Brief des Herausgebers: Eine Chance – und eine Gefahr
Künstliche Intelligenz wird in Zukunft eine zentrale Rolle in vielen entscheidenden Bereichen wie der Medizin, der Bildung und der Industrie spielen. Sie wird Prozesse automatisieren und Innovationen vorantreiben, die das Potenzial haben, unser Leben im Positiven grundlegend zu verändern. Doch Künstliche Intelligenz ist nicht nur eine Chance. Sie ist auch eine Gefahr. Manipulationen durch KI sind bereits zu einem gesellschaftlichen Problem geworden, sie können – in falschen Händen, wohlgemerkt – als Werkzeuge der Beeinflussung dienen. Beispielsweise für gezielte Wahlbeeinflussung, Fake-News-Verbreitung oder ideologische Radikalisierung, zu sehen an den Krisenherden dieser Welt. Empfehlungsalgorithmen können die Wahrnehmung von Realität verzerren, indem sie nur noch Inhalte zeigen, die bestehende Überzeugungen bestätigen. So entstehen Filterblasen, die den demokratischen Diskurs schwächen, indem sie Polarisierungen verstärken und damit die ohnehin schwindende Dialogbereitschaft in Politik und Gesellschaft weiter unterminieren.
Was lässt sich dagegen tun? Es braucht Regulierungen, es braucht Transparenz: Auch wenn es zum derzeitigen Stand noch utopisch klingen mag, müssen KI-Systeme nachvollziehbar machen, wie sie Inhalte auswählen und verbreiten. Zudem braucht es zwingend Bildung und Medienkompetenz, damit Bürger und Bürgerinnen Manipulationsversuche erkennen und kritisch hinterfragen können. Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen sagt in diesem