Brief des Herausgebers
Dieser Tage hat die österreichische Sozialpartnerschaft ihr 80-jähriges Bestehen gefeiert. Und mit Blick auf die Vergangenheit war dieses Jubiläum tatsächlich ein Grund zum Feiern.
In der wirtschaftlichen Dynamik der Nachkriegsjahrzehnte konnten die Sozialpartner am Verhandlungstisch den Ausgleich zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerinteressen so gestalten, dass sozialer Friede bis heute eine wesentliche Grundlage für die positive wirtschaftliche Entwicklung in Österreich darstellt. Eine fast 100-prozentige Abdeckung der Arbeitsverhältnisse mit Kollektivverträgen bildet die Grundlage für eine stetige Verbesserung der Arbeitsbedingungen, eine faire Verteilung der Produktivitätsfortschritte und die im internationalen Vergleich weltweit geringsten Streikquoten.
Die Sozialpartner haben auch in der sozialen Selbstverwaltung, etwa in der Arbeitsmarktverwaltung oder in den Sozialversicherungen, eine tragende Rolle inne. Und auch als Problemlöser in Krisensituationen haben sich die Sozialpartner bewähren können. Das gilt sowohl für die Zeit der Finanzkrise 2008 als auch für jene in der COVID-19-Pandemie, als sie binnen kürzester Zeit die Corona-Kurzarbeit ausverhandeln und dadurch hunderttausende Kündigungen verhindern konnten.
Heute stellen die geopolitischen Veränderungen und die dadurch negativ beeinflussten Wettbewerbsbedingungen die Sozialpartner vor neue Herausforderungen.
In der Lohnpolitik haben die Gewerkschaften in den Jahren 2023 und