Von 12. bis 16. Mai ist es wieder so weit, wenn Cosmo in der Wiener Stadthalle mit seinem „Tanzschein“ zur 70. Ausgabe des Eurovision Song Contest (ESC) lädt. Dieser Contest ist heute aber weit mehr als ein schnöder „Musikwettbewerb“: Er ist Popereignis, politischer Resonanzraum und globales Fernsehspektakel zugleich. Jede Teilnahme wird analysiert, jede Geste kommentiert, jede Performance in Echtzeit bewertet.
Als die gebürtige Lochauerin Ina Wolf 1979 für Österreich antrat, war vieles anders – manches aber auch erstaunlich ähnlich. Damals stand sie noch unter Christina Simon auf der Bühne und performte den Beitrag „Heute in Jerusalem“. Schon der Name machte deutlich, dass dieser Auftritt mehr war als ein gewöhnlicher Wettbewerbssong. Es war ein Lied über Hoffnung, Frieden und eine Stadt, die politisch und symbolisch seit jeher eine besondere Rolle spielt.“
Grand Prix Eurovision de la Chanson
Dass der Eurovision Song Contest – damals noch „Grand Prix Eurovision de la Chanson“ – in Jerusalem stattfand, verlieh ihrem Auftritt zusätzliche Bedeutung. Israel war Gastgeber des Wettbewerbs, nachdem das Land im Jahr zuvor mit Izhar Cohen & The Alphabeta mit dem Lied „A-Ba-Ni-Bi“ gewonnen hatte. Wer kann sich daran noch erinnern? Nur wenige Tage zuvor war am 26. März das Friedensabkommen zwischen Israel und Ägypten unterzeichnet worden: Es war also durchaus ein historischer Moment, der die politische Stimmung prägte. Und damit stand der österreichische Beitrag in einem