Christoph Jenny

Direktor der Wirtschaftskammer Vorarlberg

(Foto: © Dietmar Walser)

Berufsorientierung statt Bildungsabbruch

November 2019

Was soll ich werden? Diese Frage stellt sich irgendwann wohl jeder Jugendliche. Und dies in Zeiten, in denen die Berufswelt immer dynamischer und immer komplexer wird. Berufsorientierung lautet da das Zauberwort, wissend, dass Bildungs- und Berufsentscheidungen wichtige Lebensentscheidungen sind. Volkswirtschaftlich ist es kein Geheimnis: Drop-out und früher Bildungsabbruch sind ein ernstzunehmendes Problem; für die Betroffenen, deren Zukunftsaussichten damit eingetrübt werden, und für die Gesellschaft, die die Kosten dafür zu tragen hat. Ein Abbruch vermindert spätere Lebens- und Berufschancen und trägt langfristig dazu bei, dass persönliche Risiken wie Gesundheitsgefährdung, soziale Ausgrenzung oder Arbeitslosigkeit über die Lebensspanne hinweg hoch sind. 
Also muss es heißen, gegenzusteuern. Rechtzeitig. Frühzeitig. „Bildung ist nicht das Befüllen von Fässern, sondern das Entzünden von Flammen.“ Vor dem Hintergrund dieses Zitats von Heraklit darf das Ziel dennoch nicht nur lauten, mit einer starken Bildungs- und Berufsorientierung in möglichst vielen Menschen die Flammen der Begeisterung zu entzünden, sondern sie auch dazu zu ermutigen, sich für einen Bildungs- oder Berufsweg zu entscheiden, der ihre Begabungen, Talente und Interessen widerspiegelt. Dies zu erkennen, braucht in vielen Fällen Unterstützung. Umso wichtiger ist es, Jugendlichen und deren Eltern in der Phase der Entscheidung, welchen Weg sie beruflich oder schulisch einschlagen wollen, eine umfassende und bestmögliche Informations- und Beratungsplattform bieten zu können. Mit unserer Ausbildungsmesse „Messe i“ leben wir die Vision eines großen Marktplatzes zur Berufsorientierung. Das vor zwei Jahren erstmals präsentierte Ausstellungserlebnis haben wir weitergedacht und vor allem weiterentwickelt. Das Informations- und Erlebnisangebot von 7. bis 9. November in fünf Hallen des Messequartiers Dornbirn wird ein noch breiteres sein. In erster Linie geht es um Bildung zum Angreifen. Über 80 Lehrberufe machen wir erlebbar, die regionalen Lehrlingsinitiativen sind vor Ort und es präsentieren über zehn verschiedene Schultypen ihre Angebote. BIFO und AMS beraten rund um die Themen Berufsorientierung und Ausbildungswege. Alle arbeiten hier zusammen, denn wir wollen, können und müssen Orientierung geben.

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