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Fachhochschule wächst auf allen Ebenen

Mit mehr als 1300 Studierenden und einem auf die heimische Wirtschaft zugeschnittenen Studienangebot ist die Fachhochschule Vorarlberg wesentlicher Motor des erfolgreichen Wirtschaftsstandorts Vorarlberg. Jetzt wurden Ausbaupläne mit einem Investitionsvolumen von knapp 50 Millionen Euro vorgestellt.

Die vielfältigen Studien- und Forschungsbereiche der Fachhochschule Vorarlberg bieten den Fachkräften von morgen beste Chancen für die berufliche Laufbahn. Ihre Bedeutung ist aber auch für Vorarlberg als attraktiver Standort für innovative und wettbewerbsfähige Unternehmen enorm. Eine wichtige Rolle spielt in dieser Hinsicht die Ausrichtung des Studienangebots: Die verschiedenen Studiengänge sind auf die Bedürfnisse der Vorarlberger Unternehmen zugeschnitten und thematisieren nicht nur in der Theorie, sondern vor allem auch in der Praxis die konkreten Gegebenheiten und Herausforderungen im heimischen Wirtschaftsstandort.

Bereits über 1300 Studierende sind an der Einrichtung inskribiert. „In zwei Jahren rechnen wir mit rund 1500 Studierenden. Deshalb ist der zusätzliche Platz dringend notwendig“, erklärt FHV-Geschäftsführer Stefan Fitz-Rankl. Seit dem Jahr 2005 ist die Studierendenzahl von 875 auf 1300 gestiegen, dazu kommen noch einmal rund 300 Studierende in Weiterbildungslehrgängen. „Derzeit ist die Infrastruktur jedoch nur für 1000 Studierende ausgelegt. Wir stoßen also bereits jetzt an unsere Grenzen“, betont Fitz-Rankl. Aktuell werden neun Bachelor- und sieben Masterstudiengänge angeboten, im Herbst kommen Masterprogramme im Bereich Betriebswirtschaft sowie die neuen Studiengänge „International Management and Leadership“ und „Gesundheits- und Krankenpflege“ hinzu.

Spitzenplatz bei Hochschulranking

Durch das vielseitige Studienangebot, die enge Zusammenarbeit mit der Wirtschaft und die hervorragende Betreuung konnte sich die Fachhochschule Vorarlberg im größten Hochschulranking des deutschsprachigen Raums einen Spitzenplatz sichern. In der aktuellen Studie des „Centrum für Hochschulentwicklungen“ in Gütersloh belegt die Fachhochschule Vorarlberg den 16. Platz – unter mehr als 300 untersuchten Einrichtungen. Ausschlaggebende Faktoren sind nicht nur die Betreuung der Studierenden, die Organisation und Studienbedingungen, sondern vor allem auch die infrastrukturelle Ausstattung.

Künftig sechs Forschungszentren

Ab Herbst wird ein weiteres Forschungszentrum eingerichtet sein, das die bestehenden Bereiche Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, Nutzerzentrierte Technologien, Mikrotechnik, Prozess- und Produkt-Engineering sowie Energie ergänzen wird. Die digitale Transformation sorgt aufgrund ihrer breiten Themenvielfalt und Komplexität für immer größere und vielfältigere Herausforderungen. In der sogenannten „Digital Factory“ werden sich Forschende, Studierende und Firmenpartner intensiv mit der Verschmelzung von Informationstechnologien mit der physischen Welt beschäftigen. Sie dient darüber hinaus als Bindeglied, um die bereits bestehenden Kompetenzen der Forschungszentren und übrigen Forschungstätigkeiten der FH Vorarlberg für die digitale Transformation nutzbar zu machen.

Als Forschungs- und Lernfabrik wird die „Digital Factory“ wesentliche Ausschnitte einer kompletten Güterproduktion abbilden können. In der Fabrik werden – in gemeinsamen Projekten zwischen der FH und verschiedenen Unternehmen – neue Methoden der Fabriks- und Fertigungssteuerung, Datenanalyse für vorausschauende Wartung oder Qualitätsoptimierung, IT-Security-Aspekte, Methoden der digitalen Zwillinge, der Einsatz von Virtual und Augmented Reality, die Vernetzung von Maschinen und Anlagen, die Anwendung von selbstlernenden Algorithmen und künstlicher Intelligenz sowie die Zusammenarbeit von Menschen und Robotern erforscht. Neben der Entwicklungsarbeit wird die „Digital Factory“ auch als reales Versuchslabor für die Ausbildung von Spezialisten und die Weiterbildung von Firmenmitarbeitern dienen.

Knapp 50 Millionen Euro für Erweiterung

Der geplante Ausbau unterstreicht die große Bedeutung der Bildungseinrichtung und ist zudem ein klares Bekenntnis zum Wissenschaftsstandort. Mit den baulichen Maßnahmen soll dem dringenden Bedarf an Nutzfläche begegnet werden. Die erste Bauetappe von Herbst 2018 bis 2020 sieht die Aufstockung beziehungsweise Spiegelung des Bestandsgebäudes „Hochschulstraße“ vor und wird für zusätzliche 2334 Quadratmeter sorgen. In der zweiten Etappe (2021 bis 2022) wird ein neuer Gebäudeteil in der Achstraße errichtet. Der Zubau mit einem Plus von mindestens 3000 Quadratmetern entsteht auf dem Areal des bisherigen Hausmeistergebäudes und wird für die Labor- und Hörsaalnutzung konzipiert. Die letzte Bauphase dauert von 2021 bis 2024 und umfasst die komplette Sanierung und Nutzungsoptimierung des Teils „Achstraße“, der ehemaligen Textilschule aus dem Jahr 1955. „Weil das Gebäude unter Denkmalschutz steht, wird die Sanierung entsprechend substanzschonend durchgeführt“, betont FH-Rektorin Tanja Eiselen.

Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich nach Schätzungen auf 41 Millionen Euro netto, indexiert bis 2024 werden knapp 47,3 Millionen Euro an Investitionskosten anfallen. „Die dynamische Entwicklung der FH Vorarlberg muss weiter vorangetrieben werden, da für den Wirtschaftsstandort Vorarlberg dringend weitere Fachkräfte zur Verfügung gestellt werden müssen. Der Erweiterungsbau sichert den Wissenschaftsstandort Vorarlberg und stärkt die Reputation der gesamten Region“, führt Landeshauptmann Markus Wallner aus.

02.06.2018

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