
Mut zur Sichtbarkeit
Warum Unternehmerinnen ihren Platz einnehmen sollten.
Mut beginnt genau dort, wo die Komfortzone endet.“ Mit dieser Botschaft begeisterte Moderatorin, Style-Expertin und Bestsellerautorin Martina Reuter beim Unternehmerinnenforum von Frau in der Wirtschaft Vorarlberg. Unter dem Titel „Dein Auftritt entscheidet – wie du gesehen wirst, bestimmst du“ sprach sie über Sichtbarkeit, Selbstvertrauen und die Kraft, den eigenen Weg konsequent zu gehen. Wer Martina Reuter kennt, weiß: Sie spricht nicht nur über Veränderung, sie lebt sie. Die ehemalige TV-Moderatorin hat in den vergangenen Jahren eine beeindruckende persönliche Transformation durchlaufen. Sie verlor mehr als 50 Kilogramm Körpergewicht, wurde mit über 45 Jahren Bodybuilderin und stellt sich immer wieder neuen Herausforderungen. Erfahrungen, die ihre Botschaft glaubwürdig machen, denn: Selbstvertrauen entsteht nicht durch Abwarten, sondern durch Handeln.
Die Macht des ersten Eindrucks
„Der erste Eindruck ist unglaublich wichtig“, betont Reuter. Menschen entscheiden oft innerhalb weniger Sekunden darüber, ob sie jemandem Kompetenz, Vertrauen und Präsenz zuschreiben. Dabei geht es keineswegs um Perfektion oder äußere Schönheit. Vielmehr sind Haltung, Stimme, Kleidung, Körpersprache und Ausstrahlung entscheidende Faktoren dafür, wie andere Menschen uns wahrnehmen. Gerade Frauen unterschätzen die Bedeutung des eigenen Auftritts häufig. Sich bewusst mit der eigenen Wirkung auseinanderzusetzen, sei jedoch keine Oberflächlichkeit, sondern ein strategisches Werkzeug. „Es geht darum, die eigene Kompetenz sichtbar zu machen“, betont Reuter. Wer etwas zu sagen habe, dürfe dies auch zeigen.
Frauen waren immer mutig
Braucht es für erfolgreiche Frauen heute tatsächlich noch Mut, sichtbar zu werden? Für Martina Reuter lautet die Antwort eindeutig: Ja – allerdings nicht, weil Frauen weniger mutig wären als Männer. „Frauen waren schon immer mutig“, sagt sie. Viele würden täglich Höchstleistungen erbringen – beruflich, privat und gesellschaftlich. Der Unterschied liege oft darin, dass Männer gelernt haben, ihre Erfolge offensiver zu kommunizieren. Frauen hingegen neigen dazu, auf den perfekten Zeitpunkt zu warten oder erst dann vorzutreten, wenn sie sich vollständig vorbereitet fühlen. Reuter verweist auf ein bekanntes Phänomen: Während Männer häufig bereits bei 70 Prozent Sicherheit eine Chance ergreifen, warten Frauen oft auf 100 Prozent. Dadurch bleiben Potenziale ungenutzt. Ihr Appell lautet deshalb: „Nicht kleiner machen, als man ist.“ Sichtbarkeit ist kein Ausdruck von Ego, sondern die Möglichkeit, den eigenen Beitrag und den geschaffenen Mehrwert sichtbar zu machen.
Viele Menschen wünschen sich mehr Selbstbewusstsein. Doch wie gelingt das? Für die bekannte Moderatorin beginnt der Weg nicht mit positiven Gedanken oder langen Analysen, sondern mit konkreten Schritten. „Selbstvertrauen entsteht nicht durch Nachdenken, sondern durch Handeln“, sagt sie. Jeder Mensch kennt Situationen, vor denen er Respekt oder sogar Angst hat. Genau dort liegt jedoch die Chance auf persönliches Wachstum. Wer sich Herausforderungen stellt, sammelt Erfahrungen – und damit Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Der entscheidende Schritt ist oft überraschend einfach: Etwas zu tun, obwohl man sich noch nicht bereit fühlt. Wachstum findet selten in der Komfortzone statt. Wer wartet, bis jede Unsicherheit verschwunden ist, wartet häufig vergeblich.
Scheitern als Teil des Erfolgs
Wenn es um Erfolg geht, wird häufig über Talent oder Motivation gesprochen. Für die Style-Expertin ist jedoch eine andere Eigenschaft entscheidend: Konsequenz. „Viele Menschen wissen genau, was sie tun müssten“, erklärt sie. Der Unterschied liegt darin, wer die notwendigen Schritte tatsächlich umsetzt. Insbesondere an den schwierigen Tagen. Motivation kommt und geht. Disziplin hingegen schafft nachhaltige Ergebnisse – siehe Reuters Abnehmerfolg. Die wichtigste Investition ist deshalb die Investition in sich selbst: in Weiterbildung, Gesundheit, persönliche Entwicklung und die Bereitschaft, kontinuierlich an den eigenen Zielen zu arbeiten. Langfristiger Erfolg ist selten das Ergebnis einzelner großer Entscheidungen, sondern vielmehr die Summe vieler kleiner, konsequenter Schritte. Auch Rückschläge gehören für Reuter untrennbar zum Erfolg dazu. Heute betrachtet sie das Scheitern mit anderen Augen als zu Beginn ihrer Karriere. „Früher habe ich Scheitern als Niederlage gesehen. Heute sehe ich es als Ausbildung“, sagt sie. Viele Situationen, die zunächst wie Misserfolge wirkten, haben sich später für sie als wichtige Wendepunkte erwiesen. Rückschläge bedeuten nicht zwangsläufig, dass ein Ziel falsch ist. Oft sind sie lediglich ein Hinweis darauf, den Weg anzupassen. „Scheitern tut weh, aber oft macht es uns stärker, klarer und mutiger“. Gerade Unternehmerinnen rät Reuter deshalb, schwierige Phasen nicht als Endpunkt zu betrachten. Jede Herausforderung enthält wertvolle Erkenntnisse. Wer bereit ist, daraus zu lernen, geht gestärkt daraus hervor.
Erfolg und Selbstvertrauen entstehen durch Tun
Martina Reuter richtete eine klare Botschaft an die Unternehmerinnen in Vorarlberg: Niemand wird kommen und den perfekten Zeitpunkt ausrufen. Niemand wird die Erlaubnis erteilen, groß zu denken oder sichtbar zu sein. „Traut euch, euren Platz einzunehmen, eure Meinung auszusprechen und eure Erfolge zu zeigen“, fordert sie. Die Welt braucht mehr Frauen, die nicht auf Perfektion warten, sondern mutig handeln. Denn am Ende, so ihre Überzeugung, gewinnt nicht zwangsläufig die Talentierteste oder die Mutigste. Erfolgreich sind jene, die trotz Unsicherheiten weitermachen, an sich glauben und nicht aufgeben.









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