Hans-Peter Metzler

Präsident der Wirtschaftskammer Vorarlberg, Herausgeber „Thema Vorarlberg“

(Foto: ©Markus Gmeiner)

Verantwortungsbewusstsein

Mai 2019

Es ist beschämend für Österreich, was sich da auf Bundesebene abgespielt hat – und es ist bestürzend, dass der Weg der Reformen für unser Land so jäh beendet wurde. Wenn die aktuelle Situation also etwas klargemacht hat, dann ist das die Erkenntnis, dass gerade in der Bundespolitik nichts von Dauer ist, auch nicht ein Kurs, der in Österreich endlich den Stillstand vergangener Jahrzehnte überwunden hätte. Die aktuelle Situation schadet dem Land, sie schadet Wirtschaft und Gesellschaft – und sie birgt die Gefahr in sich, dass die Menschen auch den vielen integren Politikern das Vertrauen entziehen; also jenen Politikern, die sich beispielsweise in den Gemeinden und im Land wirklich um das Wohl für Land und Leute bemühen.
Der Bürger aber ist mündig genug, zu erkennen, wer konstruktive Politik machen und wer Österreich voranbringen will. Das haben auch die EU-Wahlen gezeigt, trotz diverser Bedenken, die da im Vorfeld angemeldet wurden. Die pro-europäischen Kandidaten haben klar gesiegt. Und das macht Mut, hat sich damit doch auch gezeigt, dass dem Wähler – im Gegensatz zu so manchem populistischem Politiker – klar ist, dass eine Rückkehr in Nationalismen nicht die Zukunft ist und auch niemals sein kann.
Was Vorarlberg betrifft, so ist die Sache indes auch klar: Wir haben uns auf unsere eigenen Stärken zu konzentrieren und positiv zu beeinflussen, was zu beeinflussen ist. Landeshauptmann Markus Wallner hatte erst dieser Tage bei der Präsentation der Marke Vorarlberg und der ersten dazugehörenden Projekte gesagt, dass sich bei Beginn der Arbeiten an der Marke niemand habe vorstellen können, dass man sich bei der Präsentation derselben mitten in einer veritablen Regierungskrise befinde. „Das war nicht absehbar“, sagte Wallner, „aber eigentlich bestärkt es umso mehr darin, dass wir sehr stark aufgefordert sind, uns auch in einem großen Ausmaß damit zu beschäftigen, was wir tun können – und wie wir uns auf die Zukunft vorbereiten können“.
Ein wahres Wort! Wir sollten uns da gewiss nicht überschätzen, aber eben auch nicht unterschätzen. Es wird in Wien und in Brüssel vieles entschieden, aber auch im Land ist vieles selbst beeinflussbar. Das hinter der Marke Vorarlberg stehende Ziel, unser Land als chancenreichstes zu positionieren, zeigt beispielhaft, dass unseren Entscheidern bewusst ist, dass man Verantwortung für Land und Leute zu übernehmen hat. Und dieses Verantwortungsbewusstsein, da schließt sich der Kreis, fehlt vielen Bundespolitikern vollkommen.

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