheißen. Gesammelte Einschätzungen sind dazu auf www.marke-vorarlberg.at/personen zu finden.

Spitzenleistungen

Zu den Methoden eines Markenprozesses zählt es, sämtliche Spitzenleistungen zu sammeln, um sie später zu verdichten. Diese Sammlung füllte beim ersten Workshop vier große Plakatwände. Die Bandbreite war enorm: Das kulturelle Angebot, das neben Leuchttürmen wie den Bregenzer Festspielen, dem Kunsthaus Bregenz sowie preisgekrönten Museen zahlreiche kleinere Initiativen beinhaltet, die Wirtschaftsstärke des Landes – Vorarlberg hat sich in die Top-Liga der europäischen Regionen hochgearbeitet –, die landschaftliche Vielfalt zwischen Bodensee und Gletscher, die Innovationsbereitschaft, die Energiewirtschaft, die sich seit Beginn ihrer Geschichte durch Pionierleistungen auszeichnet, die Errungenschaften in der Architektur, im Holzbau sowie im Handwerk, Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, Gemeinden, die das Zusammenleben sympathisch und charmant gestalten, Errungenschaften im Tourismus …

Werte und Haltungen

Natürlich ist eine Ansammlung an Spitzenleistungen noch lange keine Marke, sie ist ein erster Schritt in einem Marken­exzellenzprozess. Denn die Frage ist doch: Wie ist es möglich, dass so viele sehr gute Ergebnisse in so vielen verschiedenen Bereichen vorliegen? Warum gibt es in diesem Land so viele Menschen, die sich offensichtlich besonders anstrengen, irgend etwas außerordentlich gut zu machen? Liegen da bestimmte Lebenseinstellungen und Wertehaltungen zugrunde?

Ohne Zweifel: Leistung wird in Vor­arlberg hoch angesehen. Auch andere Attribute wie Bodenständigkeit oder Bescheidenheit werden der Bevölkerung gerne zugeschrieben. Dennoch, es wäre wohl vermessen, zu behaupten, dass diese Eigenschaften die Vorarlbergerinnen und Vorarlberger zu etwas Besonderem machen. Schließlich gibt es im ganzen Bodenseeraum höchst erfolgreiche Gegenden mit einer hohen Lebensqualität.

Zum Prozess „Marke Vorarlberg“ gehört deshalb auch der Blick in die Zukunft. Wir leben nicht auf einer Insel und sind globalen Trends teilweise schlichtweg ausgesetzt. Wer eine Marke entwickelt, sollte diesen Teil daher nicht auslassen. Die Megatrends sind allgemein bekannt: Globalisierung, New Work, Urbanisierung, Regionalität, Vereinfachung, Digitalisierung, demografischer Wandel … Zwei Tage lang setzte sich die Gruppe mit diesen Größen und ihrer Verbindung mit Vorarlberg auseinander. Es entstanden Bilder und Szenarien, die von ganzheitlichem Denken geprägt waren.
Ein Tenor, der sich durch den gesamten Prozess durchzieht. „Wenn, dann kommen wir nur als Ganzes vorwärts“, meinte auch Klaus-Dieter Koch, der Geschäftsführer von „Brand Trust“. In einer Umfrage wird beispielsweise die Wahrnehmung der Bevölkerung abgefragt. Wie in der letzten Ausgabe von „Thema Vorarlberg“ berichtet, zeigen erste Zwischenergebnisse eine hohe Wertschätzung, besonders die Natur und die Lebensqualität werden als sehr positiv wahrgenommen. Die Umfrage läuft noch mehrere Wochen, die Ergebnisse fließen in den Markenprozess ein. Abgesehen davon gibt es auch andere Möglichkeiten, sich einzubringen. Beispielsweise werden Bildmotive gesammelt, die die Identität Vorarlbergs zum Ausdruck bringen.

Trotz aller Bemühungen um eine Gesamtsicht der Dinge: Zu einem Markenprozess gehört auch die Entscheidung fürs Wesentliche. In den letzten beiden Workshops gab es deshalb ein besonders wichtiges Wort: Nein! Weglassen hieß die Kunst, Zuspitzung war gefragt. Wie groß diese Herausforderung war, kann man sich vorstellen. Schließlich ist Vorarlberg ein komplexes und vielschichtiges Phänomen. Auch die Markenstrategie-Entwicklung vor drei Tagen forderte Mut zur Entscheidung. Dank der Moderation des „Brand Trust“-Teams ist der Projektgruppe aber auch diese Aufgabe sehr gut gelungen! Somit ist nur noch ein Workshop offen. Das Ergebnis soll dem ganzen Land zugutekommen.

www.marke-vorarlberg.at, Facebook #markevorarlberg

07.07.2018

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Christina Meusburger

Begleitung im Markenentwicklungsprozess

(Foto: © Elke Lenz)

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